Rückbesinnung – eine Hommage an Fredl Fesl

Jüngst stolperte ich bei mir im Ort über einen Veranstaltungshinweis für den Oktober 2018; es wird dann, von einem lokalen Musiker, einen „Fredl Fesl – Abend“ geben; das löste bei mir eine Art Rückbesinnung aus.

Ich fühlte mich in die 70-er zurückversetzt. In die Zeit, als das Leben noch unbeschwert schien. Ich erinnerte mich an die Lieder vom Fredl. An die LPs, die ich von ihm hatte.

Daran, wie man empfand, dass der Fredl „einer von uns“ war.

An seinen „Königsjodler“, an das „Taxilied“, das „Lied vom Freibier“ und viele andere.

Rückbesinnung

Der Fredl

Heute ist der Fredl 71, und es sind, mal eben, über 40 Jahre vergangen.

Unbeschwerte Jahre. Jahre voll Lachen. Ok …. auch ernste Jahre.

Aber immer, wenn ich ihn höre, nimmt er mich mit, in diese Unbeschwertheit von damals.

Er, der aus seiner „niederbayrischen Heimat Niederbayern“ kam, hatte das niederbayrische Musik Kaberett erfunden. Etwas, in dessen Tradition etwa der Willi Astor steht.

Markenzeichen waren seine „kurzen“ Einleitungen, in denen er seine halbe Lebensgeschichte erzählt, und du hattest dich schon halb kaputt gelacht, bevor das „Lied“ überhaupt anfing.

Ich hatte die Ehre, ohne es zu wissen, einen seiner letzten Auftritte mitzuerleben. Ich glaub, das war 2006. Ich fragte mich an diesem Abend, ob es ihm wohl nicht gut ginge. Erst ein paar Tage später las ich, dass er seit 1997 Parkinson hatte.

Es machte mich traurig, dass ein solch lebensfroher Mensch nicht mehr das ausdrücken konnte, was er ausdrücken wollte.

Er selbst aber kam gut damit zurecht. Sein Geist war immer noch fit.

Und wer selbst einen Eindruck haben möchte, der kann sich auf YouTube die Lebenslinien vom Fredl anschauen.

Was er dort zB sagt, und mir sehr in Erinnerung blieb:

„Ich wusste nie so recht, was ich will, aber ich wusste immer ganz genau, was ich NICHT will.“

Und so war er viel, der Fredl: Kunstschmied, Gewichtheber, Bierkutscher, Baggerfahrer, Soldat („ich war Gebirgsjäger, hab also das Gebirge gejagt“), um dann zu seiner Liebe zu gelangen, dem Liedersingen, und zu solchen Schmankerln wie dem Lied „Für die Katz“ und der sagenhaften Vorrede dazu.

Er hat diesen Stil ja kreiert, dass manchmal die Vorrede sogar das Beste vom Ganzen war.

Und so geht die Zeit vorbei, und bis man schaut, is es spät. Ich hätte mir gewünscht, ich hätte ihn das eine oder andere Mal öfter spielen gesehen. Doch jetzt ist er 71, und, wie er sagt, der Herr Parkinson sein ständiger Begleiter, und die Gitarre steht im Eck.

Wenn man die Zeit mit vielerlei Unsinnigem vertrödelt, dann bleibt einem irgendwann nur noch die Rückbesinnung auf „damals“.

Und so hoffe ich, dass jener „Fredl-Fesl-Abend“ im Oktober eine schöne Sache wird, denn er erinnert mich dann an eine der schönsten Zeiten in meinem Leben. An die Fahrt mit dem Taxi durch Giesing, den Erlebnissen am Chinesischen Turm und derlei mehr.

Und daran, dass man sich immer ins Gedächtnis rufen sollte, was JETZT ist, um es bewusst erleben zu können. Denn dereinst ist dieses JETZT vorbei und nicht mehr erlebbar.

Es grüßt
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Freu mich echt über jede Nachricht !!!

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