Nach der Wahl ist vor der Wahl?

Das Wahlergebnis war zu erwarten; von daher könnte man erwarten ….. nach der Wahl ist vor der Wahl. Jedoch – ich bin überzeugt, dass das DIESMAL nicht so ist.

Ich hatte mich am Samstag ans Tablet gesetzt und in einer kurzen Tabelle niedergeschrieben, welche Prozentzahlen ich für die größeren Parteien erwarte.

Bis auf 2% hin oder her kam es dann für alle diese Parteien auch so, wie ich das vermutet hatte.

Mein Satz zu Wahlen in einer Demokratie ist immer:

Ein Land bekommt immer das Wahlergebnis, das es verdient.

So auch bei der jetzigen Wahl.

Zum einen ist das Ergebnis ein demokratisch zustande gekommenes, und deshalb zu akzeptieren – wie immer man es ganz persönlich auch bewerten mag.

Zum anderen, so sehr ich die AfD inhaltlich auch ablehne:
Das Wahlergebnis dieser Partei führt dazu, dass es ein WEITER SO nicht geben wird.

Und deshalb gilt eben nicht „nach der Wahl ist vor der Wahl“.

Der Politikbetrieb in Berlin wurde zwar fast schon zum Selbstzweck. Und wie hieß es gestern sinngemäß … die großen Volksparteien haben den Kontakt zu einem Teil ihrer Wähler verloren.

JETZT muß Frau Merkel künftig endlich klar Farbe bekennen und nicht nur moderieren. Die Menschen wollen endlich wissen woran sie sind, und nicht dieses ständige Herum-geeiere. Und die Parteien, die als Koalitionäre zur Verfügung stehen, lassen sich sicherlich auch sehr schlecht moderieren.

Vieles von dem, was in den letzten Jahren gemacht wurde, war gut, aber vieles andere ging an den Menschen auch vorbei.

Und deshalb, finde ich, haben die Deutschen gut gewählt … nicht gleich einen Trump oder ähnlichen Idioten, aber doch einen Schuss vor den Bug.

Und wie ich heute schon mal sagte: Die nächste Zeit wird interessant.
Insofern, was an Regierungs-Koalition kommt, und insofern, wie die Debatten im Bundestag ablaufen werden. Denn die Abgeordneten der AfD müssen dort vor allen Farbe bekennen. Benennen wofür sie stehen. Und sich mit dem auseinandersetzen, was ihnen entgegengehalten wird. Und v.a. auch: Sich benehmen (oder eben auch nicht).

Viele Menschen haben Protest gewählt. Was ich durchaus verstehe, wenn ich mir das so ansehe, was in Berlin ablief, und wenn ich mir ansehe, wie das an den Menschen teilweise vorbeilief.
Dieses Wahlergebnis wird uns die Alternative betrachten lassen, denn es ist einfach, aus dem Dunkel zu feuern, aber sehr viel schwerer und auch kennzeichnender, im Licht der Öffentlichkeit zu stehen. Zwar ist das in der Oposition immer noch leichter, als in der Regierungsverantwortung, jedoch können sich die Menschen das schon einmal ansehen, was da als Alternative angeboten wird.

Und insofern finde ich den Einzug der Rechten ins Parlament eine gute Sache. Zum einen (ich sagte es schon), weil demokratisch gewählt (und Demokratie hat naturgemäß auch damit zu tun, was einem NICHT gefällt). Aber auch der Inhalte wegen; deswegen, weil sie dort sagen müssen, was für sie Sache ist. Und auch deswegen, weil die etablierten Parteien sich damit beschäftigen müssen, was für die Menschen wichtig ist.
Allerdings haben die Rechten dann heute schon mal mit der Selbstdemontage begonnen. So wie damals die NPD.

Ich finde es (demokratisch gesehen) auch gut, dass die SPD in die Oposition geht (was auch immer man von der SPD halten mag). Denn die stärkste Opositionspartei kann nicht die AfD sein. Zudem tut es einer Volkspartei mit Sicherheit gut, einmal länger nachzudenken.

Bei all der Schwarzmalerei, die heute zu lesen ist, sollte man EINES nicht vergessen:
7/8, sprich über 85% der Stimmen, sind auf andere Parteien entfallen.

