Hinhaltetaktik / Geiselhaft

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Nun bin ich kein Freund martialischer Reden.

Jedoch je mehr ich mir das ansehe und überlege, was da in England passiert ist, umso mehr komme ich zu dem Schluss, dass da ganz gravierende parteitaktische/politische Motivationen im Hintergrund standen.

Klar spielten da die Befindlichkeiten der Bevölkerung dort eine Rolle. Und die waren halt schon seit Jahrhunderten geprägt durch „wir Briten für uns, das ist besser“. Ein Insel-Koller eben.
Und das haben sich, so meine ich mittlerweile, Politiker dort zunutze gemacht. Allen voran diejenigen, die sich persönlichen politischen Erfolg von einer solchen Kampagne erwarteten, v.a. also diejenigen, die den Brexit vorantrieben.

Da wäre allerdings auch ganz entschieden, so meine ich, der britische Premier zu nennen, der schon vor Jahren eine Abstimmung in Aussicht gestellt hatte, um seine innenpolitischen Gegner ruhig zu stellen.

Insofern finde ich eine Formulierung dieser Tage, wonach England (ich sage ganz bewußt immer „England“, weil andere Landesteile Großbritanniens völlig anders gestimmt haben) nicht erneut einen ganzen Kontinent in Geiselhaft nehmen könne, indem es seinen Ausritt aus der EU jetzt endlos in die Länge ziehe, als ziemlich zutreffend.
So sehr eine demokratische Entscheidung zu aktezptieren ist, so sehr muss sie dann auch gelten. Dass da interessierte Kreise erneut ihre Spielchen treiben, um das Beste für sich selbst daraus zu gewinnen, das kann es nicht geben, so meine ich.

Einen ganzen  Kontinent in die Krise zu stürzen, aus eigenen Befindlichkeiten heraus, ohne einen Gedanken an das Ganze zu verschwenden, geschweige denn an andere, das ist dann doch schon, gelinde gesagt, ziemlich egoistisch, um nicht zu sagen schäbig.
Da würde ich dann mal behaupten wollen, dass die Engländer dann auch draußen bleiben sollen, wenn sie den Gedanken an eine Gemeinschaft mit anderen dann doch eher nicht leben können.

Ich hoffe daher, dass die Politiker, die jetzt in einer ziemlichen Vielzahl, den umgehenden Austrittsantrag Großbritanniens auf dem Tisch sehen wollen, dann auch ihren Worten Taten folgen lassen.

Ganz persönlich fand ich immer schon, dass ein Land, das ständig nur NEIN sagt zu Gemeinschaftsentscheidungen, in einer EU nichts zu suchen hat.

Nichtsdestoweniger sollte sich eine EU dann doch auch Gedanken darüber machen, wie der künftige Weg aussehen muss, den man gehen möchte.
Dass Rechtspopulisten die Gunst der Stunde gerne nutzen täten, ist klar. Was die Wahrheit und Klarheit deren Behauptungen angeht, sieht man alleine schon daraus, dass sie meinen, durch die britische Entscheidung hätte sich irgendwas geändert. Alles was anders geworden ist, ist, dass ein Abstimmungsergnis auf dem Tisch liegt, das 24 Stunden vorher noch nicht dort lag. Alles das, was die EU ausmacht, ist immer noch das Gleiche wie zuvor. Die Menschen jetzt mal schnell emotional über den Tisch zu ziehen, ist eine Einstellung, die die Menschen zum Dummvieh abstemmpelt.

Mir kam diese Tage der Gedanke, ob es nicht sinnvoll sein könnte, dass nur DIE Länder eine EU bilden, die auch wirklich sich dazu durchringen können, nationalstaatliches Denken, zu Gunsten einer Gemeinschaft, ein ganzes  Stück weit beiseite zu schieben. Mitglied zu werden, um die Vorteile zu nutzen, und wenn man dann mal was geben muss, dann sich zu sperren, das kann es ja wohl nicht sein.
Ein solcher Weg würde aber bedeuten, dass man alle Bevölkerungen befragen muss. Und dann kämen wieder die aus ihren Löchern, die aus einer solchen Befragung politisches Kapital schlagen wollen.
Obwohl …. SO schlecht wär das gar nicht, denn dann ließe sich wenigstens mit Fug und Recht sagen ….. „Ihr wolltet ja nicht !!!“. Ev. würden dann sogar so Manche ihr Hirn einschalten und nachdenken?

Es grüßt,
das Smamap

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