Einen immer wieder über den Tisch ziehen

Nein, es geht hier jetzt nicht um „Fingerhakeln“, einen bayr. Nationalsport (zumindest glauben das die „Ausländer“).

Es geht vielmehr darum, dass ich heute mal wieder zu Fuß unterwegs war, nämlich was besorgen, was ich anderswo nicht bekomme. Und weil es bergauf ging, verzichtete ich auf das Rad.

Und so kam ich mal wieder an der Tankstelle vorbei. Folglich wurde ich ganz bewusst mit den Spritpreisen konfrontiert (zumindest optisch).
Mir wurde da (wie an anderer Stelle früher schon beschrieben) mal WIEDER klar, was Staat und Mineralölkonzerne mit den Menschen treiben (mit mir nicht mehr, da Auto ja bekanntlich abgeschafft).

Die Spritpreise stellten sich heute wie folgt dar:
2015-07-27 12.22.29
Man sieht, dass sich die Preise so um die 1,50€ ansiedeln (mal abgesehen vom Diesel).

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass wir so vor 1-2 Jahren (ich weiß den Zeitpunkt nicht mehr so recht), schon einmal solche Preise hatten, die um die 1,50€ lagen.

Also nix Besonderes?

INSOFERN eig nicht. Nur mit dem klitzekleinen Unterschied, dass der Rohölpreis damals mehr als das Doppelte ausmachte.

Heute kostet das Barrel unter 60$. Damals kostete es, nach meiner Erinnerung, ca. 120$.

Stellt sich also die Frage: WER VERDIENT DEN HIER??????????????????????????????????

Der Fairness halber muss man natürlich schon dazu sagen, dass das €/$-Verhältnis natürlich auch eine Rolle spielt, denn schließlich wird Öl ja in $ gezahlt. Allerdings war dieses Verhältnis damals in etwa dasselbe. Und selbst wenn man mal annimmt, es sei heute ein paar Prozent ungünstiger, so gleicht dies sicherlich niemals einen halbierten Rohölpreis aus.

Der Staat ist aus dieser Betrachtung natürlich fein raus, denn er bekommt ja „NUR“ die Steuern und Abgaben, die auf den Preis automatisch oben draufgeschlagen werden (also z.B. 19% MWST.). Er kann sich also ganz selbstverständlich auf den Standpunkt stellen, er könne ja für diesen Preis nichts.
Allerdings bin ich der Ansicht, so einfach darf sich unser Herr Staat nicht aus der Verantwortung stehlen: Nehmen wir als Bsp. einen reinen Spritpreis, so wie ihn die Konzerne kalkulieren von 1€, und nehmen wir weiter an, es kämen von staatlicher Seite nur die 19% MWST. oben drauf (der Einfachheit halber nehme ich mal 20%).
Damit hätten wir also an den Zapfsäulen einen Preis von 1,20€. Der Konzern arbeitet mit Gewinn (stets sichtbar an den Bilanzen). Der Staat nimmt eben falls üppig ein.
Nehmen wir mal weiter an, die Konzerne müssten, weil sie teurer einkaufen, einen Spritpreis von 1,20€ kalkulieren. Es kämen wieder die 20% Steuer oben drauf, und damit also nicht die 20 Cent aus obiger Rechnung, sondern jetzt dann schon mal 24 Cent. Diese 4 Cent PRO LITER sackt der Staat klammheimlich zusätzlich ein, ohne in irgendeiner Weise Aufhebens darum zu machen. Wer weiß, wieviele Liter Sprit jeden Tag in ganz Deutschland verkauft werden, der kann sich locker ausrechnen, was diese zusätzlichen 4 Cent JEDEN TAG an Zusatzeinnahmen für unseren Staat ergeben.

Ich hab eben mal kurz im Netz nachgeschlagen, und mich hat da halbwegs der Schlag getroffen: Es sind (ohne Diesel) ca. 85 Mio. Liter Sprit jeden Tag, somit also ca. 3,5 Mio € Zusatzeinnahmen täglich. ZUSATZEINNAHMEN.