Und ich hoffe, dass auch insofern nicht gilt …. „Nach der Wahl ist vor der Wahl“ …. als nicht noch jemandem einfällt, dass es Neuwahlen geben soll. Denn die Wähler haben entschieden, dass sich etwas ändern muss. Dann sollen auch diejenigen, denen das möglich ist, gefälligst diesen Auftrag annehmen. Die Parteien haben diese Verantwortung auszufüllen. Im Sinne der Menschen. Und nicht darauf bedacht, die nächsten Wahlen zu gewinnen. Diese könnten nämlich dann ein Ergebnis liefern, das jenseits der Vorstellung ist, und jenseits dessen, was für dieses Land gut wäre.

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Manchmal schreibt die Geschichte Geschichten – Über das Ende der DDR

So vor 1-2 Wochen sah ich eine Reportage auf phoenix, dem Spartensender der ARD; es ging darin um das Ende der DDR – speziell um die Ereignisse an jenem 9. November des Jahres 1989, die zur Grenzöffnung führten.

Was ich da vernahm, war spannender als so mancher Krimi.

Man hatte ja gelegentlich schon davon gehört, dass Günter Schabowski an jenem Abend, am Ende einer langatmigen Pressekonferenz, noch kurz über das „neue Reisegesetz“ referierte, und dabei von sich gab, dass dieses „ab sofort“ gelte. Zu dem Zeitpunkt hatte noch niemand begriffen, was dies auslösen würde.

Letztlich führte eine Kombination, aus verschiedenen Abläufen, zu dem, was dann zur totalen Grenzöffnung führte, und sich im Nachhinein als Versehen entpuppte.

Was war geschehen?

Ein Beamter des DDR-Innenministeriums hatte an jenem Tag zusammen mit Offizieren der Staatssicherheit jenes Reisegesetz formuliert. Es sollte damit (allgemeine Ausreisemöglichkeit) wohl versucht werden, die Menschen zu beruhigen, und die damals stattfindenen Auswander-Bewegungen über das benachbarte Ausland in den Griff zu bekommen. Nachdem dieses Reisegesetz vom Politbüro durchgewunken wurde, gab man das Papier an Günter Schabowski weiter, und dieser machte es zum Teil seiner Pressekonferenz an jenem Abend.
Was jedoch übersehen wurde, war, dass es eine „Sperrfrist“ gab. Die Meldung sollte erst früh am nächsten morgen um 4 Uhr bekanntgegeben werden.

Zu dem Zeitpunkt hätten wohl nur Wenige davon Kenntnis genommen. Und jene Wenigen hätte man dann schon an der Grenze entsprechend abgehandelt.
Schabowski aber verkündete das schon am Abend.
Wesentlich war dann allerdings auch, dass so einige Pressedienste das übernahmen, und es als „Grenzöffnung“ bezeichneten. Und schließlich war das dann auch Bestandteil der „Tagesthemen“ in der ARD, die von vielen DDR-Bürgern gesehen wurden.

Dies alles hatte seine Wirkung. Abertausende kamen in der DDR zu den Grenzübergängen. Die dortigen Grenzorgane waren nicht informiert, erreichten zu dieser Zeit auch niemanden mit Kompetenz (jener Beamte im Innenministerium weilte zu der Zeit im Theater), und hatten letztlich keine andere Möglichkeit, als die Grenze zu öffnen.

Das Ende der DDR

Dabei muss man EINEN Mann besonders erwähnen: Harald Jäger, ein Oberstleutnant, der, an jenem Abend, Dienst an der Bornholmer Brücke hatte. Nach mehrfachen vergeblichen Versuchen, eine definitive Anweisung zu erhalten, wie er sich gegenüber den tausenden Menschen verhalten sollte, öffnete er eigenmächtig die dortige Sperre, um Schlimmeres zu verhüten. Schließlich hatte ja auch Schabowski verkündet, dass jederman ausreisen könne.
Und so nahm von dort alles seinen Ausgang.

Als jener Beamte des Innenministeriums vom Theater nachhause kam, und erfuhr, was aus seinem Entwurf des Reisegesetzes geworden war, war alles schon gelaufen.

Das Ende der DDR war quasi über Nacht Geschichte.

