Die Tageszeitung, das Internet, der Frosch und das Fenster

Manche werden sich jetzt fragen: Um was soll es denn gehen?

Antwort: Um das Wetter

Seit ich kein Auto mehr habe, ist das Wetter ein wichtiges Thema geworden.
Bevorzugtes Verkehrsmittel ist nämlich mein Rad.
Der Einsatz desselben, hat im Normalfall gutes Wetter als Voraussetzung.

Nun heißt es ja, es gäbe kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.
Nun …. eine solche Einschätzung kann nur von jemandem kommen, der noch nie bei Wind und Regen mit dem Rad mal eben 5 KM wohin gefahren ist (und natürlich auch wieder zurück).

Regen führt dazu, dass man, ob des eher weniger trockenen eigenen Zustandes nicht gerade der wohlgelaunteste Gegenüber ist, wenn man dann durchnässt irgendwo ankommt. Man könnte jetzt natürlich irgendeine Art von Neopren-Anzug überziehen. Aber es ist, das sei aus eigener Erfahrung versichert, eher zweitrangig, ob man jetzt vom Regen durchnässt wird oder von innen heraus, durch die built-in Heizung, die man ständig mit sich führt.
Wind, v.a. dann, wenn es Gegenwind ist, lässt einen erstmal in ein gewisses Leistungsloch fallen, wenn man sein Ziel erreicht hat. Dies umso mehr, wenn man die 2. Dekade des eigenen Lebens schon längere Zeit hinter sich hat. Ja klar, wenn es Rückenwind ist, dann beflügelt einen das eher, das muss ich jetzt schon dazu sagen. Das Dumme ist nur, auf dem Rückweg wird es dann auf jeden Fall zu Gegenwind.

Wie auch immer, ich bevorzuge eher trockenes, relativ unwindiges Wetter.

Also interessiert mich dann spätestens tags zuvor, wie das Wetter wird.

Was macht man ?? Erstmal einen Blick in die Tageszeitung werfen. Spätestens beim Aufschlagen der entsprechenden Seite, mit der Wettervorhersage, erinnert man sich an noch nicht ganz so lange vergangene Zeiten, als man noch den Nebenjob eines Hausmeisters hatte, und während des Winters also die Aufgabe hatte, bei Bedarf früh morgens um 5, Schnee zu schippen. „Bei Bedarf“, das kann hier in Oberfranken heißen: Jeden Tag.
Hat man das dann mal ein paar Wochen so durchgemacht, und kriecht auf dem Zahnfleisch daher, dann ist der Wetterbericht der Tageszeitung (liegt schon früh morgens um 5 im Briefkasten ….. die arme Sau, die die Zeitungen austragen muss!!!) ein absolutes MUSS in der allesdurchdringenden Hoffnung, dass die Schneefälle endlich aufhören mögen.

Man stellt dann sehr schnell fest, dass der Wetterbericht der Tageszeitung nicht das Papier wert ist, auf dem er steht. Zumindest schien das für MEINE Tageszeitung zu gelten.

Und so nebenbei gesagt: Es ist das frustrierendste, was es gibt, wenn man wochenlang, jeden Tag, frühmorgens den Schnee auf 600 m² wegräumt, nur um dann festzustellen, dass es scheinbar völlig umsonst gewesen ist, weil das Zeug am Tag danach wieder da ist.

In Erinnerung all dessen, lässt man also die Tageszeitung außen vor, wenn es darum geht, das Wetter vorauszusagen.

Also….. Tageszeitung gestrichen.

Suche ich also im Netz nach dem Wetter. Dieses sagte für meinen Bereich für Montag und Dienstag dieser Woche durchgehende Regenfälle für die meiste Zeit des Tages voraus. Mir war nicht klar, dass mit „die meiste Zeit des Tages“ jeweils die Zeit zwischen 9 und 10 Uhr am Vormittag gemeint war.
Es stellte sich also heraus, dass das Absagen div. Termine, etwas übereilt gewesen war.

Nun ja, besagte Termine konnte ich gestern nachholen, denn lt. Netz gäbe es gestern keinen Regen. Also flugs am morgen auf´s Rad gesetzt, in den Nachbarort geradelt, und dann ……. äähhh einen Unterstand gesucht, um dem einsetzenden Regen zu entgehen.

Nachdem einen das Netz also in der Hinsicht angelogen hatte, sah ich mir die Seite abends nochmal an, ob ich mich da nicht vertan hatte. Nö, hatte schon richtig gelesen.
Bei der Gelegenheit fiel mir auf, dass in der Tagesübersicht stand, es würde eine Tageshöchsttemperatur von 27° geben. In den Details war dann aber von 27° keine Rede mehr. Da waren es dann 25°. Hätte ich mir also dann aussuchen können, welche Gradzahl mir lieber wäre.

Also …. Netz gestrichen ……

Sollte ich mir also wohl einen Frosch anschaffen? Wie war das doch gleich? Ah ja, in ein Gurkenglas setzen, eine Minileiter reinstellen, und dann nachsehen, auf welcher Stufe der Wetterspezialist sitzt.
Bei meinem Glück gehe ich davon aus, dass ich den Frosch frühmorgens erstmal suchen darf. Und Derartiges ist kurz nach Aufstehen ein eher wenig erfolgversprechendes Unterfangen, weil ich früh morgens erstmal die diversen Sub-Systeme meines Körpers starten und in´s Laufen bringen muss. Und bis ich dann endlich Frosch suchen und finden kann, sollte ich schon längst unterwegs sein.

Also …. Frosch gestrichen ….

Was sich letztlich als einzig praktizierbare Lösung herauskristalisiert, ist der schlichte Blick aus dem Fenster. Ich sehe ob´s regnet, und ich sehe an den Bäumen die Windverhältnisse.
Die Frage nach dem Wetter lässt sich also ganz einfach beantworten, mit: Ja, wir haben ein Wetter, und die Art desselben kann man höchst persönlich erfahren.

Und wenn man dann also weiß, wie das Wetter IST, dann kann man ev. noch eine Viertelstunde warten, ob es auch so bleibt, und dann loslegen …. oder auch nicht.

Dabei kann es also passieren, dass man einen Termin oder eine Verabredung nicht einhalten kann. Eig halte ich persönliche Verabredungen für eine Ehrensache, und versuche möglichst pünktlich zu sein. Ich denke, ich hab dabei eine recht gute Quote. Und die Meisten haben sicher Verständnis, wenn es mal nicht klappt. Und schließlich gibt es ja so sinnreiche Erfindungen, die einem da helfen können ….. ähhh wie heißen die Dinger doch gleich …… ach ja, stimmt …… Handy.

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!