Man könnte nun auf die verwegene Idee kommen, dass unser Staat keinerlei Interesse an günstigem Sprit hat. Jedenfalls habe ich noch niemanden unserer Politiker gehört, der aktuell gefordert hätte, dass die auf den Sprit erhobene Steuer gedeckelt wird. Das würde in obigem Bsp. bedeuten können, dass man festlegt, dass nur 20 Cent Steuer erhoben werden (also das Ganze auf dem Stand einfriert, wie er war, als der Sprit von Herstellerseite aus 1€ gekostet hat).

Aber wo kämen wir denn da hin, denn von irgendwas muss das ja bezahlt werden, was unsere Politiker mit 3-4 Händen beim Fenster rauswerfen. Das Geld hat ja gereicht, damals, wie der Steueranteil am Sprit 20 Cent ausmachte. Heute reicht es offensichtlich nicht mehr. Da muss die Frage erlaubt sein, warum das so ist.

Fazit: Der Staat vereinnahmt immer mehr Steuern, betraglich gesehen. Und es reicht hinten und vorne nicht. Und das gilt ja für Alles, was so verkauft wird. Also auch, wenn etwa die Brille beim Optiker teurer wird, dann rechnet der Fiskus entsprechend mehr an MWST. oben drauf. Stillschweigend.

Ich hab mich die ganze Zeit jetzt über den Fiskus ausgelassen. Der hat damit sein Fett weg. Von mir aus gesehen zumindest.

Die Konzerne (spritmäßig gesehen) verdienen sich mit Sicherheit dumm und dämlich. Die kaufen das Rohöl, im Vergleich zu damals, als wir schon mal solche Spritpreise wie jetzt hatten, zu einem Spotpreis ein. Und trotzdem verlangen sie einen ähnlich hohen Preis wie seinerzeit.

Ich nehme mal an, dass auch unter Berücksichtigung des €/$-Wechselkurses und irgendwelcher Kostensteigerungen, die sicherlich ins Feld geführt werden, 10 Cent zusätzlich (ZUSÄTZLICH !!!) bei den Konzernen hängenbleiben. Das ist bei einem 50% günstigeren Rohöl-Preis sicherlich nicht übertrieben.
Damit werden bei 85 Mio Liter Sprit täglich, 8,5 Mio € zusätzlicher Gewinn erzielt (GEWINN !!!). Und dabei ist kein Diesel, kein Heizöl, keine sonstigen Produkte berücksichtigt.
Und wieviele Cent TATSÄCHLICH zusätzlich hängen bleiben, möchte ich lieber gar nicht wissen.

Bei dieser konservativen Rechnung (Staat + Konzerne) werden, in meinem Bsp., der Gesamtheit der Verbraucher in D tagtäglich 12 Mio. € aus der Tasche gezogen.

Ich hoffe, ich habe mich da jetzt nicht verrechnet. Bei solchen Zahlen kann es einem nämlich schon schwindlig werden. Werde das aber sicher nochmal genauer mir durchlesen, bevor ich es publiziere.

Man merkt, dass ich mich, ob dieses Themas, etwas in Rage schreibe. Aber ist kein Wunder.

Tatsächlich ist das Thema „Sprit“ nur Stellvertreter. Denn es gäbe beliebig viele Beispiele, an denen man das Grundproblem festmachen kann: DAS Problem nämlich, dass unsere Volksvertreter, das Geld mit Freuden beim Fenster rauswerfen, von kaufmännischem Rechnen noch nie etwas gehört zu haben scheinen, und die Menschen, v.a. diejenigen, die ohnehin wenig bis nichts haben, können sehen, wo sie bleiben.
Und dann wird trotzdem ständig nach Möglichkeiten gesucht, wo man den Menschen noch mehr Geld aus der Tasche ziehen kann, und den Hilfebedürftigen wird immer weniger gelassen. Schließlich braucht man ja Unsummen für andere Dinge (und WAS ich damit meine, weiß sicherlich ein jeder aus eigener Anschauung).

Ich bekomme bei diesem Thema, es sei mir nachgesehen, immer einen dicken Hals.

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!