Eigentlich war das Alles ein Versehen. Zustande gekommen aus den Abläufen eines politischen Apparates, gewürzt mit Irrtum und zeitlichen Begünstigungen.
Wäre das Alles den Weg gegangen, der eigentlich vorgesehen war, hätte also Günter Schabowski das an jenem Abend nicht bekannt gegeben, dann wäre das Ende der DDR wohl nicht aufzuhalten gewesen, und jenes „Reisegesetz“ erst recht nicht. Jedoch wer weiß, mit welchen Unwägbarkeiten, Problemen und vll auch Opfern das Ganze einhergegangen wäre.
An jenem Abend jedenfalls bekamen die entscheidenden Organe der DDR davon zunächst einmal nichts mit, und als sie es dann mitbekamen, war es zu spät.

Man würde sich wünschen, so manche Dinge auf der Welt würden sich in derartiges Wohlgefallen auflösen. Das Ende der DDR war quasi ein Versehen. Vielen Menschen, die in den fast 45 Jahren zuvor zu leiden hatten oder gar den Tod fanden, hilft dies wenig.

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Warum wählen die Menschen, so wie sie wählen?

Heute ist Wahltag und ich frage mich, warum wählen die Menschen, so wie sie wählen?

Hab jetzt dazu keine repräsentative Umfrage gemacht oder gar die Menschen nach der Stimmabgabe, vor dem Wahllokal, befragt.

Nö, ich schließe schlicht aus dem, so wie die Menschen sind, wie sich Menschen in meiner Umgebung äußern, was sie für Meinungen (zu Allerlei) vertreten, und aus Vielem, was es zu lesen gibt.

Also Mutmaßung …. Spekulation. Und wahrscheinlich auch viel Wahrheit.

Warum wählen die Menschen also (meiner Meinung nach).

Der (oder die) eine, wählt so, wie er (sie) immer schon gewählt hat.
Der andere wählt …. nicht.
Wieder ein anderer wählt mal ganz anders, ohne zu wissen, wofür genau „die anderen“ eigentlich stehen.
Noch ein anderer wählt eine Partei, weil ihm das Wahlplakat so gefallen hat.
Noch einer wählt, weil das Bild so sympathisch wirkte.
Einer wählt „die“, weil sich endlich was ändern muss.
Der ganz andere wählt so, wie es der Pfarrer meinte.
Und schließlich wäre da noch der Wähler, der die aktuelle Regierungspartei wählt, weil die dafür gesorgt hat, dass es ihm gut geht.
……

warum wählen die Menschen

Ich schätze mal, dass mindestens 50% aller Wähler in diese Gründe eingeordnet werden können.

Am Ehesten kann ich noch den letzten Grund nachvollziehen. Wobei ich da auch schon so meine Probleme habe.

Viele Wähler beschäftigen sich überhaupt nicht damit, wofür die zu Wählenden stehen, was diese erreichen wollen. Wohl einfach deswegen, weil es ihnen zu mühsam erscheint. Und genau das ist das Problem. Deshalb versuchen die Parteien „den Bauch“ der Menschen anzusprechen. DAS ist am erfolgversprechendsten.

Egal ob die jeweilige Partei für weniger Steuern ist, für mehr Sicherheit oder gegen Flüchtlinge. Es geht immer um ein Gefühl, das dahinter steht.

Eine Umfrage, was genau im Programm der Partei steht, die man gewählt hat, wäre wohl eher niederschmetternd.

Und so bleibt die Frage, ob zum einen der Wähler seiner Verantwortung gerecht wird und zum anderen die Parteien ihrer Aufgabe.

Aber ich gebe zu, bis vor nicht allzulanger Zeit befand ich mich auch bei o.g. 50%.
Diesmal allerdings habe ich zumindest das Wahlprogramm der Partei gelesen, die per Briefwahl meine Stimme erhielt. Mit sehr Vielem von dem, was dort stand, konnte ich mich identifizieren.
Ist doch schon mal ein Fortschritt.

Warum wählen die Menschen also, so wie sie wählen …. nun, ev. wird die Antwort auf diese Frage irgendwann mal sein …. „weil sie vom Programm der Partei überzeugt sind“.
Na ja, irgendwann einmal werden die Menschen auch das Auto stehen lassen.

