Alles kostenlos

Ich mach grad wieder mal die Erfahrung, dass man dazu neigt, so Manches weg zu werfen, obwohl es noch verwendbar bzw. noch nicht aufgebraucht ist.

So wollte ich letzte Woche fast schon eine neue Zahnpastatube öffnen, um dann aber grade noch so mir die alte Tube anzusehen, und festzustellen, dass da ja schon noch etwas drin wäre.
Das Nachvornestreifen des Restes in der Tube ….

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….. versetzte mich jetzt dazu in die Lage, da noch eine ganze Woche Zahnpasta zu erschaffen.

Quasi aus dem Nichts.

Oder nehmen wir das Nuß-Nougat-Glas

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Ich hatte heute meinen Teigschaber nicht zur hand. Der ist, wie man das kennt, flexibil, und deshalb dazu geeignet, z.B. die Rundungen des abgebildeten Glases zu erreichen.
Nun gut, dann gab´s eben heute einen anderen Brotaufstrich. Und wenn ich morgen den Teigschaber wieder zur Vergügung habe, werde ich sicherlich feststellen, dass die im Glas vorhandene Menge noch für 2 Brote reicht.

Oder nehmen wir die Dusche-Creme-Flasche. Stellt man die auf den Kopf, dann reicht der Inhalt noch für eine Woche.

Auch das Salatdressing in der Flasche reicht noch für den Salat, den man grade macht, WENN man die Flasche mit ein klein wenig Wasser ausspühlt.

Überraschenderweise reicht beim Geschirrspülen auch die Hälfte des Mittels. Eigentlich besagt das ja auch das Wort „Konzentrat“.

Und wie ich mir gestern meine Erdbeeren auf dem Kuchenboden drapiert hatte, um das Ganze dann mit Tortenguss zu überziehen, da nahm ich vorsichtshalber mal nur die Hälfte des Tüteninhalts für den Tortenguß.
Reichte ohne Weiteres. Hätte ich alles genommen, würde ich die andere Hälfte ungenutzt weggeworfen haben.

Und so gibt es unzählige Beispiele, die uns vermitteln können (wenn wir dies zulassen), dass wir entweder zu faul sind, das zu tun, was möglich wäre, oder aber die Hersteller es bewusst so handhaben, dass Sachen weggeworfen werden. Zumindest wird es billigend in Kauf genommen, und ist fester Bestandteil der Bilanz (zumindest intern).

Der Witz daran ist, dass wir all das kostenlos bekommen. Und in der heutigen „Geiz-ist-geil“-Zeit sollten wir doch eigentlich darauf aus sein.

Aber meist ist es, wie gesagt, mit ein klein wenig Aufwand verbunden.
Ev. ist es so, dass man diesen nicht treiben möchte, wenn Geld keine Rolle spielt ???
Oder aber, es schlägt die ökonomische Seite des menschlichen Erbguts durch, die einen von altersher dazu drängt, mit den eigenen Energien zu haushalten???

Fest steht auf jeden Fall, dass die Möglichkeit besteht, jedes Jahr auf diese Weisen etliches an Geld zum Fenster raus zu werfen.

Ich habe mir vorgenommen, bei jedem Behältnis, das ich von nun ab restlos leer räume, 30 Cent in ein Sparschwein zu werfen. 30 Cent, die ich ansonsten zusätlich ausgegeben hätte. Mal sehen, was am Jahresende dabei rauskommt.

Es grüßt,
das Smamap

3 Gedanken zu „Alles kostenlos#8220;

  1. Oh ja. Und die Industrie hasst uns dafür, dass wir

    – Zahncremetuben über eine scharfe Ecke ziehen und den letzten Rest erbeuten
    – Waschmittelflaschen mit einem Schluck Wasser füllen und damit noch einmal waschen – und mit Haarshampoo das Selbe machen
    – Honiggläser mit warmer Milch ausspülen und austrinken
    – Das Gleiche mit Joghurtgläsern und kalter Milch machen
    – Das Öl von eingelegten, getrockneten Tomaten, Käsewürfeln und Co zum Anfertigen von Salatsaucen aufheben
    u.v.m.

    Wir unterlaufen deren Geschäftsmodelle.

  2. Wie mein Großvater immer sagte: Dumm darf man schon sein, man muss sich nur zu helfen wissen ….. und im Zweifelsfall geht MEIN Geschäftsmodell vor 😉

  3. Ich schneide die Zahnpastatube und andere Cremetuben noch zusätzlich mit einer Nagelschere auseinander, so kann ich den Rest im „Kopf“ der Tube auch noch verwenden. Und bei Cremetuben kann man die aufgeschnittenen Tubenteile gleich auf der Haut abreiben, so hat man die Hautcreme gleich dort, wo sie hin soll. 😉

Freu mich echt über jede Nachricht !!!