Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Heute war´s mal wieder soweit. Ich sah den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Ich musste nach Hof zum Facharzt. Gestern hatte ich händeringend die Busfahrpläne gewälzt, um eine möglichst elegante Verbindung zu erhaschen, um gegen 9 Uhr Richtung Praxis aufzuschlagen.
Aber leider war eine solche „elegante“ Verbindung nicht zu haben.

Das Einzige, was möglich gewesen wäre, mit dem Zug um 6:50 Uhr nach Hof, dort vom Hauptbahnhof per Bus zum Busbahnhof, und von dort dann, wieder per Bus, zur Haltestelle meiner Wahl. Wäre schon höchst elegant gewesen, weil besagte Haltestelle so geschätzte 5,50m vom Haupteingang des Ärztehauses entfernt gewesen wäre.

Hätte nur den kleinen Schönheitsfehler gehabt, dass ich ein schlappe Stunde VOR dem Termin dort angelangt wäre. Und wer die horrenden Wartezeiten im Wartezimmer kennt, die so ein Arztbesuch mit sich bringen kann, der wird tunlichst vermeiden wollen, schon VOR der Zeit dort zu sein. Hätte ich erst den nächsten Zug genommen, wäre ich erst NACH meinem Termin dort vorstellig geworden.

Wer weiß, welche enormen Vorlaufzeiten man hier auf dem Land in Kauf nehmen muss, für einen Facharzttermin, der wird sich den Gedanken, einen anderen Termin zu vereinbaren, ganz schnell aus dem Kopf schlagen. 4 Wochen Vorlauf für einen Termin, kann man schon als glücklichen Umstand bezeichnen. Normal wären sicherlich so 6-8 Wochen. 2-3 Monate sind nicht ausgeschlossen.

Also wird man versuchen den vereinbarten Termin auf alle Fälle wahrzunehmen.

Was ich heute auch getan habe. Indem ich mir nämlich von meiner Ex das Auto auslieh. Damit es nicht ganz so einfach sein würde, wollte ich früh morgens mit dem Rad zu ihr fahren, genauer gesagt zum Parkplatz vor der Firma, und von dort aus dann per Karre zum Doc.
Leider hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht, sprich Wetter, und so musste ich auf den Zug ausweichen, um Richtung Auto zu gelangen.

Und dann stand ich im Zug vor dem Fahrkartenautomaten, um, als braver Fahrgast, eine Fahrkarte zu erstehen. Man muss dazu wissen, dass in meiner Gegend die Bahn von der Agilis ersetzt ist, und die hat die Verpflichtung, Automaten in den Zügen zu haben, weil es hier nicht wenige Bahnhöfe gibt, die selber keinen mehr haben.

Also stand ich im Zug vor dem Automaten, der mich schierweg zur Verzweiflung trieb. Was auch immer ich machte, es wollte mir einfach nicht gelingen, den Startort auszuwählen. Mittels desselben, in Verbindung mit dem Zielort, hätte es mir gelingen sollen, dem Automaten zu erzählen, was für eine Fahrkarte ich wollte, und wieviel Geld der Automat demzufolge von mir wollte.

Nach dem 5. vergeblichen Versuch schimpfte ich schon lauthals mit dem Gerät. Die Zahl der seltsamen Blicke von dem einen oder anderen Fahrgast hielt sich Gottseidank in Grenzen, weil nicht viele Fahrgäste im Zug waren.

Ich weiß nicht wie, aber IRGENDWIE gelang es mir dann doch, der Fahrkarte habhaft zu werden. Wurde auch höchste Eisenbahn (im wahrsten Sinn des Wortes), weil ich ja nur eine Station zu fahren hatte. Das Ganze ging zeitlich doch relativ entspannt vor sich, weil ich mit meinen Versuchen schon zu Beginn der 5 Minuten anfing, in denen der Zug noch Pause hatte an meinem Startbahnhof.

Wie dann der Zugbegleiter kam, um meine Karte abzustempeln, da ließ ich dann doch eine Bemerkung vom Stapel, wegen des doofen Automaten, und so nahm mich dieser (der Schaffner, der heute ja Zugbegleiter heißt) kurzerhand in seine Fittiche, und zeigte mir, wie ich völlig unkompliziert dem Gerät eine Fahrkarte abluchsen konnte.

Ich muss wohl ziemlich irritiert und mit rotem Kopf dort gestanden sein, jedenfalls war ich dann heilfroh, dass die nächste Haltestelle unmittelbar vor den Zug fuhr, und ich aussteigen MUSSTE.
Warum dieses Gefühl????
Nun ja ….. das mit dem Fahrkartenlösen war tatsächlich absolut simpel. Ich hatte nur nicht umrissen, dass der schlaue Automat von sich aus wusste, an welchem Bahnhof er sich gerade befand. Und somit versuchte ich verzweifelt den Startbahnhof einzugeben, was natürlich nicht ging, weil der stand ja schon auf dem Bildschirm. Was ich stattdessen immer versuchte, einzugeben, sprich das Gerät von mir wissen wollte, war der Zielbahnhof. Somit versuchte ich also tatsächlich das Teil zu zwingen, ohne es zu merken, mich vom Bahnhof A zu Bahnhof A zu fahren.

Dem verweigerte sich der schlaue Computer natürlich. Tja, und meinereiner, der aus der EDV kommt, hat quasi die Kommunikation mit Seinesgleichen nicht geschafft.

Peinlich ³

Zu meiner Entschuldigung ließe sich ev. anmerken, dass der autom. eingeblendete Startbahnhof ziemlich klein auf dem Bildschirm stand, und ich, mangels Brille, dies noch kleiner wahrnahm, bzw. letztlich überhaupt nicht.

Was lernt Mann (hoffentlich) daraus?

2015-07-28 19.46.12
MITNEHMEN !!!!!!!!!

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!