Aber dann ist es längstens zu spät.

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Was haben Parteien und Lemminge gemein?

Diese Frage, Lemminge betreffend, stellte sich mir gestern relativ unvermittelt.

So geschehen, als „Scobel“ auf 3sat lief, jene Sendung, die mitunter recht interessante Themen behandelt/diskutiert.

Gestern ging es um das Thema „framing“.

Wasndas? wird jetzt mancher sagen. Einfach gesagt, geht es um das durchaus menschliche Verhalten, jede Sache, mit der man sich beschäftigt, in einen Rahmen, einen Deutungsrahmen zu stellen. Dabei ist das Bild von einem Bilderrahmen gar nicht so verkehrt.

Jeder von uns betrachtet ein Thema nicht einfach total nüchtern und neutral, sondern rahmt es … umgibt es, interpretiert es mittels der Erfahrungen und Empfindungen, die für ihn damit verbunden sind.

So ist etwa das Wort „Steuern“ nicht einfach nur ein neutrales Wort, sondern für viele etwas Unangenehmes. Ev auch deswegen, weil sehr häufig als „SteuerLAST“ bezeichnet, wodurch framing auch eine sprachliche Dimension erhält (woran auch so manche Partei ihren Anteil hat). Denn wer wird eine Steuer nicht als etwas Negatives sehen, wenn von alters her als „Last“ bezeichnet. Ob es tatsächlich etwas Negatives ist, ist eine ganz andere Frage. Von Steuern werden ja zB auch Schulen gebaut.

Das Gleiche gilt für das Wort „Tempolimit“. Für so manche etwas Negatives, weil sie sich durch ein „Limit“ eingeengt fühlen. Jemand der einen nahen Angehörigen durch Verkehrstod auf der Autobahn verloren hat, wird dies sicher anders sehen.

Jedenfalls ging es bei Scobel dann gestern AUCH um die Parteien und ihren Wahlkampf. Auch da spielt framing eine große Rolle.

Und plötzlich stand der Satz im Raum, dass die Parteien, im Wahlkampf, gegenüber den Wählern nicht ihre unterschiedlichen Strategien, Vorhaben und Sichtweisen präsentieren, bewerben und zur Diskussion stellen, sondern DAS vortragen, auf Plakate schreiben und diskutieren, was die Menschen hören wollen.

Mit anderen Worten, so hieß es, würden die Menschen nicht mehr zu Lemmingen herangezogen, sondern die Parteien laufen den Lemmingen mittlerweile hinterher, versuchen sie einzuholen, und versuchen sich SO zu dem zu machen, was die Wähler wollen.

IST DAS SO?

Geht es nicht mehr um das Programm einer Partei, nicht mehr darum, welche Partei darin das Beste für eine Gesellschaft zu verwirklichen sucht?

Anders ausgedrückt: Die Parteien versuchen nur noch, möglichst Vielen nach dem Mund zu reden, um deren Stimmen einzukassieren?

Dies bedeutete letztlich dann AUCH, dass das alles so wird, wie WIR es wollen. WIR, die Wähler.

Denn die Parteien schauen darauf, was die Menschen so reden und wollen, und richten ihre Reden danach. Machen sich quasi lieb-kind.

Das führt, für mich, zu 2 Fragen ….

  1. Sind wir so dumm oder tun wir nur so? Anders gesagt: Merken wir nicht, dass wir verarscht werden bzw. lassen wir uns sogar bereitwilligst verarschen?
  2. Damit wäre umso mehr Fakt, dass alles das, was passiert auf unser aller Mist wächst. Jegliche Gesetze, jegliche Klimaveränderung, jegliche Handhabung von Problemen. Denn schließlich tun die Parteien genau DAS, was WIR wollen. Lügen wir uns also alle bereitwilligst in die Tasche, wenn wir behaupten, schuld wäre die Politik?

Das alles scheint so zu sein!
Denn wer würde widersprechen, wenn eine Partei das formuliert, was wir wollen, wenn es darum geht, mehr Geld in der Tasche zu haben? Was spielt es da schon für eine Rolle, wenn das Klima vor die Hunde geht, und woanders auf der Welt die Menschen sterben?
Und wenn ich mir die Wahlplakate so ansehe, dann geht es offenbar schon lange nicht mehr darum, irgendein eigenständiges Programm zu verkünden (sehr häufig jedenfalls). (Fast) überall steht nur noch das drauf, was die Menschen wollen.

