Einkaufen die 357ste (eine Sammlung von Erlebnissen)

Es ist immer wieder erfrischend wie herrlich doch der Tiergarten des Herrn ist.

Man kann dies beim Einkaufen immer wieder auf’s Neue feststellen.

Es geht schon los, beim Vorfahren am Supermarkt. Am Liebsten würde Mancher direkt reinfahren, und quasi die Gaben direkt über’s Fenster ergattern.
Ok, geht nicht. Aber ein Parkplatz so direkt vor dem Eingang wäre dann schon schön.
Und hat man einen erspäht, dann sollte der Einkäufer, der eben aus dem Supermarkt kommend, richtung Auto wandelt, seine Augen ganz weit offen haben, denn in Abwägung eines „super“ Parkplatzes, erscheint manchen die Sicherheit von Fußgängern eher zweitrangig.

Anders getrimmt ist der Autofahrer, der in Ermangelung entsprechender Abstandshalter einfach mal stehen bleibt, wenn 20 Meter voraus jemand aus der Parklücke stößt. Könnte ja was passieren. Das Extremum solcher Verhaltensweisen ist dann schon mal ein Rückstau bis auf die Hauptstraße hinaus.

Deswegen, und natürlich auch aus dem Grund, dass ich kein Auto mehr mein Eigen nenne, geh ich mittlerweile gerne zu Fuß einkaufen. Bis andere einen Parkplatz erkurvt haben, stehe ich mit meinem Einkaufswagen schon in der Obstabteilung.

Halt! Ich vergaß, dass auf dem Weg dorthin ja noch die Rückgabeautomaten für die Plastikflaschen herumlungern. Manchmal ist keiner da, und man kann seine 10 Flaschen quasi direkt in den Höllenschlund stopfen. An anderen Tagen scheinen all Diejenigen ein Kaffeekränzchen vereinbart zu haben, die säckeweise Flaschen abzugeben haben. Also geht man dann erstmal einkaufen.

Im Markt, da gibt es verschiedene Typen. Einmal den Rumpler. Der rumpelt nur so durch Markt, wohl weil draußen jemand mit der Stoppuhr steht, und prüft, ob der Einkauf in neuer Rekordzeit erledigt wurde.
Dann gibt es den Schlenderer (zu welchen ich gehöre). In aller Gemütsruhe wandelt dieser durch den Markt, sieht sich dieses und jenes an, schlendert durch die Gänge, und versucht den innernen Einkaufszettel abzuarbeiten. Dergestalt, dass einem die Einkaufsregale schon sagen, was man braucht.
Und natürlich gibt es auch noch den Meckerer. Der meutert von vorne bis hinten. Zunächst, weil er keinen Parkplatz bekommen hat. Damit meint er natürlich, dass er nicht direkt vor der Türe parken konnte, denn einer der 200 Parkplätze war mit Sicherheit frei. Dann ist es natürlich so, dass alles das, was er braucht, nicht da ist, was selbstverständlich eine Unverschämtheit ist, und nur für ihn so gehandhabt wurde. Von den 30 Artikeln, die schon in seinem Einkaufswagen schlummern, spricht er natürlich nicht. Und selbstverständlich ist es ein Wahnsinn, was schon wieder alles teurer geworden ist. Und überhaupt, die Massen von Leuten, die wieder mal einkaufen sind. Dass er zu dieser Masse gehört, sieht er natürlich nicht. Aber der nächste Wahnsinn wartet schon auf ihn; nämlich an der Kasse. Denn wieder einmal ist da keine Kasse, die extra nur für ihn öffnet, damit er ohne Zeitverzug zahlen kann. Wenn sich ein solcher Meckerer vor mir an der Kasse ausgiebig darüber ausläßt, dann habe ich immer den Spruch parat „wer keine Zeit hat, der darf nicht einkaufen gehen“.

Letztere sind dann auch die Leute, die sich über die Heerscharen von „Idioten“ auslassen, die heute alle auf der Autobahn unterwegs sind (ich denk mir dann immer „und DU mittendrin“; mein Exschwiegervater war ein solcher).

Aber wir waren ja im Supermarkt.

An der Kasse, dass ist ohnehin immer ein schönes Bild. So Manche stapeln ihre Waren geometrisch exakt auf dem Band. Jeder qcm muss ausgenutzt werden. Und wehe es liegt kein Begrenzer dort, wo er hingehört. Am liebsten würde er das ganze Band ablaufen, und für die exakte Abgrenzung der Kundenbereiche auf dem Band sorgen. Muss schon alles seine Ordnung haben.

Ich mache mir immer einen Spass daraus, meinen Einkauf, mit etwas Abstand zum Vordermann, auf dem Band zu plazieren, um dann darauf zu warten, wie lange es wohl dauern wird, bis der Vordermann sich mir gegenüber abgrenzt. Aber vll hat das ja auch damit zu tun, dass die Kassiererin vermutlich blöd ist, und das nicht merken würde. Wie gesagt …. muss schon alles seine Ordnung haben.

Und wenn dann diejenigen, die ihren Parkplatz direkt vor der Hütte gefunden hatten, alles im Auto verstaut haben,  dann braucht es mitunter Ewigkeiten, bis sie ihre Luxuskarre wieder aus dem viel zu engen Parkplatz rausmanövriert haben.
In der Zwischenzeit habe ich mich mit Rucksack und Tasche schon längst auf den Weg gemacht.

….. wenn ich nicht noch beim Bäcker für einen Cappuccino hängengeblieben bin.

Es grüßt,
das Smamap

3 Gedanken zu „Einkaufen die 357ste (eine Sammlung von Erlebnissen)#8220;

  1. Oh ja, beim Einkaufen kann man herrlich Charakterstudien betreiben. Mach ich unheimlich gerne. Ich schaue heimlich in den Einkaufswagen und stelle mir vor, was für ein Typ der Einkäufer ist und wie er wohl leben mag.

Freu mich echt über jede Nachricht !!!