ALGII Amt und Recht – etwas, was nicht zusammenpasst

Wer, wie ich, ALGII bezieht (beziehen MUSS, weil keine andere Wahl), der ist nur allzuoft damit konfrontiert, dass mit 2-erlei Maß gemessen wird – soll heißen, ALGII und Recht ist etwas, was in der Realität nicht zusammengeht, weil das Amt per Definition immer recht hat.

Ein Paradebeispiel ist in DIESEM Artikel wieder einmal nachzulesen.

Ein Hilfebedürftiger kam seinen Verpflichtungen nach, und das „Amt“ eben nicht. Freilich musste der sog. „Kunde“ dies dann nachweisen, und nicht andersherum.

Und eben DIES ist etwas, was im „Amt“ Gang und Gäbe ist.

Das Amt tut etwas oder eben auch nicht, und die Behörde (nichts anderes ist es ja), geht ganz selbstverständlich davon aus, dass der Fehler beim Hilfebedürftigen liegt (in dem Fall ein Schwerbehinderter, der sich seine Situation sicherlich nicht ausgesucht hat).

Was passiert? Das Amt sitzt am längeren Hebel, gibt per Definition vor, dass es selbst alles richtig macht, und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, wird dem Leistungsbezieher das wenige Geld, das ständig nach allen Regeln der Kunst heruntergerechnet wird, nochmals per § gekürzt.

JA – auch ich bin „Leistungsbezieher“. Auch ich nicht, weil ich das so will, sondern weil ich keine andere Wahl habe. Wie gerne würde ich den „Makel“, angeblich auf Kosten anderer zu leben, tauschen gegen die Möglichkeit, meinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Aber diese Möglichkeit habe ich aus gesundheitlichen, handfesten Gründen nicht.

Und wie oft ist es mir schon passiert, dass ich vom „Amt“ Bescheide erhielt, die zu meinem Nachteil ausfielen, insofern, als ich mir zustehende Gelder nicht erhielt, nur damit dann nach langem Kampf, mit Widerspruch und Sozialgericht, sich dann ergab, dass ich einen Bescheid erhielt, der genau das Gegenteil von dem beinhaltete, was da ursprünglich stand.

Schikane hoch 10. Nichts anderes ist das.

Und selbstverständlich ist es IMMER so, dass das Amt per Definition recht hat, dem Hilfebedürftigen Nachteile auferlegt, fast immer finanzieller Art, und der Leistungsbezieher, der ohnehin ein sehr schwieriges Leben zu führen hat, dann um sein Recht kämpfen muss.

Dass dies endlich einmal umgedreht wird, dass nämlich das „Amt“ im Widerspruchsfall belegen muss, dass rechtens gehandelt wurde, darauf warten die Betroffenen vermutlich bis zum St. Nimmerleinstag.

Bis dahin, nutzt das Amt den längeren Hebel, auf dem es sitzt, und geht davon aus, dass die überwiegende Zahl der Hilfebedürftigen, weder den Mut noch die Kraft hat, gegen obskure Bescheide anzukämpfen.

Wenn ich mir überlege, was alles das Amt, von rechts wegen, in meinem Fall, hätte tun müssen, und welche Nachteile ich über mich hätte ergeben lassen müssen, falls ich jeden Bescheid einfach hingenommen hätte.

So aber habe ich stets alles was von dort kam, hinterfragt, um feststellen zu müssen, dass über 50% der Bescheide falsch waren, und wider geltendem Recht ergangen waren. Und dabei ging es leider meist um Finanzielles. Es gibt Wichtigeres im Leben, ohne Frage. Aber wer pro Monat mit 100€ für Lebensmittel auskommen muss, für den zählt jeder einzelne Euro.

Das Amt muss für Fehler natürlich nicht gerade stehen; das wird schlicht abgehakt und abgelegt. Der Betroffene muss dies selbstverständlich jederzeit.

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu)

Freu mich echt über jede Nachricht !!!