Faszinierende Unheimlichkeit

Es war stockdunkel.

So dunkel, wie es nur sein konnte.

Quasi schwarzer Adler auf schwarzem Grund.

Nur die Lampe vor ihm spendete etwas Licht. So konnte er zumindest das erkennen, was da auf dem Blatt in der Mappe stand. Aber er wußte ohnehin, was sie da alles aufgeschrieben hatten. Er hatte es schließlich oft genug gelesen und gemacht.

Die Zeit zog sich unendlich hin. Unwillkürlich dachte er an Albert.
Der hatte sie ja gelehrt, dass Zeit etwas Relatives ist.

Und dann, nach einer schier endlosen Zeit, da sah er einen dünnen Lichtstrahl auf sich zukommen.
Zuerst nur eine dünne Sichel, dann immer breiter und immer heller.

Und dann ging sie auf. Die Sonne. Er hatte nie in seinem Leben etwas Faszinierenderes gesehen. Und je länger er es betrachtete, wie die Scheibe sich immer mehr vervollständigte, bekam das Ganze auch etwas Unheimliches. Eine strahlende Scheibe an Faszination hing da, umgeben von völliger Schwärze, in einem drohenden Nichts. Gerade so, als würde es demnächst von dieser unendlichen Schwärze verschlungen.

Er hatte es immer schon so empfunden. Zwiespältig. Einerseits etwas Erhabenes, Unnachahmliches, das den Atem des Unvergänglichen ausströmte. Und andererseits auch etwas, das einem klar machte, wie nichtig man doch war.

Als dann die volle Helligkeit wieder hereinschien, da war es, im Vergleich zur vorangegangenen Schwärze, als hätte eine Explosion stattgefunden.

Es gab nur eines, was dieses Erlebnis übertraf: Dann nämlich, wenn diese wunderbare und wunderschöne blaue Kugel über dem Horizont aufging.

Der Mensch neben ihm hatte es offenbar ganz genauso empfunden, denn er sagte: Allein DAS war es wert, Niel.

4 Gedanken zu „Faszinierende Unheimlichkeit#8220;

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