Das Problem mit dem Backup

Das Problem mit dem Backup wird meines Erachtens maßlos überbewertet.

Jeder, der etwas auf sich hält, erzählt über die immense Bedeutung eines Backups, sprich einer Sicherung. Und wer keines habe, sei selber schuld

Nun, ich muss eingestehen, dass ich derlei einst selbst von mir gegeben habe.

Um eines gleich vorweg zu sagen ….

im produktiven Bereich gilt das nach wie vor. Wer dort kein Backup hat, ist tatsächlich selber schuld, ob der enormen Verluste, die im Ernstfall daraus entstehen.

Sei es bzgl. Geld, bzgl. Zeit oder bzgl. sonstiger Ressourchen. Denn etwa eine Buchhaltung ohne Backup, ist wie Autofahren ohne Sicherheitsgurt und Air-Bag. Und wer keine Komplettsicherung seines Servers hat, der verzichtet noch dazu auf Bremsen und Knautschzone.

Jedoch, im privaten Bereich, sehe ich dies mittlerweile anders. Erst recht im Bereich der mobilen Endgeräte.

Und NUR darum soll es hier gehen.

Ein „Backup“, im eigentlichen Sprachgebrauch, ist jemand/etwas, das die Funktion des Originals komplett übernehmen kann. Die Astronauten von Apollo 11 hatten, so wie alle anderen Raumfahrer auch, einen „Backup“, der sie ausfallsicher ersetzen konnte.

Die Frage ist, braucht ein privater Smartphonenutzer ein Backup?

Ich sage NEIN!

Der klassische Nutzer telefoniert, schreibt z.B. in WhatsApp oder SMS, spielt Spiele, schreibt eMails, surfed im Netz, und dergleichen Standards mehr.

Stellt man sich die Frage, ob ein solcher Nutzer jemals den Inhalt eines alten Chats benötigt, eine alte Mail oder SMS, so muss man diese Frage, ehrlicherweise, ebenso mit NEIN beantworten.

Wenn also das Smartphone den Geist aufgibt, gestohlen wird oder aus irgendwelchen Gründen zurückgesetzt werden muss, so kann man frohen Mutes, sofern man dazu in dem Moment in der Lage ist, die Situation dazu nutzen, das Smartphone nur mit dem zu bestücken, was man benötigt.

Dazu ist es allerdings erstmal nötig, das (Android)-Smartphone frisch zu installieren. Dazu benötigt man dann, in aller Regel, eMail-Adresse und Passwort seines Google-Kontos (zumindest DIESES sollte man sich sicher irgendwo notiert haben). Denn das Gerät ist mit diesem Konto verbunden, und ohne die Zugangsdaten zu diesem Konto in aller Regel nicht zu installieren.

Nach der Grundinstallation ist dann nahezu alles vorhanden, was man so braucht.

Was nicht vorhanden ist, lässt sich leicht installieren. So holt man sich dann (im Fall eines Android-Gerätes) zB WhatsApp aus dem PlayStore und gut is.

Freilich muss man sich dann, um beim Bsp zu bleiben, in WhatsApp die eigene Handy-Nummer neu verifizieren, aber das ist sicherlich eine der leichtesten Übungen.

Bleiben die Kontakte. DIE sollte man dann schon regelmäßig gesichert haben. Das ist aber eine Übung die nur wenige Sekungen umfasst, indem man die Kontakte 1x im Monat exportiert. Die Kontakte-App beinhaltet dazu eine entsprechende Möglichkeit.

Und genauso kann man diese Kontakte dann auch wieder importieren. Fertig.

Wer dann noch einen Passwortmanager verwendet hat, muss dann auch nur die entsprechende App installieren, sich mit dem MasterPasswort darin anmelden, und schon hat man alle Benutzernamen und Passwörter, über das Netz, wieder zur Verfügung.

Wenn man also sein Smartphone „verloren“ hat (auf welche Weise auch immer), könnte man das auch positiv sehen, nämlich als Möglichkeit, das ganze Zeug da drauf auf das zu minimieren, was man WIRKLICH braucht. Es ist, in solchen Fällen, immer überraschend, was alles überflüssig war.

