Agenda 2010 – das unsägliche Thema

Jüngst ist die Agenda 2010 wieder in aller Munde – zumindest medial.

Der eine Politiker ist für Veränderungen dort – die andere will alles so lassen, wie es ist.

Einer, der unvermutet in die Mühlen der Agenda geraten ist, sieht die Agenda 2010 naturgemäß aus seiner eigenen Warte.

Für mich ist die Agenda 2010 ein Synonym für ALG II (sprich „Hartz IV“ – ein Begriff den ich mich weigere, zu verwenden).

Jemand, der wie ich, darauf angewiesen ist, und keine andere Wahl hat, als darauf angewiesen zu sein, bekommt es Monat für Monat, Woche für Woche,  hautnah zu spüren, worauf diese Agenda 2010 seinerzeit gegründet wurde.

Nämlich darauf, bei sehr vielen Menschen soviel Geld abzuschöpfen, wie möglich, um die Staatsausgaben aufzumöbeln.

Es war klar, dass dies nicht gelingen würde, indem man die wenigen Reichen/Manager/Best(Besser)verdiener, dafür heranziehen würde. Es ist eine sehr einfache Rechnung, in welchem Bereich man wieviel würde „einsparen“ können. Es ist schlicht eine Frage der Anzahl der Betroffenen.

Agenda 2010

Wer einmal in die Agenda-Mühle hineingeraten ist, der erlebt hautnah, wie mit allen Regeln der Kunst versucht wird, die Ausgaben zu reduzieren. Ich könnte mittlerweile ein Buch darüber schreiben, mit welchen Mitteln da gearbeitet wird. Es geht dabei nicht mehr um die Betroffenen (heut heißt das ja „Kunde“ – von wegen der Kunde ist König).
Wie gerne würde ich diesem System entfliehen, und meinen Lebensunterhalt selbst verdienen. Allein, es geht nicht.

Es hatte immer geheißen …. „im Notfall wird dich das soziale System auffangen“. Von wegen. Dieses System sorgte erstmal dafür, dass man all das vernichten musste, was man sich ein Leben lang für seine Kinder erarbeitet hatte.

Und so werde ich bei der kommenden Bundestagswahl meine Stimme mit Sicherheit nicht derjenigen geben, die dieses System erhalten will. Ob ich sie demjenigen geben werde, der etwas verändern will, das weiß ich noch nicht. Er muss mich erst davon überzeugen, dass es ihm ernst ist, und es sich nicht nur um ein Lippenbekenntnis zum Stimmenfang handelt.

Wer meine Stimme mit Sicherheit NICHT bekommen wird, sind Diejenigen, die a la Rattenfänger von Hameln einen für dumm verkaufen wollen und ohne Konzept gegen alles sind (wir sind dafür, dass wir dagegen sind). Ich habe auch nicht vergessen, mit welchen Vokabularien die Schwächsten der Gesellschaft von diesen Herrschaften benannt wurden. Aber das wäre ein anderes Thema.

Was ich gerne hätte wäre „soziale Gerechtigkeit“. Dabei fällt mir ein, dass in denselben Nachrichten, in denen von der Agenda 2010 die Rede war, auch davon die Rede war, dass VW die Manager-Gehälter auf maximal 10 Millionen € pro Jahr reduziert hat.

Sicherlich soll jeder das bekommen, was er verdient, und Neid führt nirgendwo hin.

Wofür jemand 10 Mios erhält, wollte sich mir allerdings noch nie erschließen.

Und warum jemand in einem Sozialstaat nicht einmal soviel erhält, dass er sich davon mal außer der Reihe eine neue Hose leisten kann, ebenso wenig.

Diejenigen, die all dieses beschlossen haben und auch weiterhin beschließen, haben sicherlich nie etwas mit derlei Problematiken zu tun, namens „Agenda 2010“.

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!