Costa Rica – macht hoffentlich Schule

War ein sehr interessanter Bericht heute in 3sat.

Costa Rica, und welche Projekte es dort gibt, die versuchen, dem entgegenzuwirken, was die multinationalen Konzerne weltweit treiben.

War schon klasse, was da teilweise gezeigt wurde. Nicht so sehr aus Opposition gegen die Konzerne (die muss es schließlich auch geben; fragt sich nur zu welchen Bedingungen das sein darf), sondern v.a. wegen der Menschen dort, die versuchen ihr Auskommen zu haben, ohne sich den Konzernen auszuliefern.

Wie ich zufällig auf 3sat schaltete, da wurde grade das Gegenbeispiel gezeigt, nämlich wie Ananas Plantagen im großen Stil, also von den Konzernen, betrieben werden. Monokulturen unter Einsatz von massenhafter Chemie und nach der Ernte werden dann die Pflanzenreste, wieder mit Chemie, zum Absterben gebracht, damit es dann möglichst einfach untergepflügt werden kann. Und all die Chemie landet dann z.T. im Grundwasser und in den Städten. All das dafür, damit wir hier in Europa günstig Ananas einkaufen können.

Kleine Kooperativen versuchen andere Wege zu gehen. Teilweise durch andere Anbaumethoden (z.B. bei Bananen) oder durch andere Anbauprodukte (im Fall von Ananas). Und wieder andere verschreiben sich dem Urwald, unter Miteinbeziehung des Tourismus und der örtlichen Schulen, aus denen dann Park-Ranger erwachsen.

Mir ist dabei eingefallen, dass ich seit etwa einem halben Jahr versuche, kein Obst mehr zu kaufen, das durch die halbe Welt gereist ist. So habe ich Ananas von meinem Einkaufszettel gestrichen (kam aus Costa Rica). Ebenso Mango (kam aus Brasilien) oder Pomelo (kam aus China). Ich achte bewusster darauf, woher die Dinge kommen. Nach Möglichkeit beschränke ich mich auf Produkte aus D oder zumindest der EU.
Da bietet sich auch der örtliche Wochenmarkt an. Im Winter wird es da zwar etwas eng, was die Vielfalt angeht, aber Äpfel sind da allemal.

Und so muss ich nicht jene Konzerne unterstützen, die Weltwelt den Bauern das Land und die Nahrungsgrundlage wegnehmen (letztere landet z.T. in unseren Benzintanks).

Es gelingt nicht immer perfekt, denn meinen Orangen kann ich nicht widerstehen. Und so 3-4 Kiwi im Monat gönne ich mir auch.
Aber ansonsten, denke ich, hab ich das ganz gut hin bekommen, mich auf Obst und Gemüse aus der erweiterten Region zu beschränken.

Und wenn andere das ebenso sehen, z.b. indem ich darüber rede und schreibe, dann könnte es sogar sein, dass in Costa Rica die Konzerne nicht mehr ganz so viele Hektar ruinieren und Grundwasser verunreinigen, mit Ananas-Anbau.

Ich gehöre jetzt sicher nicht zu den Menschen, die das Ganze extrem betreiben, denn ich bin auch ein klein wenig egoistisch, und gönne mir das ein oder andere. Aber im Endeffekt gilt: Die Menge macht’s; sowohl bei mir persönlich, wie auch weltweit.

Es grüßt,
das Smamap

4 Gedanken zu „Costa Rica – macht hoffentlich Schule#8220;

  1. Es sind nicht nur Ananasplantagen. Ganze Urwälder werden abgeholzt, um Palmen für Palmöl anzupflanzen. Und was das Schlimme an der Sache ist: selbst in Bioprodukten z.B. Nussnougatcreme, ist Palmöl enthalten. Da kauft man Bio und tut der Umwelt trotzdem nichts Gutes. Ich überlege ernsthaft, den Produzenten mal einen Brief zu schreiben und ihnen meine Meinung dazu mitzuteilen. Wenn das mehr Menschen tun würden, könnten wir auch schon einiges erreichen.

  2. Mal schauen, ob es das noch in der Mediathek gibt, hört sich interessant an.

    Und es passt zu einem Bericht, den ich mal gelesen habe, wo es darum ging, dass Obst und Gemüse, was in einer Region wächst, den Menschen, die dort leben, alles an Nährstoffen liefert, das sie brauchen. Und dass Obst und Gemüse aus anderen Regionen einem nicht wirklich was bringen, außer dass es mal ein anderer und auch ein guter Geschmack ist.

    dass wir mit unserem Konsumverhalten schon dazu beitragen, Menschen in anderen Ländern zu schädigen, das ist wohl für jeden unbestritten, denke ich.

Freu mich echt über jede Nachricht !!!