Bahntastisch ….

Nachdem ich letztens einen Beitrag HIER verfasst hatte, was ich, mal wieder, mit der Bahn erlebte, hab ich ansatzweise darüber nachgedacht, an was ich mich alles erinnern kann, in meinem Bahn-Leben.

Die ersten Erinnerungen habe ich an Bahnfahrten, zusammen mit meiner Oma. Damals, das mag wohl Ende der 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts gewesen sein ….. da gab es noch Fahrkarten in „Dicker-Pappe-Ausgabe“.

Der Schaffner ging damals noch durch die Waggons, stempelte die Karten ab, hatte noch jenes silberne Münz-Gerät bei sich, aus dem er das Wechselgeld herausdrückte, bei Kauf einer Fahrkarte.

JA, damals konnte man noch, ganz normal, eine Fahrkarte im Zug kaufen.
Die nächsten Erinnerungen stammen aus der Mitte der 80-er Jahre. Als ich, während meiner Studienzeit, im tiefsten Winter am Münchner Hauptbahnhof……

….. stundenlang auf einen Zug wartete, der mich nach Ingolstadt bringen sollte. Es hatte endlos geschneit, viele Züge waren ausgefallen oder irgendwo auf der Strecke liegen geblieben. In der Bahnhofshalle hatte es minus 10 Grad oder so. Ich kaufte mir eine Tüte Maronen, um meine Hände einigermaßen warm zu halten.
Sowas gibts heute auch noch, jedoch sind wohl in der Tüte nur noch halb soviel Maronen enthalten, und die Tüte kostet vermutlich doppelt so viel oder halt dasselbe, aber in Euro.

Ja, und damals, da gab es den Bummelzug und den D-Zug. Das war´s dann.

Und dann kam eine lange Pause, in der der Zug keine Rolle mehr in meinem Leben spielte, weil ich alles mit dem Auto erfuhr.
Erst Jahre später machte ich wieder meine Zugerfahrungen. Ca. 20 Jahre später.

Ach du meine Güte ….. wie hatte sich alles verändert.

Fahrkarten im Zug kaufen, das war mal. Plötzlich gab es nicht mehr nur die Bahn, sondern viele andere Unternehmen. Z.B. Agilis oder den Alex.

Nun gab es viele verschiedene Züge. Den ICE, den Euro-City, den Interregio-Express, den Regional-Express …… im Netz lässt sich dazu eine endlose Liste nachlesen.

Doch alle hatten sie eines gemeinsam: Unpünktlich.

Wobei man sagen muss …. auf die Züge der Unternehmen, die nur regional tätig sind, trifft das meist nicht zu. Die fahren pünktlich und zuverlässig.

Ich habe immer den Eindruck, als hätten die Züge ein Stück weit ihre Persönlichkeit verloren, seit damals. Die Fahrkarte gibts am unpersönlichen Automaten. Schaffner gibt´s nicht mehr; heute heißt das „Zugbegleiter“. D.h. wenn überhaupt einer da ist.

Wenn dein Zug ankommt, passiert es häufiger, dass dein Anschlusszug weg ist. Du hättest das dem Zugbegleiter sagen müssen, erfährt man hinterher. Wenn man es denn gewußt hätte.

Die Defekte von Zügen wurden häufiger. Mal funktioniert die Pendeltechnik nicht, mal die Stromversorgung, mal fällt ein Zug komplett aus.

Und was mir besonders auffällt: Die Höflichkeit des Personals lässt sehr zu wünschen übrig. Nicht immer, aber immer öfter. Manche sitzen doch auf einem sehr hohen Roß.
Dies mag aber auch damit zu tun haben, dass eine Vielzahl von Fahrgästen die Höflichkeit zu Hause gelassen hat.

Was mich zudem häufig nervt, ist, dass die Durchsagen im Zug nur sehr schwer verständlich sind. DAS aber betrifft seltsamerweise meist die „Bahn“. Grade so, als hätten sich die technisch schwachbrüstigen Züge alle bei der dt. Bahn versammelt.

Oder aber sämtliche Durchsager sind heiser. Ev deswegen, weil die Getränke, die das Personal dort zu sich nimmt, der Stimme nicht so recht zugute kommen?
Oder aber die Durchsagetechnik in Verbindung mit dem Dialekt des Durchsagenden ist nicht dazu angetan, die Verständlichkeit zu fördern. Da kann freilich keiner was dafür, aber deutliches Sprechen hilft da manchmal.

Freilich gibt´s auch tolle Neuerungen:
Die Fahrkarte gibt´s heute auch per Internet oder Smartphone. Und man kann über Letzteres auch die Zugverbindungen jederzeit nachlesen.
Da kann es einem allerdings auch passieren, dass man sich eine Fahrkarte online kauft, um dann festzustellen, dass der Zug gar nicht fährt.

Wer einmal versucht hat, die 20 € für das Ticket wieder zu bekommen, der weiß, was ich meine, wenn ich sage: Viel Spaß dabei.

Willst du was erleben, dann fahr mit der Bahn …..

Es grüßt,
das Smamap

Ein Gedanke zu „Bahntastisch ….

  1. hm, ich weiß nicht was ich davon halten soll, doch habe ich vor ein paar tagen von diesen pappe-fahrkarten geträumt.
    ab meinem 3. geburtstag musste ich zur herzuntersuchung nach göttigen fahren, weil es in hannover noch keine kardiologie für kinder gab.
    später, als ich 2 jahre in bayern weilte, bin ich mit dem ic öfter mal zu meiner schwester gereist.
    die bahn hatte damals tolle angebote.
    eine fahrt mit dem ic für 10 tage urlaub und dann zurück für 80 dm.
    das war ein echtes angebot, davon können wir heute nur noch träumen.

Freu mich echt über jede Nachricht !!!