Der Mensch und sein Glauben

Ein Beitrag zum Überlegen …………………..

Die Entwicklungsgeschichte des Menschen ist voll von Gottheiten, an die er glaubte.

Nur ein Beispiel dafür sind die Wikinger, die an einen Wolfsgott glaubten, der die Sonne auffrisst. Heute nennen wir so etwas „Sonnenfinsternis“.

Solcher Glauben ist nachvollziehbar und beliebig austauschbar. Was die Menschen nicht erklären konnten, verbrähmten sie mit Göttern. Solch ein Glauben gab ihnen Halt und Schutz.

In der Geschichte des Menschen gab es auch einen Glauben, der sich wie folgt entwickelte:
Da war ein Nomadenstamm, der im Lauf vieler Jahre und vieler Jahrzehnte stetig in dem Gebiet unterwegs war, das er auf seinen Wanderungen erreichen konnte. Dieser Stamm glaubte an einen Gott. Auf seinen Wanderungen mit seinen Herden hatte dieser Stamm reichlich Kontakt zu anderen Menschen, die so auch in Berührung mit seinem Glauben kamen. Und so verbreitete sich der Glauben des Stammes langsam aber stetig.

Abgesehen von ihrem beschränkten Wissen, waren die Menschen damals nicht dumm. Insbesondere auch nicht die Herrscher des Landes. Auch damals schon wussten die Mächtigen, was zu tun war, um ihre Herrschaft zu festigen oder auszubauen.

Und so beschloss der König des Landes, diesen Glauben, dem so einige seiner Untertanen angehörten, zur Landesreligion zu bestimmen. Und damit verbreitete sich der Glauben noch mehr.

Der Gott dieses Glaubens wurde von den Menschen verehrt, er manifestierte sich auch in solchen Dingen wie Naturereignisse und Katastrophen, die über das Land kamen. Es wurden Glaubensgrundsätze erklärt, wundersame Ereignisse machten die Runde, und wie immer in der Geschichte der Menschheit gab es Glaubensverkünder, die den Menschen den richtigen Weg wiesen.

Der Glauben selbst aber blieb, von oben verordnet, der Glauben im Herrschaftsbereich des Landeskönigs. Auch als er selbst nicht mehr war, und seine Nachfahren zu Herrschern aufstiegen.

Dergestalt gefördert fand dieser Glauben immer mehr Änhänger, auch über die Landesgrenzen hinaus. Und irgendwann, nach vielen Jahren, fing man an, die Dinge des Glaubens, und das, was sich über die Jahre hinweg ereignet hatte, aufzuschreiben.

Aus heutiger Sicht, sind viele Inhalte des Glaubensbuches nur schwer glaubhaft oder nur schwer nachvollziehbar. Es macht den Anschein, als hätte jemand einmal etwas erzählt, und dies wäre über viele Ohren weitergegeben worden. Das, was dann nach ebenso vielen Jahren am Ende herauskam und aufgeschrieben wurde, hatte sicherlich noch etwas mit dem zu tun, was ursprünglich gewesen war.

Und über die Jahrhunderte hinweg, fügte jeder maßgebliche Herrscher oder jeder Glaubensoberste Dinge zum Glauben hinzu, die es SO ursprünglich im Glauben gar nicht gab.

Und so entstand etwas, was wir heute Christentum nennen, mit einem Glaubensbuch namens Bibel als Hintergrund und einem König, der das einst „ins Rollen“ brachte, namens David.

Den Gott jenes Stammes nannten die damaligen Menschen „Jahwe“. Das was damals aufgeschrieben wurde, nannte man das Alte Testament, also das, was das Judentum als Glaubensgrundlage sieht. Die Christen fügten dem das neue Testament hinzu.

Und so entstand aus einem Stammesglauben, das, was heute eine weltumfassende Religion ist.

Es scheint, als wäre jener König David der Religionsgründer gewesen. Und wenn er einen anderen Glaube damals vorgefunden hätte, den er zum Landesglauben erhob, dann würden wir heute ev. einen ganz anderen Glauben haben.

Vieles von dem, was im alten Testament steht, unterscheidet sich scheinbar nur wenig von dem, was die Wikinger glaubten. Letztere huldigten einem Wolf, mit dem sie die Natur erklärten, spätere Menschen huldigten einem Gott „Jahwe“, der sich u.a. in Vulkanen und anderen Naturereignissen manifestierte.

Für beides gab es keinen Beweis, sondern lediglich einen Glauben, der zur wesentlichen Lebensgrundlage erhoben wurde. In späterer Zeit konnte der Mensch Ereignisse im Universum, erklären, und brauchte keinen Gott mehr für eine Sonnenfinsternis.