Was Überflüssiges angeht, so könnte man dazu auch die ganzen Fotos zählen, die man so mit sich rumschleppt. Soweit muss man aber nicht gehen. Meinereiner nutzt die Fotos-App von Google, die gemachte Fotos stets in die Cloud sichert. Somit heißt es im Ernstfall: App installieren, sich anmelden, und die ganzen Fotos stehen wieder zur Verfügung.

Nun will ich niemandem sein Backup nehmen oder die Zeit, die man dafür regelmäßig aufwendet (nebenbei …. ein echtes Backup eines Smartphones zu erstellen, ist keine einfache Sache). Und die „Experten“ sehen das Thema sicherlich anders, denn die haben nochmal ganz andere Sachen auf ihren Geräten laufen. Und Diejenigen, die das Gerät beruflich nutzen, sicherlich auch. Letztere haben dann allerdings IT-Experten aus der Firma im Hintergrund stehen, die für alles Nötige sorgen.

Bleibt noch das Thema „Google“. Wenn man ein Android-Smartphone neu aufsetzen muss, kommt Vieles (nicht alles) über die Google-Server automatisch auf’s Gerät. WENN …. ja wenn man zugelassen hat, dass alles, was man so hat, auf den Google-Servern gesichert wird. Da muss ich sagen, DAS habe ich abgeschalten (was ja ganz einfach geht). Ich mag es einfach nicht, wenn eine Firma, die mit Datenweitergabe Geld verdient, meine ganzen Daten „einfach so“ zur Verfügung bekommt.

Deshalb sichere ich mir meine Kontakte (wie beschrieben), meine Passwörter und meine Fotos …. Ende im Gelände.

Entscheiden und verantworten muss derlei, selbstverständlich, jeder selbst. Mit der beschriebenen Verfahrensweise fahre ich seit Längerem problemlos.

Freilich ist die Neuinstallation eines Smartphones oder Tablets eine zeitintensive Sache. Den Knopfdruck, und alles ist, wie von Zauberhand, wieder da …. das gibt es halt leider nicht …. egal, wie auch immer man vorgeht.

Mit einem iPhone stellt sich das Thema nochmal etwas anders dar. Allerdings sollte man ohnehin immer jemanden zur Hand haben, „der sich mit sowas auskennt“. Denn eine Neuinstallation ist nicht deshalb einfacher, weil ein Smartpohne sehr viel kleiner ist, als ein PC. Was man sich, meiner Meinung nach, sparen kann, ist der immense Zeitaufwand, sich Dinge zu sichern, die hinterher kein Mensch braucht. Ich erinnere auch an Zeiten, als es derlei „Tand“ noch nicht gab. Es gab für Wichtiges nur das Papier. Und ehrlicherweise muss man zugeben, dass sich daran nichts geändert hat.

Alles andere lässt sich sehr einfach beschaffen, sofern von Bedeutung. Ein Foto kann man nochmal aufnehmen. Die Kontaktdaten von XY hat jemand; zur Not kann man XY auch schnell mal besuchen oder gar mal wieder einen Brief schreiben. Und falls man das Passwort für den Zugang beim Stromlieferanten, auf dessen Homepage, nicht mehr hat, so ruft man dort an oder nutzt auf deren Homepage die „Passwort vergessen“-Funktion.

Führt mich abschließend zu dem Hinweis, dass ich meinen PC seit 1 Jahr im Eck stehen habe (mache seitdem alles mit meinem Tablet), und NICHTS, aber auch absolut NICHTS davon gebraucht habe. Ich hatte mir damals den PC erst frisch eingerichtet (wegen Umstiegs von Windows auf Linux), und noch keine Zeit gehabt, mir irgendeine Art von Backup einzurichten. Man sieht …. es wäre auch absolut überflüssig gewesen, das zu tun.

Soll nicht heißen, man müsse sich um seine Daten nicht kümmern. Aber es sollte reichen, sich beim „Kümmern“ auf das zu beschränken, was notwendig ist. Das Problem mit dem Backup scheint also keines zu sein.

Das führt, für mich, geradewegs, zum Thema „Virenscanner“ …. aber das ist ein anderes Thema.

Es grüßt
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Ein Gedanke zu „Das Problem mit dem Backup

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