Der Urknall und die Folgen – eine Betrachtung

Beim Durchzappen stieß ich heute nochmal auf jene Doku, in der Stephen Hawking, eines der Physik-Genies unserer Zeit, zu erklären versucht, was die Wissenschaft heute über das Entstehen unseres Universums weiß.

Auf einen Punkt gebracht: Die Wissenschaft kann heute nachweisen, wie das vonstatten ging. Sie kann zum einen nachweisen, dass es keines Schöpfungsaktes bedurfte, um unser Universum entstehen zu lassen, und zum anderen, dass vor dem Urknall absolut nichts war. Nicht einmal die Zeit existierte. Ein VOR dem Urknall gab es somit nicht.

Daraus folgt, dass jegliche Religion, der die Menschen auf unserem Planeten nachleben, eine völlige Illusion ist.

Dass sich die Religionen einer solchen Ansicht widersetzen, und einen Stephen Hawking als Ketzer verurteilen (hatten wir das nicht schon mal?) ist völlig verständlich. Denn einen solchen Nachweis zu akzeptieren, hieße, die eigene Religion für abgeschafft zu erklären.

Wenn man das gedanklich weiterspinnt, so käme man dahinter, dass jegliche Religion ihre Anhänger Jahrhunderte hindurch belogen und betrogen hat, wobei man nicht einmal Absicht unterstellen könnte, weil der Wunsch des Menschen, Sicherheit zu erlangen, und Unerklärliches zu erklären, scheinbar übermächtig ist.

Mich hat von Jugend auf immer schon sehr gestört, dass es ein Dutzend Religionen auf unserem Planeten gibt, und jede Religion für sich in Anspruch nimmt, die einzig wahre zu sein. Was nichts anderes bedeuten würde, als dass alle anderen Religionen, außer der wirklich wahren, auf Lug und Trug aufgebaut sind.

Und so befindet sich also jeder Mensch in der Situation, entweder DAS zu glauben, was ihm ein Leben lang eingeübt wurde, oder von dem auszugehen, was die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten herausgefunden hat.

Ich für meinen Teil möchte lieber von dem ausgehen, was nachweisbar ist, und nicht von Behauptungen, die niemand belegen kann, und wegen derer sich die Völker der Welt die Köpfe einschlagen.
Um dann am Ende festzustellen, dass sie das völlig umsonst getan haben, weil dieses Leben nach dem Tod sich nicht einstellt, was dann ja aber niemand mehr mitbekommt.

Eines hätten wir dann aber auf jeden Fall geschafft: Nämlich das Leben auf diesem Planeten, das das Universum hervorgebracht hat, auszulöschen.

Bis dahin aber, glaube ich an das Leben (auch eine Art Glaube), und daran, dass es darum geht, mit meinen Mitmenschen zusammen ein Leben zu führen, das es auch den nachfolgenden Generationen ermöglicht, ein solches zu leben.
Das haben auch, soweit ich weiß, alle existierenden Religionen mit als Kern.

Der Unterschied: Ich brauche dazu keine Religion.

Es grüßt,
das Smamap

 

 

25 Gedanken zu „Der Urknall und die Folgen – eine Betrachtung#8220;

  1. So weit verständlich. Aber ich denke, der Glaube an Gott ist für viele Menschen etwas, woran sie sich festhalten können und das ihnen in schwierigen Zeiten Kraft gibt. Solange man deshalb niemanden umbringt oder sonstwie schadet, sollte man es auch niemandem nehmen.

  2. Dazu braucht man keine Religion, da hast du völlig Recht. ich bin auch eher ein mensch, der an das glaubt, was es wirklich gibt. Dementsprechend nicht an Gott, aber jeder soll seinen Glauben haben, egal was dieser ausdrückt.

  3. Die Wissenschaft ist die Wahrheit der Gegenwart und nicht viel mehr. Jede Epoche der Menschheit geht davon aus das ultimative Wissen zu besitzen und den Schlüssel der Wahrheit. Ich vermute das unsere Gehirne, auch von Steven Hawkings, einfach zu begrenzt sind um tatsächlich verstehen zu können was unser Universum zusammen hält. In 200 Jahren werden sich meine Ur-ur-ur Enkel lustig machen über unser Verständnis des Wissenschaft, genau so wie wir uns Lustig über das Verständnis unsere Vorfahren machen. Das schöne an Theorien ist, das einfach die momentan Glaubwürdigste und am besten mit unseren Naturgesetzen vereinbarste als Fakt genommen wird, solange bis jemand eine bessere Theorie aufstellt.
    Man sollte den Glaube an Gott, oder eines höheren Wesen, nicht aufgrund irgendwelcher Theorien in Frage stellen, die auch noch auf das Wissen von Generationen aufgebaut wird. Immerhin ist es auch verblüffend das jede Religion vom Kern sich gleicht, nämlich das es es Mächte gibt die wir nicht begreifen können, wir versuchen zwar alles in unser Verständnis zu quetschen, scheitern aber jedes mal kläglich an irgendwelche Ecken und Kanten oder an der Begrenztheit unsere Wahrnehmung. Wie das vermutliche Vorhandensein von dunkler Materie und dunkler Energie, sie muss da sein ist aber von uns nicht Wahrnehmbar.

