Das unbekannte Land

Es war ihm von Beginn an klar, dass er sein Ziel endlich gefunden hatte; das Ziel von dem er so lange gar nicht wußte, wie es aussah.

Und so versuchte er, dieses Ziel da oben auf dem Berggipfel mit ihr zu erreichen. Viel davon hatten sie schon zu Beginn, wie von selbst erreicht. Sie mit ihm, und er mit ihr. Grade so, als hätte ein Hubschrauber sie auf dem Weg zum Gipfel auf 3/4 der Wegstrecke abgesetzt. Es war ihr gemeinsames Ziel, das sie sich gesetzt hatten, dort nach oben zu gelangen.

Doch je weiter er versuchte, mit ihr gemeinsam, dort nach oben zu kommen, umso mehr schien es, als wäre es eine riesige Sanddüne. Zeitweise machten sie einen Schritt vorwärts, und rutschten dann wieder einen Schritt zurück. Ein langer und mühsamer Weg.

Und eines Tages, da wurde es ihr zu viel und zu anstrengend, und sie drehte sich einfach um, nahm ihr Board, das sie ständig bei sich gehabt hatte, ohne dass er es so richtig wahrnahm, und surfte genußvoll und vergnügt die Düne hinunter.

So stand er plötzlich da, vor sich den Gipfel, den er alleine nie würde erreichen können, und unter sich das unbekannte Land.

Er versuchte zum Fuß des Berges zu kommen, nur um zu entdecken, dass sie sich zwar dort befand, aber kein Verlangen danach verspürte, den Gipfel des Berges nochmals zu erklimmen. Sie wollte nur ein Stück weit hinauf, um dann wieder ihr Board zu besteigen und vergnügt nach unten zu schwingen. Etwas, wozu er kein Talent hatte. Und als sie genug davon hatte, da machte sie sich daran, sich dort unten, am Fuß des Berges, nieder zu lassen.

Doch das, war nicht das, was er sich als Ziel gesetzt, und vom Leben erhofft hatte.

Und so stand er da, wußte nicht wohin, und wußte doch zugleich auch, dass er nur mit ihr würde den Gipfel in Angriff nehmen, geschweige denn ersteigen können.

Es war dieser Gipfel gewesen, der sein Lebensziel darstellte. Er wußte, dass jeder andere Gipfel und jede andere Begleitung nur ein unvollkommener Ersatz sein würde.

So beschloss er, dass er niemals wieder sich daran machen würde, einen Gipfel zu erklimmen. Denn was würde es schon für einen Sinn machen, auf irgendeinem Gipfel zu stehen, und zu spüren, dass es kein Vergleich sei, zu dem, was er hätte erreichen können.

Und irgendwann, da verstand er auch, dass er gar nicht mehr die Kraft dazu hatte.

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