Daten sammeln – leicht gemacht

Hatte heute einen Artikel gelesen, in dem die „Erfindung“ eines Start-Ups beschrieben wurde, mit der die Bewegungen von Kunden im Einkaufsmarkt anonym mitverfolgt werden.

Dazu erhält der Kunde einen Chip (gegen kleinen Einkaufsrabatt), der per Bluetooth an einen Empfänger im Markt, die Wege des Kunden überträgt, die dieser im Markt begeht.

Für den Markt hätte das den Vorteil, dass er Informationen darüber sammeln kann, welche Punkte die Kunden häufig frequentieren, und wo etwas geändert werden muss, damit die Kunden dort häufiger „aufkreuzen“.

Letztlich dient dies der Umsatzsteigerung.

Wer dabei mitmacht, tut dies anonym, denn es werden keine personenbezogenen Daten gesammelt.

Was einem in dem Zusammenhang einfallen kann, ist, dass die meisten von uns bereits so einen „Chip“ besitzen. Dieser nennt sich „Smartphone“. In dieser Ausführung hat so ein Standortbestimmer allerdings den Vorteil (für sog. Interessierte Kreise), dass über das GPS-Signal des Geräts nicht nur jederzeit klar ist, wo sich der Träger befindet, sondern auch, um wen es sich dabei handelt.

Wer jetzt denkt, das wären Ansätze zu Verschwörungs-Theorien, der sollte bedenken, dass wir auf unseren Smartphones zahlreiche Apps installiert haben, denen wir bei der Installation auch gleich den Zugriff auf die Standortdaten erlauben. Mit jeder Kontaktaufnahme übermittelt man dadurch auch unbewusst den eigenen Standort gleich mit (man denke nur mal an den Routenplaner/Navi/Google-Maps).

Was ich damit sagen möchte, ist, dass wir heutzutage verschiedensten Adressaten freiwillig mitteilen, wer wir sind, wo wir sind, was wir dort tun, und wie lange wir uns dort aufhalten (und mehr).
Wer wir sind, das sagen IMEI, Mobilfunkprovider und unsere Handy-Nummer aus.
Wo wir sind, darüber gibt das GPS-Signal Auskunft.
Was wir dort tun, darüber gibt Auskunft, welche Software/App wir dort benutzen (z.B. Bezahl-App, Bestell-App oder Terminplaner-App)
Wie lange wir uns dort aufhalten, darüber gibt wieder unser GPS-Signal Auskunft.
usw usf

Freilich braucht es dazu jemanden, der die verschiedenen Informationen miteinander verknüpft.

Ich behaupte, das geschieht laufend, von verschiedensten Diensten und an zahlreichen Stellen auf der Welt.

Ich möchte gar nicht wissen, wo und wie meine Daten überall verarbeitet werden.
Selbstverständlich alles im Rahmen der Gesetze (zumindest der Gesetze, die dort gelten, wo sich meine Daten grade befinden; dass die Daten verarbeitet werden dürfen, dem habe ich über die AGBs der App-Hersteller schließlich zugestimmt).

Man kann natürlich auch davon ausgehen, dass all das nicht geschieht, und jeder Datensammler nur das tut, was völlig neutral und schadlos ist.

Kann man ……

Meinereiner geht allerdings davon aus, dass die Handlungsspielräume der Datensammler eine gewisse Elastizität aufweisen, und Gleiches auch für das Rechtsbewußtsein gilt.
Das geht schon dort los, wo Daten das eigenen Land verlassen, und auf Server gelagert werden, die woanders enorm günstig betrieben werden können. Ach, und wenn die Daten schon mal dort sind, dann kann man sie ja auch dort gleich verarbeiten …. dieses ewige Hin- und Herschicken …….

Deshalb versuche ich meine Datenlieferungen an andere, möglichst gering zu halten. Das beginnt damit, dass mein GPS-Signal meistens ausgeschalten ist. Und es geht damit weiter, dass ich meine Online-Aktivitäten zumeist auf zuhause beschränke.
So ganz werde ich das Sammeln meiner Daten nicht vermeiden können. Zumal ich sicherlich nicht genügend Phantasie habe, mir vorzustellen, was aus der Verknüpfung meiner Daten, sonst noch für Rückschlüsse gezogen werden können.

Jedoch liegt es letztlich an jedem selbst, welche Daten er zur Verfügung stellt.
Etwas Mitdenken kann sicherlich nicht schaden.

Und eines sollte man nicht vergessen ….. vom größten Datensammler ist meist gar nicht die Rede. Und das sind unsere Behörden. Allenthalben ist zu lesen, dass die Daten verschiedener Behörden miteinander vernetzt werden.

Und so kommt es z.B. zustande, dass eine Behörde Unterlagen fordert, über bestimmte Zinserträge, und dahinter stehendes Vermögen, das nachweislich nicht besteht. Es stellt sich dann heraus, dass eine Bank, bei der man mal ein Konto hatte, vergessen hatte, das Konto bei Auflösung aus dem Pool herauszunehmen, der mit der Ex-Partnerin bestand. Und so wird dann ein Zinsertrag, den man gar nicht hat, einem selbst zugerechnet.

Dies soll nur mal verdeutlichen, was alles möglich ist. Sogar dann, wenn man seine Datenweitergaben auf das Notwendigste beschränkt.

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!