Das etwas draufsteht, was notwendig ist, etwas wofür eine Partei mit Alleinstellungsmerkmal steht, und wofür sie ganz entschieden wirbt, das habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen.

Wäre das alles so, wogegen sich dann doch etwas in mir sträubt, dann könnte man nur sagen:
Armes Deutschland und arme Demokratie.

Ich hoffe inständig, dass eine Partei demnächst aufstehen wird, und versucht, den Menschen klar zu machen, wohin wir abdriften. Und es gäbe viele Bereiche, in denen wir driften. Und mit einer solchen Partei meine ich keine am äußeren Rand, die, radikaler, auch nur genau das macht, was ich oben beschrieb.

Denn es kommt in Bälde die Zeit, die keine Lemminge braucht, keine Parteien die diesen hinterherlaufen und auch keine Radikalitäten. Die dann kommende Zeit braucht einzig und allein Lösungen. Und diese Lösungen werden unangenehm sein, brauchen aber jemand, der dafür steht.

Bleibt nur zu hoffen, dass ein solcher „Jemand“ verantwortungsvoll mit dieser Aufgabe umgeht. Was ansonsten sein kann, hat uns die Geschichte gezeigt.

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

HERZLICH WILLKOMMEN !!!

Hier geht’s um die Frage: Was macht im Leben Freude – und was nicht?

Also: Fühlt euch wohl, lest und schreibt ?

Und ich würde mich sehr darüber freuen, wenn euch ein Inhalt nicht nur gefällt, sondern ihr dann, in eurem eigenen Blog, auch einen Link auf meine Seite setzt. So lerne ich, was euch interessiert.

Foul ist, wenn der Schiedsrichter pfeift

Der Spruch „Foul ist, wenn der Schiedsrichter pfeift“, ist sicherlich jedem geläufig.

Nicht etwa deswegen, weil jetzt jeder Fußball-Fan wäre. Nein, aber er gilt in vielen Sportbereichen, und wurde so zu einem geflügelten Wort.

Jüngst aber scheint er, im Fußball zumindest, in Vergessenheit geraten zu sein.

Seit dieser Saison gibt es nämlich den Video-Schiedsrichter. Der schaltet sich ein, wenn eine offensichtliche Fehlentscheidung des Platzschiedsrichters vorliegt, oder er von Letzterem „angerufen“ wird.

Dieser Videoschiedsrichter hat ständig sämtliche Kamera-Perspektiven zur Verfügung, und kann so in strittigen Situationen helfen. Etwas, das es in anderen Sportarten schon lange gibt. Man denke an American-Football oder an Rugby. Oder etwa an Tennis (dort ist es eine autom. Linienkontrolle).

Nun sollte man meinen, dass mit diesem Videoschiedsrichter endlich Ruhe in die all-wöchentliche Diskussion eingetreten ist, welche eklatanten Fehlentscheidungen der Platzschiedsrichter wieder einmal getroffen hätte.

Doch weit gefehlt …. es wird eifrig auf dem „Videobeweis“ herumgehackt. Sei es wegen angeblicher Fehlinterpretation, sei es wegen Nichtanruf des Videoschiedsrichters.

Selbstverständlich ist es dabei so, dass immer alles durch die eigene Brille betrachtet wird. Und schuld sind natürlich immer die anderen.

Vergessen wird dabei jedoch (schon immer), dass es darum geht, zwischen allen vereinbarte Regeln anzuwenden. Anzuwenden, durch Menschen. Dass dabei immer mal wieder Fehler unterlaufen (wohl gemerkt, unabsichtliche Fehler), liegt in der Natur der Sache. Jedoch versucht man mit dem Videobeweis die Fehlerhäufigkeit so weit als möglich zu reduzieren. Eine Restfehlerquote, mit welchen Mitteln auch immer erzielt und wie gering auch immer, wird bleiben.

Was diejenigen vergessen, die sich da echauffieren, ist, dass es noch nie darum ging, fehlerlose und perfekte Entscheidungen zu erreichen. Dort wo Menschen beurteilen, wird es immer Fehler geben. Und deshalb wird es immer darum gehen, dass Fehler zwar möglichst vermieden werden, aber zwangsläufig eben doch vorkommen.

