Eine kurze Geschichte der Zeit

…. dieses Buch von Stephen Hawking lese ich zur Zeit.

Von „kurz“ kann natürlich nicht die Rede sein, bei über 250 Seiten (wenn ich recht erinnere).

Auch von daher nicht „kurz“, weil ich so manche Absätze mehrmals lese muss, um auch nur Ansatzweise zu verstehen, was er meint. Wobei es da sicherlich oft erst um ein intuitives Verstehen geht.

Unabhängig davon werde ich das Buch sicherlich mehrmals lesen, und dabei immer wieder Neues lesen.

Wie man weiß, ist Stephen Hawking einer DER Physiker unserer Zeit. Nicht nur von daher, dass er versucht, die Vorgänge um uns herum zu begreifen und zu beschreiben, sodern auch von daher, dass er versucht die Existenz des Universums zu ergründen.

Jeder Physiker ist zu einem gewissen Teil auch immer Philosoph. Für SH gilt das, meiner Meinung nach, insbesondere auch deshalb, weil er mangels eines funktionierenden Körpers, umso mehr seinen Geist einbringt.

Es ist schwer, sein Buch zusammen zu fassen. Zum einen, weil ich lange noch nicht durch bin. Zum anderen, weil die Materie SEHR schwierig ist. Und noch zum anderen, erstreckt sich ein Teil dessen, um was ihm geht, auf Dinge, die sich jenseits dessen bewegen, zu was der Mensch imstande ist, zu begreifen.

Nach dem, was ich bisher gelesen habe, scheint es auf ein Fazit hinauszulaufen: Es wird eine vereinheitlichte Theorie geben, die die Existenz des Universums erklärt. Eine Theorie, die die Existenz eines Göttlichen, oder wie immer man es nennen möchte, nicht notwendig erscheinen lässt.

Ich habe über dieses Thema erst kürzlich hier im Blog geschrieben. Dies aber zu einem Zeitpunkt, als ich noch keine Ahnung von diesem Buch von SH hatte.

Ob es diese vereinheitlichte Theorie noch zu unseren Lebzeiten geben wird, ist fraglich. Und wann immer sie erreicht wird, wird es, so denke ich, weiterhin den Glauben an ein göttliches Wesen geben. Denn eine solche Theorie, die in Teilen ja schon vorhanden ist, wird so komplex sein, und ein solch abstraktes Denken erfordern, dass es den meisten Menschen immer noch wesentlich einfacher erscheinen wird, diese alles durch etwas Göttliches zu ersetzen.

Ist es ja heute schon fast nicht mehr möglich, den „normalen“ Menschen die Physik der Relativitätstheorie zu verdeutlichen, und die Physik der Quantentheorie. Zweier Bestandteile also, die wesentlicher Inhalt der vereinheitlichten Theorie sein werden.
Ganz zu schweigen, von den Konsequenzen, die sich aus diesen Theorien ergeben.

So wird es dann z.B. eine Erklärung dafür geben, was vor dem Urknall gewesen ist. Aber diese Erklärung wird schon einmal damit anfangen (so die heutige Vermutung), dass es ein „vorher“ gar nicht gibt. Das ist von der Logik her etwa vergleichbar damit, wenn wir in der Schule lernen, dass die Elektronen in Bahnen um den Atomkern kreisen, etwa so wie die Planeten um die Sonne; nur um heute zu wissen, dass es so etwas wie Bahnen für die Elektronen gar nicht gibt; dass vielmehr der Aufenthaltsort eines Elektrons völlig unbestimmt ist. Ist allein das schon schwer zu begreifen. Ebenso, wie die Tatsache, dass sich die Ausdehnung, genauer gesagt, die Entfernung der Sterne, Planeten und Galaxien voneinander immer mehr beschleunigt, was dann sehr viel mit der sog. dunklen Materie zu tun hat, also etwas, wovon in meiner Schulzeit noch niemand etwas wusste.

Und so bin ich der Überzeugung, dass alles darauf hinausläuft, dass „wir“ eines Tages wissen werden, dass es etwas Übernatürliches überhaupt nicht braucht. Eines Tages, wird so ein Genie, wie Albert Einstein eines war, oder Werner Heisenberg, Wolfgang Pauli, Subrahmanyan Chandrasekhar, Peter Higgs oder eben jener Stephen Hawking geboren werden, der es vermag, einen gedanklichen Weg zu gehen, den vor ihm noch keiner gegangen ist. Und so wird es eines Tages offenbar werden. Offenbar auch, dass wir Menschen nur Teil eines Prozesses sind, und es absolut überflüssig ist, uns als etwas überaus Besonderes zu sehen, so wie wir das in den letzten Jahrhunderten getan haben.
Früher dachten wir noch, alles würde sich um uns drehen, um uns Menschen, um die Erde. Irgendwann haben wir dann erkannt, dass es genau andersherum ist. Die Konsequenzen daraus beginnen wir jetzt erst zu erahnen.

