Das Ende des Usenet

Manche mögen sich fragen ….. WAS bitte ist das, ein „Usenet“.

Vereinfacht ausgedrückt: So was Ähnliches wie ein „schwarzes Brett“.

Allerdings kommt das Ding aus den Anfängen des Internets. UND – es existiert immer noch.

Im Grunde genommen funktioniert es so ähnlich wie eMails: Man schreibt eine Nachricht, und erhält womöglich Antwort darauf.
Weil es so ähnlich ist, wird es, in aller Regel, über das normale eMail-Programm abgewickelt.

So wie es irgendwo einen Server gibt, über den die eMails abgewickelt werden, die man dann in seinem eMail-Programm lesen kann, so gibt es auch sog. Newsserver, über die eben die Nachrichten des Usenets abgewickelt werden.

Der Haupt-Unterschied zwischen eMail und News, ist der, dass die eMail an eine bestimmte Person geht. Die News-Nachricht geht an ALLE, und kann auf dem News-Server von Jedermann gelesen werden. So, wie am schwarzen Brett eben.
Wobei das Ganze in sog. „Newsgroups“ unterteilt ist, damit man damit überhaupt umgehen kann. Es gibt also eine Gruppe z.b. für Hardware, eine für Browser usw usf., damit man überhaupt was finden kann.

Das alles ist sehr vereinfacht beschrieben.

Das Usenet hat allerdings 2 gravierende Probleme:
Zum einen ist es sehr spartanisch aufgebaut (weshalb auch mal jemand auf die Idee kam, was Neues zu machen; er nannte das „Forum“ und löste es graphisch) und zum anderen ist es anonym.
V.a. Letzteres wurde immer mehr zum Totengräber dieser Newsgroups. Die Idee, darüber Diskussionen zu führen und/oder Hilfestellungen zu erhalten, war im Prinzip eine gute Idee. Allerdings erkannten immer mehr Leute mit „speziellen“ Absichten, die Möglichkeit, solche Newsgroups für ihre Zwecke zu mißbrauchen.
Und so geben sich dort heute Menschen die Klinke in die Hand, die nichts anderes im Sinn haben, als anderen zu sagen, was sie von ihnen halten oder Dinge zu publizieren, die mit dem Thema der Newsgroup aber so rein gar nichts zu tun haben.

So geschieht es immer häufiger, dass sich bestimmte Nutzer dort im Kreis drehen, sich gegenseitig beschimpfen, den Oberlehrer spielen oder aber mit Themen kommen (z.B. Politik), die etwa in einer Hardware-Gruppe nichts zu suchen haben.

Dies führt dazu, dass sich der Nutzerkreis immer mehr verkleinert, weil die Menschen sich verabschieden, die das Ganze seriös sahen und mit den Themen bestimmter Kreise nichts am Hut haben.

Die totale Anonymität öffnet derlei Tür und Tor.

Im Grunde genommen ist sowas wie das Twitter heutiger Tage, wo Shitstorms produziert werden, jeder jeden alles Mögliche heißen kann, und es völlig unerheblich ist, ob es was zur Sache beiträgt.

Das ist auch der Grund, warum ich mich nicht in Twitter aufhalte (mal ganz abgesehen davon, dass es mir zu unübersichtlich ist).

Im Grunde genommen ist es traurig, dass so ein einfaches und effektives Instrument, wie das Usenet, ein Instrument aus den Gründerzeiten des Internets, immer mehr verschwindet.
So, wie auch die eMail immer mehr verschwinden wird, wegen der Möglichkeiten, die heute ein WhatsApp bietet.

Aber das ist der Zug der Zeit. Andere Zeiten, andere Möglichkeiten.
Und wenn dann die Nutzer einer Sache selber mitschaufeln, dann ist die Sache umso schneller begraben.

Und so habe ich heute meine letzte Newsgroup abbestellt, da mich das Verhalten so Einiger dort doch ziemlich stört.

Kurz habe ich überlegt, ob auch einem WordPress ein solche Zukunft bevorstehen könnte. Doch ich glaube eher nicht. Denn ein Blogger gibt doch so einiges Persönliche auch preis, wodurch klar wird, wer denn da bloggt.
Fehlende Anonymität beschert also auch eine gewisse Seriosität. Zumindest bleibt das zu hoffen.

Es grüßt,
das Smamap

 

Freu mich echt über jede Nachricht !!!