Der „Unparteiische“ (JA, der heißt so), wendet ein von allen vereinbartes Regelwerk an, damit es fair zugeht, und niemand sich einen ungerechtfertigten Vorteil verschafft.

Foul ist, wenn der Schiedsrichter pfeift

Es liegt in der Natur der Sache, dass DAS, was der Unparteiische entscheidet, schlicht und ergreifend gilt. Es muss nämlich einen geben, der bestimmt, was in einer Situation aus dem Regelwerk folgt. Im Sport muss das, in aller Regel, sofort entschieden werden, bzw. zumindest innerhalb sehr kurzer Zeit.

Und deswegen ist „Foul“ nicht dann, wenn ein Spieler dies meint oder ein Zuschauer oder die Kamera, sondern „Foul ist, wenn der Schiedsrichter pfeift“. Es liegt ebenso in der Natur der Sache, dass er, weil Mensch, auch mal daneben liegen kann. Egal ob mit oder ohne Videoschiedsrichter.

Es wär schon viel gewonnen, wenn diejenigen, die auf den zur Verfügung stehenden Mitteln rumhacken, einfach die Klappe halten, und das akzeptieren, was vereinbart ist, nämlich die Regeln. Und in denen steht auch, dass DAS gilt, was der Schiri entscheidet. Dort steht NICHT, dass das in jedem Fall zu 100% objektiv korrekt ist. Es wird zwar versucht, das möglichst nahe zu erreichen, ohne das es aber je erreichbar sein wird.

Dh., was man im Sport zu erreichen versucht, ist das Optimum dessen, was erreichbar ist, wenn es um Gerechtigkeit geht.

100% davon kann und wird es nie geben.

Ich gehe noch weiter ….
DAS, was man im Sport versucht (Fairness), ist Musterfall bzw. ein Testlauf dessen, um was es auch im „wirklichen“ Leben geht.

Auch DA gibt es ein Regelwerk (nennt sich „Gesetz“), zwischen allen vereinbart und an das sich alle zu halten haben. Ist das nicht der Fall, so greift ein Schiedsrichter ein (nenn sich „Richter“).
Nirgendwo steht, dass Letzterer immer zu 100% objektiv recht hat. Jedoch es wird, durch allerlei Maßnahmen, versucht, dieses Optimum möglichst zu erreichen.

Der Unterschied zwischen Sport und wirklichem Leben:
Eine Fehlentscheidung im Sport, damit kann jeder leben (auch wenn es manchmal nicht den Anschein hat). Eine Fehlentscheidung eines Richters, zumal wenn unkorrigiert, kann erhebliche persönliche Auswirkungen haben.

Aus diesem Grund, würde ich mir manchmal wünschen, dass das Gesetz nicht nur sich selbst kennt, sondern auch andere Dinge berücksichtigt, sprich den Einzelfall, persönliche Lebenssituationen, und dergleichen mehr. Wobei ich nicht beurteilen kann, in welchem Maße dies die Schiedsrichter des wirklichen Lebens, ohnehin tun. Aber das ist jetzt ein anderes Thema.

Ich denke da zB. an den Fußballschiedsrichter, der, mit zusätzlichen Informationen versorgt, seine Entscheidung revidiert, weil offensichtlich der Situation nicht gerecht werdend.

An einer Stelle übertrage ich auch in die andere Richtung:
Wenn ein Richter ein Urteil spricht, so hat das (zunächst) bestand. Die Verhandlung ist dann geschlossen, Diskussion ausgeschlossen).
Etwas Ähnliches fehlt mir im Sport, insbesondere im Fußball …

Im Rugby gibt es die Regel, dass NUR der Mannschaftskapitän mit dem Schiedsrichter sprechen darf. Niemand sonst.

Ev. gibt es eine entsprechende Regel auch im American-Football. Vll geht die sogar noch weiter (ich kann es allerdings nicht mit Bestimmheit sagen, weil ich das dortige Regelwerk nur peripher kenne). Jedenfalls sehe ich dort nie eine Diskussion mit Schiedsrichtern (allenfalls eine zwischen Trainer und Nebenschiedsrichter).