In diesem Sinne …. es grüßt,
das Smamap

12 Gedanken zu „Eine kurze Geschichte der Zeit#8220;

  1. das buch von sh habe ich schon gelesen und war sehr beeindruckt. sein buch „das universum in der nußschale“ will ich noch lesen.

    meinem verständnis nach wird es noch viele physiker wie hawking brauchen, um die menschheit davon zu überzeugen, dass nix göttliches das universum und damit den urknall erschaffen hat.
    hat doch die kirche jahrtausende den gläubigen erzählt, der mensch sei nach gottes ebenbild erschaffen.

    religion, glauben und kirche sind doch erst dadurch entstanden, dass die frühmenschen für viele erscheinungen in der welt keine erklärung hatten. sicher haben sie sich auch die frage nach dem sinn des lebens gestellt, das bekanntlich mit dem tod endet. doch wozu leben, wenn der tod schon wartet?

    • Ganz meine Meinung.
      Ich stelle mir nur das Chaos vor, das entstehen würde, wenn die Menschheit plötzlich zweifelsfrei erkennen würde, das sämtliche Glaubenskirchen etc. völlig sinnfrei sind. Ob all die Menschen, die diesen Glauben hatten, den harten Aufprall überstehen würden.

      • glauben an sich halte ich per se nicht für gänzlich falsch. den glauben an liebe möchte ich nicht missen. allerdings was die kirchen daraus gemacht haben, allen voran die katholische kirche in europa, das gilt es aufs schärfste zu kritisieren.

        als kind in der grundschule habe ich geglaubt, ein kind der liebe zu sein, weil die mutter mir sagte, ich sei ein wunschkind. im zarten alter von 7 jahren fragte ich deshalb die mutter ob sie meinen vater aus liebe geheiratet hätte. nein, kam zur antwort, weil ich von zuhause weg wollte. damals war man erst mir 21 jahren volljährig, meine mutter bei der heirat erst 18 jahre alt.

        so wurde mein glauben an die liebe das erstemal tief erschüttert. mir wäre nie in den sinn gekommen, weil ich weg von zuhause will, einfach zu heiraten.

    • Deinen letzten Kommentar hier, hab ich jetzt erst gelesen. JA, einen gewissen Glauben hab ich auch. Ich denke, es ist ebenso der Glaube an die Liebe, DARAN diese zu erreichen. Und der Glaube an die Mitmenschlichkeit. Was aber durchaus dasselbe sein kann.
      Für all das brauch ich keine Kirche.

  2. Ich finde, du hast Hawkings Buch ziemlich gut zusammengefasst – vom Kerninhalt her. Du hast recht, die wissenschaftlichen- bzw. physikalischen Aspekte lassen sich bei Büchern von SH nicht zusammenfassen. Ich selbst habe „Eine kurze Geschichte der Zeit“ als Hörbuch bestimmt schon 10 mal durch und entdecke immer wieder neues dabei 🙂

    nevertheless13 – Deine Sichtweise gefällt mir. Aber einen kleinen Hinweis: Wenn du „Das Universum in der Nußschale“ liest, bedenke, dass Stephen Hawking damals noch eine andere Linie fuhr. Er war damals noch fest von der Urknall-Theorie überzeugt (die er zwar nicht mitbegründet, doch aber wesentlich zu ihrer Verankerung in der aktuellen Astrophysik beigetragen hat). Mittlerweile hat er sich mehr mit der Quantentheorie beschäftigt und versucht nun, andere Wissenschaftler davon zu überzeugen, dass eine Singularität am Anfang des Universums nicht zwingend erforderlich sein muss, um unser Universum zum aktuellen Zeitpunkt erklären zu können – so ähnlich hat er das auch in „Eine kurze Geschichte der Zeit erklärt“.

    Ich bin sehr fasziniert von diesem Mann. Habe mich auch hier -> http://stellariumblog.com/2015/08/25/gedankengaenge-stephen-hawking-und-das-informative-nicht-wissen/ mit ihm beschäftigt. Es fasziniert mich, wie jemand, der seinen Körper quasi nicht nutzen kann, überhaupt die Motivation aufbringen kann, sich so sehr mit diesen Dingen zu beschäftigen.

    Im Übrigen ein sehr schöner Beitrag lieber (liebe?) „Das Smamap“. Nur ein kleiner Hinweis: Füge auf deiner Seite doch mal ein Suchfeld ein, das macht es etwas einfacher auf deiner Seite zu navigieren 😉

    Grüße Chris

    • Suchfeld ??????
      Da sieht man mal, dass ich noch nicht so arg lange blogge.
      Wie mach ich das, und was bringt es mir.
      Würde man damit dann auch drauf stoßen, dass ich ein DER bin, denn das ist in meinen Seiten schon enthalten?

      • 🙂 naja ich muss ehrlich sagen, dass ich mich nicht komplett bei dir durchgelesen habe. Hab nur nach diesem Beitrag gesucht, weil er in meiner Reader-Liste aufgetaucht ist und ich ihn nicht mehr gefunden habe 🙂

        Wenn du „Meine Website“ gehst, dann auf „Design“ und „Anpassen“, kannst du ja Widgets auswählen. Da gibt es eines, das „Suchfunktion“ heißt. Das macht es halt einfacher, auf deiner Seite nach Schlagwörtern, Begriffen und Themen zu suchen, vor allem wenn du dann schon länger bloggst und viele Beiträge hast. Vor allem nachdem du deine Beiträge in Kategorien unterteilst ist es manchmal schwer, nach etwas zu suchen was keine eindeutige Zuteilung hat.

        Aber vielleicht sehe auch nur ich das so 🙂 hast einen schönen Blog und tolle Themen. Mach weiter so.

        Grüße Chris @Stellariumblog

Freu mich echt über jede Nachricht !!!