      • Es ist die wahrscheinlichste Theorie, da sich das Universum ausdehnt und allen Anschein nach vor knapp 14 Milliarden Jahren an einen Punkt versammelt sein muss. Einen Tatsächlichen Beweis gibt es nicht nur Indizien wie der kosmischen Hintergrundstrahlung. Da der Urknall, wenn er wahr ist, ein einzigartiges Phänomen ist/war und es dementsprechend keine Vergleiche gibt.
        Um genau zu sein weiß man nicht einmal wie unsere Galaxie, also die Milchstraße, aussieht. Man kann sie ja nicht sehen, man kann nur Schlussfolgern das sie so aussehen muss wenn man andere Galaxien als Vergleich hernimmt.
        Lustig ist auch die Frage nach der Drehung des Alls, wenn die die ersten Beobachtungen stimmen, scheint das komplette All zu rotieren, aber um welchen Punkt? Bzw. welche Masse ist stark genug um eine Rotation des Universums zu bewerkstelligen.
        Jede Erkenntnis wirft mehr Fragen auf, aber halt alles Theorien. Sehr wahrscheinliche aber nur Theorien.
        Vor der Erkenntnis der Anziehung ging man von einer Scheibenform der Erde aus, was ja einleuchtend ist und zu seiner Zeit die wahrscheinlichste Theorie war.

    • Meine Meinung dazu, ist folgende: Die Wissenschaft ist mittlerweile weit über eine Theorie hinaus. Da hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Z.T. an der „normalen“ Bevölkerung vorbei, weil die Diskussionen/Berechnungen derart komplex geworden sind, dass sie dem Otto Normalverbraucher kaum noch zu vermitteln sind.
      Der zentrale Punkt ist, dass etwas nicht deswegen eine unbewiesene Theorie ist, weil man es nicht aktiv wahrnehmen kann. Viel von dem, was in der Wissenschaft mittlerweile Fakt ist, lässt sich nur noch berechnen oder indirekt wahrnehmen.
      Wenn etwas, das sich nur noch berechnen oder indirekt wahrnehmen lässt, nicht als tatsächlicher Beweis gilt, dann wird es natürlich niemals einen Beweis für derartige Vorgänge geben. Grade so, als würde eine beschleunigte Radfahrt nur dann als Tatsache akzeptiert, wenn man sie auch selbst wahrgenommen hat, und nicht die benötigte Zeit als Beweis dafür akzeptiert, dass die Radfahrt beschleunigt stattgefunden hat.
      Und dem Vergleich mit der Theorie der Erde als Scheibe vermag ich nicht zu sehen, denn das war damals ein Postulat, ohne jegliche Erkenntnis, geschweige denn auch nur theoretischen Beleg. Da halte ich es noch eher mit den Wikingern, die meinten, dass eine Sonnenfinsternis ein Wolf sei, der die Sonne jagt, und sie dann wegfresse, und wenn man entsprechend gemeinsam brüllt, dann den Wolf verjagt. Das deckte sich zumindest mit den Beobachtungen.
      Die Standpunkte der Wissenschaft, bzgl. der Entstehung des Universums, gehen heute weit über Beobachtungen oder Theorien hinaus. Gleichzeitig sind so manche Vorgänge immer noch ungeklärt, etwa das Wesen der dunklen Energie. Dass es sie gibt, ist unstrittig und bewiesen, nicht aber ihr genaues „Aussehen“ (wobei allein schon der gewählte Name irreführend sein könnte).

      Eine durchaus interessante Diskussion. Wobei alle Beteiligten sehr vorsichtig sein müssen, dabei nicht Behauptungen in den Raum zu stellen, die keinen Bestand (mehr) haben. Letztlich müsste man sich dabei auf das Niveau eines Stephen Hawking begeben, was unmöglich ist.
      Wenn dieser sagt, dass die Frage nach der Entstehung des Universums heute gelöst ist, dann vermag ich keinen Grund zu sehen, dem nicht zu glauben, und es als bloße Theorie zu sehen.

  4. Dem würde ich so nicht zustimmen, dass es absolut nichts vor dem Urknall gab. Evtl. gab es etwas, was wir nicht verstehen können. Feststeht, dass wir weder das eine noch das andere nachweisen können, deswegen erübrigt sich diese Frage, was vor dem Urknall war.

