Die dämlichsten Ausreden

MODEPRALINE (s.u.) hat mir heute ein Kompliment zu einem guten Kommentar zukommen lassen. Ich dachte, dass ich meinen Kommentar dann ruhig als Beitrag publizieren könnte. Gesagt, getan. Um ihn wirklich zu verstehen, wäre es ev. notwendig, zuerst MODEPRALINE’s Beitrag unten zu lesen …….

Mein Kommentar dazu war dann:
Ich hab mir schön öfter überlegt, ob es nicht wesentlich besser wäre, wenn die Menschen DAS sagen, was sie tatsächlich denken, und nicht aus einer Haltung heraus, die damit zu tun hat, dass man den anderen nicht “verletzen” möchte, dann “Umwege” wählen. Ev. hat das ja mit unserer Entwicklungsgeschichte zu tun, frei nach dem Motto, wenn ich dem anderen “Schaden” zufüge, dann muss ich mit entsprechender Reaktion rechnen. Also hat der Mensch eine Grundhaltung, die etwa sagt: Wenn ich vom anderen etwas einfordere, ohne Gegenleistung, dann wird er mich bestrafen, damit ich das nicht mehr tue. Ich weiß, etwas seltsam der Gedanke, aber viele unserer Verhaltensweisen kommen aus uralten Verhaltensprogrammen, und das macht es uns wohl so schwer, uns vernünftig zu verhalten.
Aber der Mensch hat ja die Möglichkeit, über seinen Schatten zu springen, so schwer es auch fällt, und das alte Programm beiseite zu schieben.
Und so könnte der Kunde auch sagen (und das auch so meinen): Sie haben mich toll beraten, nur, um ehrlich zu sein, muss ich sagen, dass ich das Geld eig nicht habe. Ich werden also dann nochmal kommen, wenn es besser aussieht.
Und der Verkäufer könnte sagen: Das finde ich jetzt nicht so toll, aber besser noch, Sie sprechen das ehrlich aus, und ich bekomme das Geld dann tatsächlich.
Es ginge, das so zu handhaben, ohne die Regeln des Anstands zu verlassen.
Und so gäbe es viele Verhaltensweisen, die man mit Wohlwollen, etwas nachdenken, und sich selbst etwas zurücknehmen, verändern könnte, speziell in der heutigen Zeit.

6 Gedanken zu „Die dämlichsten Ausreden#8220;

  1. Ich schrieb ihr auch, dass ich diese Ausreden nicht verstehen kann.
    Es ist doch verletzender, wenn man so dämliche Ausflüchte benutzt, finde ich.

    Oft habe ich allerdings den Eindruck, dass nicht wenige Leute belogen werden wollen.
    Ich mach das nicht mit, ich sage, was ich denke und was Sache ist, vielen gefällt das gaaaar nicht.

    • Das mit dem „belogen werden wollen“ hab ich schon oft gehört, aber NIE so recht verstanden. WIE kann jemand belogen werden wollen?
      Aber zu sagen, was man denkt, ist wohl immer das Beste, denn ansonsten muss man sich ja verbiegen; so tun als wäre man ein Typ, der man gar nicht ist. Letztlich wäre das ein psychischer Stressfaktor, der sich nach vielen Jahren mal entsprechend auswirkt. Was man allenfalls tun kann, ist, es dort abzuschwächen, wo andere Schaden nehmen würden.

      • Ich habe es oft erlebt. Da kommt jemand frisch vom Friseur und findet sich klasse. Wenn dann jemand sagt, es sieht schrecklich aus, dann entgleiten ihm die Gesichtszüge, das will er nicht wirklich hören….
        Dennoch finde ich es immer richtig, zu sagen, was man denkt, auch wenn es dem Gegenüber weniger gefällt.

        Ja, es hat schon was mit verbiegen zu tun, und das brauch ich wirklich nicht.

    • Verstehe, was du meinst. Nun … ein „gefällt mir nicht“ (muss ja nicht „schrecklich“ gesagt werden) finde ich ehrlich, und damit gut. Wenn ich selber das Klasse finde, dann steh ich auch dazu; AUCH dann, wenn andere es anders sehen.
      Alles andere ist dann doch ein „mit dem Strom schwimmen“ und keine eigene Meinung haben.

      • Ja, genau. Ich sage entweder, ich finde es schrecklich, wenn ich es so empfinde, oder ein mir würde es nicht gefallen, wenn es mir nur nicht gefällt, oder „mir gefällt es nicht, aber dir steht es gut“.
        Es ist ja letztlich das Problem des Gegenübers wie es die Aussage aufnimmt.
        Allerdings können wirklich nicht so viele mit der Wahrheitsliebe anderer umgehen.

        Stimmt, das wäre dann ein mit dem Strom schwimmen, das tut letztlich keinem gut.

Freu mich echt über jede Nachricht !!!