Im Fußball wäre viel erreicht, wenn es dort auch so eine Regel gäbe. Nur EINE Person spricht mit dem Schiri …. und jegliche Rudelbildung um den Schiri herum wäre Vergangenheit. Warum die Fußball-Regelhüter derlei noch nicht verankert haben, ist mir ein Rätsel.

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

In was für einer Welt leben wir?

In was für einer Welt leben wir?

  • Ein US-Präsident teilt vor der UN gegen alle aus und spricht für starke Staaten und „America first“, sowie die komplete Zerstörung eines anderen Landes. Und das vor einem Gremium, gegründet, um das Zusammenwirken zum Wohle aller zu erreichen.
  • Ein Machthaber spielt mit seinen Atomraketen.
  • Die Industrienationen zerstören weltweit die Umwelt und das Klima. Ein Jeder weiß darum, und niemand tut etwas.
  • In Deutschland stehen die Wahlen an, und die WIRKLICHEN Zukunftsfragen spielen im Wahlkampf nahezu keine Rolle.
  • Die Bevölkerungszahlen weltweit nehmen immer mehr zu, und niemand tut etwas dagegen.
  • In der UN unterzeichen viele Staaten ein Abkommen für den Verzicht auf Atomwaffen. Die Atommächte verweigern sich dem, und sprechen davon, dass dies den Frieden gefährde (welchen Frieden?). Widersinniger geht es kaum.
  • Deutschland exportiert Unmengen an Waffen, und damit den Tod.
  • Dutzende Religionen stehen gegeneinander. Manche bis an die Zähne bewaffnet. Schizophrener geht es kaum, wenn man berücksichtigt, dass alle diese Religion mit allergrößter Wahrscheinlichkeit gegenstandslos sind.
  • Ein Papst verteufelt die Geburtenkontrolle.
  • Ein Selbstmordattentäter sprengt sich in die Luft, um in’s Paradies zu gelangen.
  • Jeder Autofahrer zerstört kleinstückchenweise die Natur.
  • In der 3. Welt wird billigst auf Palmölplantagen produziert, Land und Böden zerstört, und den Menschen dort die Lebensgrundlage genommen, damit wir hier billige Nahrungsmittel und günstigen Sprit zur Verfügung haben
  • ………

Diese Liste ließe sich beliebig verlängern.

In was für einer Welt leben wir?

Antwort: In DER Welt, die wir alle, jeder Einzelne von uns, gemacht haben. Denn all jenes, was ich aufgezählt habe, kommt nicht aus dem NICHTS. JEDER von uns, sorgt durch sein Handeln/Nichthandeln dafür, dass es so ist, wie es ist.

…. und plötzlich ist Wahl

Heute wurde mir urplötzlich bewusst, dass am Sonntag schon Wahltag ist; frei nach dem Motto „plötzlich ist Wahl“.

Nicht dass das jetzt großartige Bedeutung für mich hätte, denn meine Briefwahlunterlagen sind schon wieder beim Wahlamt.

Aber irgendwie fehlt mir das endspurtartige des Wahlkampfes.

Also noch 4 Tage bis dahin, und plötzlich ist Wahl.

Andererseits bin ich aber dann auch froh, wenn diese ganzen Wahlplakate wieder verschwinden. „Plötzlich ist Wahl“ hat, an DIESER Stelle zumindet, einen Vorteil.

Wobei mir vorhin so durch den Kopf ging, wie denn der Wahlkampf oder ev. sogar die Politik der einzelnen Parteien/Kandidaten zu beurteilen ist, wenn man nach den Wahlplaketen geht.

Ich versuche das mal, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Passgenauigkeit:

FDP – Wahlkampf mit EINEM Gesicht und Slogans, die versuchen, besonders geistreich zu sein bzw. nach dem Mund zu reden (zB „Wirtschaftspolitik wieder verfügbar“ oder „Digital first, Bedenken second“). Slogans, die teilweise echt bedenklich sind.

