Christliche Nächstenliebe

Ich hab versucht, ein paar Dinge zu Geld zu machen, weil ich meiner Tochter ein etwas größeres Weihnachtsgeschenk machen will.

Meine finanzielle Situation lässt das eig nicht zu, und so habe ich diesen Weg gewählt, um mein Ziel ev. doch zu erreichen.

Also vor ein paar Tage flugs ein paar Sachen bei ibä ins Netz gestellt. Und dann meldete sich jemand, der wollte das haben. Hat es dann auch genommen, und vorher was wegen der Versandkosten verhandelt.

Ich bat ihn dann darum, doch die realen (nicht überhöhten) Versandkosten zu akzeptieren, und erläuterte ihm, wofür ich das Geld benötige.

Und dann kam etwas, das hätte ich nicht erwartet.

Der Mensch meinte nämlich, sowas ginge ihm immer zu Herzen, und deshalb würde er nicht nur die gewünschten Versandkosten zahlen, sondern noch 5€ oben drauf legen.
Das wäre ihm ein Anliegen, da er sehr christlich geprägt sei, und im Sinne der Nächstenliebe, so etwas gerne machen würde.

Und genau DAS hat er dann auch gemacht.

Ich dachte mir noch, dass es doch in der heutigen Zeit immer noch Menschen gibt, die erstmal an andere denken.

Und kaum hatte ich derlei mir überlegt, kam noch eine Nachricht von ihm, dass es in der heutigen Gesellschaft nicht mehr so einfach sei, derlei zu tun, v.a. auch deswegen, weil man sich nicht mehr darauf verlassen könne, dass sich alles auch wirklich so verhalte, wie es geschildert wird.

Er wünschte mir noch frohe Weihnachten.

… und ich ihm ebenso.

Es grüßt,
das Smamap

3 Gedanken zu „Christliche Nächstenliebe#8220;

  1. am montag wurde ich augenzeugin einer schlägerei.
    anschließend bin ich mit dem opfer, einem mann aus afghanistan, ins krankenhaus zur untersuchung gefahren.

    ja, es gibt noch menschen mit herz, wie du schon schreibst, man sollte ehrlich bleiben.

  2. Inzwischen ist es so selten geworden, dass heute Freundlichkeit mit a) Flirten oder b) einer geplanten Straftat in Verbindung gebracht wird. So weit sind wir schon.
    Doch immer wieder geschehen solche Wunder.

    Du triffst heute total meinen Nerv, mein Lieber. Ich erzähle Dir warum. Mein Mann und ich sind sehr sozial eingestellt. Wenn wir merken, da ist ein Mensch, der es schwer hat, spüren aber, dass genau dieser eine Seele von Mensch ist, dann wollen wir helfen.
    Seit Jahren hatte ich mich damit etwas zurückgehalten, da ich schon die letzten Male, als ich half, ausgenutzt wurde.

    Irgendwann jedoch kommt es wieder durch. Entweder man ist so oder nicht.
    Also halfen wir wieder einem 15-jährigen Jungen – Förderschule, zwei kleine Geschwister. In Absprache mit den Eltern baute mein Mann mit ihm in DD einen Schuhschrank, den er bis April 2016 fertig haben soll. Dafür fuhr er mehrmals hin und her und opferte auch jedes Mal einen Tag seiner Freizeit und unserer Familienzeit. Über so etwas haben wir nie geredet – warum auch? Wir haben doch noch ZEIT genug. Der Junge spricht kaum, ist total schüchtern.

    Manchmal war er dann bei uns oben und zockte mit meinem Sohn. Er ist bei uns immer willkommen und da wir eine sehr alberne Familie sind, wird bei uns viel gelacht. Jedenfalls taute er immer mehr auf. Beim letzten Mal jedoch kam er schon weinend zu uns. Seine kleinen Geschwister, auf die er sehr häufig aufpassen muss, nerven ihn, sagte er, nachdem mein Kurzer ihn gefühlte hundert Mal nach dem Grund seiner Tränen fragte.

    Vor einigen Tagen erfuhr ich von dem jüngsten Geschwisterkind (Kinder plaudern ja alles aus), dass der Junge nicht mehr zu uns darf.
    Ich sprach die Mutter an. Als Grund wurde genannt: Er käme immer aggressiv von uns ….
    Daraufhin sagte ich nur: Das kommt auf keinen Fall von uns. Leider vergaß ich in diesem Moment der Entrüstung, dass er ja schon weinte, als er zu uns kam.

    Gestern erfuhr ich, mein Sohn dürfe nicht mehr zu deren Garagen. Zur Erklärung: Momentan wohne ich in einem sanierten Plattenbau alá DDR-Stil, zumindest die Garagen stammen noch aus dieser Zeit. Diese werden von den meist arbeitslosen Bewohnern zum Feiern, Trinken und sogar Kaffeerunden genutzt. Mein Sohn spielt, wenn er sich überhaupt in deren Nähe aufhält, hin und wieder mit den Kindern dieser Familie.

    Wir bemerken schon eine Weile, dass diese Familie mit ihrer hier wohnenden Großfamilie uns alle komisch ansehen und ich komme gar nicht mehr klar.
    Wenn ich ehrlich bin: Ich habe gestern geweint und eröffnete meinem Mann, dass ich mich jegliche Hilfsbereitschaft für DEUTSCHE Familien einstelle, so leid mir die Kinder tun.
    Ich werde Flüchtlingskindern helfen, die sich darüber freuen – nicht Menschen, die jegliche Verantwortung für ihr eigenes Leben anderen Menschen zuschieben wollen und zur Selbstreflektion nicht im geringsten imstande sind.

    Sorry, das musste heute mal raus und passte so zu Deinem Thema.
    DANKE fürs Zuhören.

Freu mich echt über jede Nachricht !!!