Google und das Ende des Computers

Jüngst war da die Entwicklerkonferenz Google I/O.

Was dort so offenbart wurde, sollte, meiner Meinung nach, zu großem Nachdenken Anlass geben.

Nur einiges davon, dem Googles CEO Ausdruck verliehen hat:
Google will das Zentralgehirn für maschinelles Lernen und die Schnittstelle zur Welt werden.
Der Anfang davon ist der dort vorgestellte „Google Assistant“ (vergleichbar Cortana oder Siri).
Was den Google Assistant unterscheidet, ist die Ressource im Hintergrund. Er ist die Schnittstelle zu dem Wissen, das Google seite Jahren anhäuft und zu einem intelligenten Netz aus Wissen verknüpft hat.
KI first, heißt das (künstliche Intelligenz). Etwas an dem Google seit Jahren arbeitet.
Mit der Öffnung nach außen wird dieses intelligente Netz nun noch viel größer. Jeder, der Googles Dienst benutzt, vergrößert damit das Wissen der KI-Algorithmen.
Damit das alles funktioniert, muss diese gewaltige Wissensmaschine selbst intelligent werden, Daten selbständig aufbereiten, verdichten und sinnvolle Zusammenhänge herstellen.
Der Weg geht von menschlicher Informationsverarbeitung hin zur maschinellen.
Hardware ist nicht mehr zentral, sondern eine Software, die das Nutzerbedürfnis über Rechenzentren interpretiert und kontextgenaue Lösungen anbietet.
Die Hardware ist dabei nicht mehr so wichtig und vielfältig (Uhr, Auto, Sprachschnittstelle, Brille).

Ich kann mir nicht helfen, aber bei mir schrillen da die Alarmglocken.

Wir geben die Steuerung unseres Verhaltens an Rechenzentren ab. Was wir tun, wohin wir gehen, welche Informationen wir bekommen und welche nicht, das entscheidet künftig dann eine Software? Welche Verknüpfungen da aufgebaut werden zwischen verschiedenen Wissensdetails, das entzieht sich unserer Kenntnis?

Ein fiktives Beispiel:

Wir sind in der Stadt unterwegs, zufuß oder mit dem Auto, das Rechenzentrum weiß, wo wir sind, GPS macht´s möglich, wir haben einen Termin beim Arzt, Google weiß das, denn schließlich hat der Arzt seinen Terminplaner dort am Laufen, Google weiß auch, welcher Arzt, wie lange also vermutlich der Arztbesuch dauern wird, kennt die Geschäfte in der Umbebung, informiert uns über die Angebote dort, wir gehen hinterher einkaufen, natürlich in den Geschäften, die uns vorgeschlagen wurden; im letzten Geschäft wird der Inhaber informiert, dass wir unser Konto überziehen, dessen Stand natürlich laufend bei Google bekannt ist, worauf wir höflich darauf hingewiesen werden, dass der Kauf leider nicht möglich ist usw usf.

Letztlich steuert Google, wohin wir gehen, was wir kaufen, wieviel wir kaufen, wer unser Geld bekommt, wer also Umsatz macht, welche Geschäfte letztlich pleite gehen, mangels Umsatz, was wir essen, welche Informationen wir bekommen etc etc

Und das alles, weil wir das mit uns machen lassen, weil der Mensch bequem ist, und weil diejenigen, die dafür verantwortlich sind, es nicht beizeiten sicher gestellt haben, dass nicht eine Firma ein Monopol auf Informationen hat.

Bleibt die Frage, was sonst noch alles, über unsere Köpfe hinweg, entschieden wird. Das obige Bsp. war ja nur Kleinkram. Es könnte ja auch darum gehen, wen wir mögen, wen wir nicht mögen, welche Länder pleite gehen, welche Ressourcen wohin verkauft werden (Stichwort ÖL), welche Nachrichten wer erhält und was auf dieser Grundlage entschieden wird. Es sind schon Kriege aus geringerem Anlass geführt worden.

Wer also kontrolliert letztlich unser Leben? Ich weiß, ein Stück weit utopisch und vll auch paranoid. Wobei ich lieber sage: Vorsichtig und vorausschauend. Aber lieber DAS, als dann hinterher sagen, dass wir es nicht sehen wollten, aus lauter Bequemlichkeit.

Andererseits, wenn die Entwicklung auf der Welt so weitergeht, wie in den letzten Jahren, was Klima, Kriege, Hunger, Flüchtlingsströme und Dergleichen angeht, dann brauchen wir uns über Google und KI vermutlich eher keine Sorgen machen.

Es grüßt,
das Smamap

2 Gedanken zu „Google und das Ende des Computers#8220;

  1. Deshalb besitze ich kein Smartphon, keine Kreditkarte, bin nicht bei FB, nicht bei Twitter etc. Habe keine Kundenkarten bei Läden. Bei Anrufen von Call Centern die mich suchen informiere ich immer diese Person aus der Liste zu streichen, diese sei verstorben.Bin fast nicht vorhanden und trotzdem Unternehmer. Erhalte Privat absolut keine Werbung und darauf bin ich stolz.
    Liebe Grüsse, Bernhard

    • Wenn ich so überlege, dann ist es so, dass ich auch so gut wie keine Werbung bekomme. Zumindest nicht in den Briefkasten. Bei eMails sieht das anders aus. Dort wo man überall angemeldet ist, sei es mit Kundenkarte oder als Käufer im Netz, dort wird auch mit eMail-Adressen gehandelt. Gut, mein Spamfilter funktioniert ganz gut, so dass wenig ankommt. Und meine Telefonnummer, die kennen nur ganz wenige. Die Festnetznummer. Und als Handy-Nummer, wenn nötig, gebe ich immer eine an, die ich nur höchst selten benutze.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.