Union (= CSU, hier in Bayern) – die bekannten Gesichter, also Seehofer und Konsorten. Spruchstrategie a la „Klar für Bayern“, „Klar für Stabilität“ etc etc. Ich fragte mich, wenn ich das las, fortwährend „was wollen mir diese Sprüche sagen“.
Und da waren da noch die Plakate mit „Soli abschaffen“ und „Kindergeld rauf“. Da fragte ich mich immer …. „Jungs und Mädels, WAS bitteschön habt ihr die letzten 15 Jahre gemacht – Däumchen gedreht und dumm geschaut?“

SPD – so recht ist denen nix eingefallen. Alles wie gehabt. Nix Neues. Man las von „Gerechtigkeit, Rente, Fördern“ etc etc. Irgendwie alles altbacken (sicherlich wichtig, aber eben altbacken). Frischer Wind is was anderes!

Grüne – die hab ich erst die letzten 2 Wochen wahrgenommen. Vorher irgendwie NULL. Ev ja Absicht. Aber die Sätze auf den Plakaten die stimmten zumindest. „Gesundes Essen kommt nicht aus einer kranken Natur“ oder „Von weniger Europa hat keiner mehr“. Ich hoffe, dass die Grünen genügend stimmen bekommen, damit diese Themen genügend Rückhalt erlangen.

Freie Wähler – die laufen irgendwie unter dem Radar. Sie sind zwar nahe am Bürger, und schreiben auch (hier bei mir) „Mehr Hof und Wunsiedel in Berlin“, und Vieles von dem, was die freien Wähler vertreten, bräuchten wir künftig, aber irgendwie schaffen die nicht den Sprung über die kommunale Ebene hinaus. Was viele nicht wissen: Auf kommunaler Ebene sind die die Nr. 3 in D.

AfD – Wahlsprüche, die die niederen Instinkte ansprechen. Gleichzeitig von der Logik verlassen. Wessen Politik sich auf Flüchtlinge und Vorurteile beschränkt und darauf, was die mit uns machen, und dass sie uns überrennen, der ist weit weit von der Realität entfernt. Wobei man froh sein muss, dass wir aktuell nicht jene „Hochzeit“ der Flüchtlingskrise haben, wie noch vor 2 Jahren. Denn dann würden die sicherlich noch ein ganz anderes Ergebnis einfahren, als die 10%, die jetzt angekündigt sind. Vll dann eher das Doppelte.
Aber DAS läge dann ausschließlich an den dummen Wählern.

Alle anderen Parteien – hier und da habe ich auch mal ein Plakat von den Kleinstparteien gesehen, die AUCH antreten. Aber was DA draufstand, das war meist derart nichtssagend und daneben, dass ich oft nie wußte, wofür die überhaupt stehen. Heute zB da sah ich ein Plakat, da hat einer (man hatte den Eindruck, mangels Bärtchens) eine Grimasse geschnitten. Ich bin zwar der Meinung, wer nicht zur Wahl geht, hat keinerlei Recht, sich auch nur über IRENDWAS zu beschweren, aber wer eine SOLCHE Partei wählt, der könnte auch gleich zuhause bleiben. Oder er ist Spaßwähler, und hat nicht begriffen, worum es geht, wenn der Souverän bestimmt, wer künftig die Politik bestimmt. Denn eines ist klar – welche Politik gemacht wird, das bestimmt der Wähler, UND NIEMAND SONST.

Alles meine ganz persönliche Meinung, mit der niemand übereinstimmen muss. Aber wie ich heute schon mal hier schrieb: Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden.

„Plötzlich ist Wahl“ hat dann sicherlich auch insoweit etwas Positives, weil die Parteien tendenziell das Ergebnis Ihrer Politik serviert bekommen. Denn wenn eine Partei plötzlich nur noch halb so viele Stimmen hat, oder jedenfalls wesentlich weniger, und andere dafür wesentlich mehr, DANN hat das der Wähler SO entschieden.
Und Demokratie ist eben, das Ergebnis der Mehrheit zu akzeptieren, so wenig einem das auch immer gefallen mag.

Und beim nächsten Mal, hat dann die Partei, die dann nicht mehr dabei oder dran ist, die Möglichkeit, mit einer anderen Politik Wähler anzusprechen. Man mag davon halten, was man will, aber dass dies möglich ist, zeigt die FDP. Erst komplett weg, und dann mit erheblichen Gewinnen, wieder drin (man liest von 10%); auch wenn man mit ihren Inhalten nicht übereinstimmen mag.

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)