Auch der christliche Glauben erfuhr wesentliche Veränderungen. In früheren Zeiten war die Erde und der Mensch der Mittelpunkt allen Seins. Wie man dann erkannte dass die Natur dem nicht folgte, da kämpften die Gläubigen und allen voran, die Glaubenshüter, dagegen an, und mussten dies aber dann letztlich doch akzeptieren.
Der vorhandene Glaube hatte den Vorteil, dass er über viele Generationen hinweg derart in der Gesellschaft verwurzelt worden war, primär durch Förderung seitens der Herrscher, dass diesem Glauben letztlich nichts Wesentliches passierte.

Nach wie vor gibt es keinen Nachweis dafür, dass die Dinge sich so verhalten, wie es die Bibel beschreibt. Welche Verwurzelung dieser Glaube in den Gesellschaften hat, sieht man schon alleine daran, dass auch die Erkenntnisse der Wissenschaft, über die Entstehung des Lebens auf der Erde, und der offensichtliche Widerspruch zum dem, was uns die Bibel lehrt, keine Veränderung, zumindest keine wesentliche Veränderung, hervorbrachte.

Und so bestimmt auch heute noch ein Glaube unser Leben bzw. unsere Gesellschaft, in erheblichen Teilen, von dem wir nicht wissen, ob er zurecht besteht. Wir wissen nur, dass er immer schon da war, und von Alters her an uns weitergegeben wurde.

Es bleibt nur zu hoffen, dass nicht eines Tages die Wissenschaft einen Beleg dafür findet, dass es einen Gott „Jahwe“ gar nicht geben KANN, denn sonst würde dieses ganze Glaubensgebilde in sich zusammen fallen, mit allem was damit zusammen hängt.

Das würde natürlich ebenso für allen anderen Religionen gelten.
Bemerkenswert erscheint in dem Zusammenhang auch, dass „nur“ 33% der Weltbevölkerung dem Christentum angehören, und dennoch nimmt das Christentum für sich in Anspruch, dem einzig wahren Glauben zu folgen.
Wenn dies so offensichtlich wäre, dass dies zurecht angenommen würde, würde die genannte Zahl nicht seit 100 Jahren auf demselben Niveau verharren.

Dieser Beitrag geht aus von tatsächlichen geschichtlichen Begebenheiten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.
Er kann genau so wenig beweisen, was sich wirklich zugetragen hat, wie ein Glaube beweisen kann, ob er zurecht besteht.Er zeigt lediglich die Möglichkeit auf, dass wir seit Jahrtausenden zu unrecht einem Glauben unterliegen.
Das ist Eigenheit aller Religionen auf diesem Planeten, denn wenn ein Glaube einmal die Schwelle der Zeit überschritten hat, und es nicht mehr möglich ist, Abläufe wirklich nach zu vollziehen, weil sie mittlerweile unter den Jahrhunderten begraben wurden, dann hat es eine Religion ziemlich einfach, weiter zu bestehen. Den schließlich können sich all diese zahlreichen Generationen, die daran glaubten, nicht geirrt haben. Tatsächlich haben alle unsere Vorfahren aber sehr viel weniger gewusst, wie wir.
Dass ich heute dem Glauben angehöre (zumindest offiziell), dem ich angehöre, hat lediglich damit zu tun, wo ich geboren wurde. Wäre ich woanders geboren, wäre ich ev. ein Buddist, ein Moslem, ein Jude oder ganz was anderes.

Es grüßt,
das Smamap

4 Gedanken zu „Der Mensch und sein Glauben#8220;

  1. Deine Überlegungen sind logisch. Nur: vielleicht macht es doch einen Unterschied, ob man, sagen wir mal, an Christus glaubt oder an, sagen wir mal, Mohammed. Der Inhalt unterscheidet sich. Einmal geht es um eine Botschaft der Liebe, das andere Mal …. weiß nicht. der Unterwerfung der Frau?

    • Da hast du völlig recht, was diese Unterschiede angeht.
      Mir ging es allerdings eher um den generellen Wahrheitsgehalt versch. Glauben. Und da denke ich, dass der eine dem anderen in nichts nachsteht. Sie alle haben einen geschichtlichen Hintergrund auf dem sie entstanden sind, und der Wahrheitsgehalt ist, bei genauerer Betrachtung, gleich gering. Davon ausgehend, dass maximal EIN Glauben wahr sein kann, wurden demnach mindestens 70% der Weltbevölkerung über den Tisch gezogen. Und davon ausgehend, dass KEIN Glaube wirklich den Tatsachen entspricht, wurden fast 100% der Gläubigen über den Tisch gezogen.
      Und ALLEN Glaubensrichtungen hängt an, dass es KEINERLEI Beleg für ihn gibt.

Freu mich echt über jede Nachricht !!!