Der langsame Wandel der AM

Heute hat eine Überschrift meinen Eindruck der letzten Wochen wiedergegeben.

Da hieß es: MERKELS ABSCHIED VON DER WILLKOMMENSKULTUR.

Nun, ich zollte AM jetzt eine ganze Zeit lang Respekt. Ich sollte ev. dazu sagen, dass ich die Politik dieser Frau und ihrer Partei nicht unterstützte, weil da einige grundsätzliche Sichtweisen deren Politik bestimmen, die ich nicht mittragen kann.

Allerdings bin ich einer, der nicht festgezimmert in Stein steht, und frei nach dem Motto „ich bin dafür, dass wir dagegen sind“, sich allem verschließt, weil es von einer bestimmten Seite kommt.
Nö, nö, ich schau mir die Dinge schon an, was mitunter dazu führt, dass mein Wahlverhalten doch unterschiedlich sein kann.

Und so gehört das Parteienspektrum, das gemeinhin als eher „rechts“ beschrieben wird, normalerweise nicht zum Empfänger meiner Stimme.

Allerdings als AM dieses „wir schaffen das“ erschuf, da war ich zwar zuerst skeptisch, ob es nicht wieder um Wahlmanöver ginge, doch die Realität war so, dass Menschen geholfen wurde, die Hilfe brauchten. Und sie stand fest zu diesem Ansinnen, was ich ihr hoch anrechnete.

Und so zollte ich, ihrem Ansinnen Respekt. Ich muss sie nicht mögen, aber ich kann das mögen, was sie tut, auch wenn ansonsten so Einiges nicht meiner Sicht entspricht.

In den letzten Wochen allerdings, gewann ich zunehmend den Eindruck, als würde sich ihr Motto ins Gegenteil verkehren. Zwar bestand sie nach außen darauf, dass es um die Flüchtlinge gehen muss, aber in der Realität wurde kleinschrittweise zurück gerudert.

Es wurden Wortglaubereinen inszeniert, um „Obergrenzen“. Es wurde Bestimmungen des Asylrechts verschärft. Es schien darum zu gehen, ihren zentralen Spruch aufrecht zu erhalten, um gleichzeitig Interpretationen einzuführen, was es natürlich NICHT gemeint haben würde.

Klugerweise hielt sie sich im Hintergrund, und ließ andere das verkünden, was es zu verkünden gab.

Und so bin ich heute doch der Ansicht, dass dieses „Wir schaffen das“, der Versuch war, die Gunst der Stunde zu nutzen, um sich in die Geschichte einzubringen. Und je weiter die Zeit voran schritt, umso mehr merkte sie (man beachte den Wortwitz), dass die Fakten über ihr zusammen zu schlagen drohten.

Hätte ihr Handeln dem Respekt entsprochen, den ich ihr phasenweise entgegen brachte, so hätte sie sich hinstellen müssen, um zu sagen, dass das, was da auf uns zukam, nicht zu schaffen ist.

Aber statt das zu tun, und dann auch nach menschlichen Alternativen zu suchen, was man tun kann, um das Leid der Menschen zu beseitigen, ist es heute so, dass mit der Türkei geschachert wird, um Menschen für Geld zu verkaufen (es tut mir leid, aber anders kann ich das nicht sehen), und insgeheim durchgeschnauft wird, weil die Länder der Balkanroute die Grenzen dicht gemacht haben.

Und so hat das Pendel, zumindest für mich, in die Gegenrichtung ausgeschlagen: Respekt ist dem Gefühl von Kalkül gewichen.
Mehr noch, für mich hat es sogar ein Stück weit Menschenverachtung an sich, Menschen, die dem Tod entronnen sind, dem politischen Kalkül zu unterwerfen.

Und so scheint es darauf hinaus zu laufen, dass Europa abgeschottet wird, die Menschen in Griechenland, Mazedonien, der Türkei, Syrien und wo auch immer, ihrem Schicksal überlassen werden, Geldströme fließen, um die Probleme anderswo zu halten, und allenfalls versucht wird, die Lebensbedingungen anderswo von der Ebene „tödlich“, auf die Ebene „menschenunwürdig“ zu heben.

Hauptsache man gewinnt die nächsten Wahlen, und die Menschen können weiter den gewohnten Lebensstandard zelebrieren. Und Hauptsache die Exporte der Rüstungsindustrie bleiben hoch.

….. MEINE Meinung.

Freu mich echt über jede Nachricht !!!