Der Fluch des Crucible

Und wieder einmal hat er zugeschlagen !!!

Wer sich jetzt fragt „von was spricht der denn“, dem sei erläutert, dass für mich als ausgewiesenem Fan, seit gestern wieder eine eigene Jahreszeit angebrochen ist:
In Sheffield/England findet im Crucible-Theatre die alljährliche Snooker-Weltmeisterschaft statt, wie IN DIESEM BEITRAG schon beschrieben.

Und wieso „Fluch“?

Nun, es gibt das ungeschriebene Gesetz, dass niemals ein amtierender Weltmeister seinen Titel im nächsten Jahr unmittelbar verteidigt.

Der Name jener Austragungsstätte lädt natürlich geradezu dazu ein, solch eine Redensart zu schaffen.

Und auch diesmal wieder, 2016, kann der amtierende Weltmeister, Stuart Bingham, seinen Titel nicht verteidigen, denn er ist gestern ausgeschieden. Und wieder einmal in einem Match ohnegleichen.

Hin und her hat es gewogt, über einen Zeitraum von mehreren Stunden und letztlich hat sein Gegner, Ali „The Captain“ Carter, das Ganze mit 10:9 für sich entschieden.

(Stuart Bingham und Ali Carter)

Beides sind begnadete Spieler:
Stuart ist ein Ausbund an Beharrlichkeit, und Ali die Willenskraft in Person.

Nun mag man sich fragen, wie es denn sein kann, dass diese beiden Weltklassespieler im ersten Match auf einander treffen?

Es ist Tradition, dass der Weltmeister im ersten Match einer jeden WM diese eröffnet. Genauso, wie das im Fußball auch der Fall ist.

Und Ali musste sich dieses Jahr qualifizieren. Für einen Spieler seiner Klasse ist es normalerweise kein Problem unter den ersten 16 der Welt zu sein, also jenen, die automatisch für die WM qualifiziert sind.
Aber Ali hatte bis vor nicht langer Zeit wieder mal den Krebs niedergekämpft (daher vermutlich auch seine Willenskraft), und war deshalb in der Rangliste entsprechend weit nach hinten gefallen. Zwar hatte WorldSnooker seinen Platz eingefroren, aber schließlich kam es doch zum Tragen, dass er längere Zeit nicht gespielt hat, somit keine Preisgelder gewinnen konnte, und er deshalb auf Platz 31 abrutschte.
Somit musste er sich für die WM qualifizieren (über Qualifikations-Matches), was kein Problem war. Qualifikanten werden anschließend ihren Gegnern (in diesem Fall Stuart Bingham) zugelost. Und SO kam es zur gestrigen Paarung.

Es war eines jener Matches, die man so schnell nicht vergisst. Und gestern, das war etwa so, als würde Deutschland bei der Fußball-WM im Eröffnungsspiel, in einem an Spannung kaum zu überbietenden Spiel, im anschließenden Elfmeterschießen schließlich dann doch noch gewinnen, nachdem man als Zuschauer sämtliche Herzinfarkte gestorben ist.
Noch dazu in einer Begegnung, wo man nicht so recht weiß, wem die eigenen Sympathien denn nun eigentlich gehören. Wobei ich zugebe, dass ich doch eher zu Carter neigte, nachdem, was ihm in seinem Leben schon so widerfahren ist, und er überwinden musste.

Nun – den Meisten hier, wird das alles nicht so sehr viel sagen, weil sie vermutlich mit der Sportart nicht allzu viel anfangen können.

Und so hoffe ich, dass ich meine Begeisterung dafür, zumindest ansatzweise, rüber bringen konnte.

Allen ein schönes Wochenende. Es grüßt,
das Smamap

Ein Gedanke zu „Der Fluch des Crucible

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