    • Stimmt! Wir können weder das eine, noch das andere nachweisen. Allerdings nehmen die Religionen dann doch für sich in Anspruch zu wissen, was zuvor war. Zwar nennen sie es „Glaube“, aber letztlich ist es ein Postulat ohne auch nur den Hauch eines Nachweises. Das wird zwar dann in aller Regel damit abgetan, dass es heißt, ein Glaube brauche keinen Nachweis, aber dafür belegen die Religionen dann doch einen arg großen Bereich unseres Lebens mit Beschlag und verlangen die Hinnahme des Glaubenshintergrundes als Tatsache.

      • Ja ich kann deinen Mißmut darüber schon verstehen. Nur sind das wieder auch zweierlei Schuhe: klar gibt es das von Menschenhand gemachte Konstrukt Religion, welches oft viel Unheil anrichtet. Aber dass der Mensch einen Hang zur Religiösität hat, ist ein Zeugnis von Ehrfurcht und Staunen über die Welt. Das geht einher mit deren Wertschätzung und natürlich mit der Frage nach dem Schöpfer. Aber selbst ein Schöpfer ist nicht notwendig für Religiösität, man kann auch schlichtweg an die Welt selbst glauben (so wie du?), ich sehe da nicht viel Unterschied, der Kern ist derselbe.

        • Ich weiß, wie du es meinst, wenn du sagst, da wäre nicht viel Unterschied.
          NUR – wenn sich Menschen dafür die Köpfe einschlagen, dann wäre, für mich zumindest, ein Unterschied, wie er größer nicht sein könnte.
          Und ja, du hast recht, ich glaube an die Welt. Und daran, dass es der Mensch sein sollte, etwas aus ihr zu machen. Nur leider scheint es so, dass der Mensch und die Religionen die Welt zerstören.

    • Und ich möchte noch dazu sagen, dass wenn sich die Frage nach „vor“ dem Urknall erübrigt, dann erübrigt sich auch die Frage nach einem Schöpfer, so wie sie die Religionen stellen, denn auch sowas lässt sich nicht nachweisen. Und so einen Nachweis hätte ich dann doch schon gern, wenn ich mein ganzes Leben darauf abstellen soll.

  5. Das mit dem Nachweisen und Beweisen ist so eine Sache. Die Quantentheorie stellt doch eigentlich alles auf den Kopf, denn sie beweist, dass etwas sowohl sein und nicht sein kann und zwar zur selben Zeit. Etwas, was in Form einer Welle, also einer Bewegung existierte wurde zu Materie durch den Messvorgang. Ich gebe zu, ich verstehe das nicht. Das ist mir viel zu abstrakt. Aber eins verstehe ich, naemlich, dass es keine absolute Wahrheit gibt und nie geben wird. Alles veraendert sich staendig und in dem Moment wo wir glauben es zu verstehen ist es schon wieder anders. Das ist die Faszination des Universums und des Lebens ueberhaupt finde ich.

  6. Ich glaube auch nicht an Religionen und ihre Götter, was aber nicht heisst, dass es nicht ein Leben danach gibt. Schließlich bestehen wir aus Energie und wie jeder weiss ist Energie nicht zerstörbar. Der Körper schon. Nur was passiert dann mit unserer Energie, die uns im Leben angetrieben hat? Das weiss keiner so genau, und deshalb ist es auch nicht ausgeschlossen, dass man in Form eines anderen Körpers wieder kommt.

    • Genauso ist es: Jedes Atom, in unserem Körper, stammt aus einer Sonnenexplosion, und somit verliert das Universum nichts. Ob die Energie, so wie du sie meinst, verschiedene Daseinsformen einnehmen kann, jenseits der Energiearten, die wir physikalisch kennen, ist eine ganz andere Frage. Auf jeden Fall aber eine „faszinierende“ Überlegung

      • Ich hab mich jetzt schon sehr viel mit Wiedergeburt, Reinkarnation und Leben nach dem Tod beschäftig. Es gibt da schon recht bemerkenswerte Beispiele von Menschen. Es füllt zumindest eine Lücke, wenn man nicht an Gott glaubt. Da es dafür um einiges mehr Beweise gibt.

  7. Hallo Smamap, ich habe neulich ein ganz neue Theorie gehoert (jedenfalls war sie fuer mich neu) und ich denke, die koennte Dich interessieren. Das klingt verrueckt, aber es gibt Wissenschaftler, die glauben das Universum seie ein Simulator oder ein Hologramm, also eine Art Computer-Spiel. Und das vieleicht in Gottes (?) Gehirn. Hier ein Link mit info: http://motherboard.vice.com/de/read/immer-mehr-indizien-deuten-darauf-hin-dass-unser-universum-ein-gigantisches-hologramm-ist-267
    Oder google mal: ‚Das Universum ist eine Simulation‘ oder so etwas. Ist schon eine faszinierende Idee.

Freu mich echt über jede Nachricht !!!