Die Götter in weiß haben immer recht

Eine gute Bekannte besucht derzeit die Götter in weiß, sprich, sie ist im Krankenhaus und wird operiert.

Götter in weiß

Hintergrund: Sie war auf Eis gestürzt, und hatte sich die Kniescheibe gebrochen.
Erste Anlaufstation war das MVZ (medizinisches Versorgungszentrum) gewesen, das dem Krankenhaus angeschlossen ist.
Dort vermittelte man ihr zunächst ärztlicherseits, dass sie jetzt eine Stabilisierungsschiene tragen müsse, und 2 Wochen später zur nächsten Röntgenaufnahme kommen solle. Weiter erhielt sie keine Informationen.

So geschah es.

Bei diesem nächsten Termin wurde sie zunächst mal zusammengerüffelt, weil die Schiene mittlerweile eine gebeugte Form eingenommen hatte, was nicht sein dürfe. Schuld daran war natürlich die Patientin, und keinesfalls die mangelnde Information seitens des Arztes.

Man wies sie dann sofort ins Krankenhaus ein, zur OP, wo man ihr nach anfänglicher Betrachtung der Unterlagen sagte, dass das zeitmäßig grade nochmal gut gegangen sei. Hätte Sie noch etwas länger gewartet mit der OP, wäre eine solche nicht mehr möglich gewesen, hies es, denn dann hätte die Kniescheibe bereits Kalk angesetzt gehabt.

So sehr die Ärzte auch nur Menschen sind, und mit den Vorgaben zurechtkommen müssen, die ihnen immer mehr von aussen aufgedrückt werden, so scheint mir dieser Fall dann doch ein Paradebeispiel dafür, dass Patienten immer mehr im Fließbandsystem durch Einrichtungen geschleußt werden, mit möglichst geringem Zeitaufwand, was naturgemäß zwangsläufig dazu führt, dass etwas auf der Strecke bleibt.

Nun habe ich in meiner Situation auch genügend mit Ärzten zu tun, und kann bestätigen, dass sowas kein Einzelfall ist. Allerdings bin ich dann einer, der aus Erfahrung viele Zusammenhänge zumindest ansatzweise begreift, und dann immer wieder nachbohrt, auch wenn man merkt, dass der Arzt gedanklich schon im nächsten Sprechzimmer ist. An dieser Stelle bin ich dann aber immer sehr schmerzfrei, und bestehe darauf, vollständig informiert zu sein.
Manche „Götter in weiß“ verhalten sich da anders, und konzentrieren sich auf den Patienten, der grade vor Ihnen sitzt, und widmen dem die notwendige Zeit und Zuwendung. Aber eben nur manche.

Manche anderen Götter in weiß sollten sich deshalb doch mal selbst fragen, ob ihre Art und Weise, wie sie mit den Dingen umgehen, angemessen ist.

Man sollte sich auch von der Einstellung verabschieden, dass Ärzte besondere Menschen sind. Grundsätzlich sind sie auch nicht anders zu beurteilen, wie andere Berufstätige. Alle mit Fehlern, Vorstellungen, Einstellungen und dergleichen behaftet. Wobei ich einem Arzt selbstverständlich immer zugestehe, dass er einen etwas weiter gehendes Berufsethos hat, wie z.B. ein Finanzbeamter. Und ev. gerade deshalb, sollten sich manche Ärzte dann doch mal selbst hinterfragen.

An der Stelle möchte ich auch mal DEN Mitgliedern des Gesundheitswesens ETLICHE Lanzen brechen, ohne die dasselbe wohl schon halb zusammengebrochen wäre: Die Krankenschwestern.

Was die leisten, und trotz aller Belastung immer noch freundlich bleiben, und für die Patienten da sind, ist enorm. Und das bei DER Bezahlung.

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!