Ich war noch niemals in New York …….

Im Moment scheint in den Blogs, denen ich folge grad das Thema „Fliegen“ großen Anklang zu finden.

Und in einem Beitrag kam da auch New York drin vor.

Ich hätte da auch was zum Besten zu geben 😉

Woraus sich ergibt, dass das gelogen wäre, dass ich noch niemals in New York war.

Irgendwie war ich tatsächlich noch nie so wirklich dort. Aber auf dem Flughafen schon. So beim Umsteigen. Ist zwar schon reichlich 20 Jahre her, und ich muss jetzt schon sagen, nur mal schnell beim Umsteigen stimmt auch nicht so ganz.
Weil das Umsteigen gestaltete sich damals eher etwas schwierig. Wir hatten nämlich jede Menge Zeit. Dachten wir so. WIR, das waren meine damalige Frau, unser Erstgeborener, seine Großeltern und ich.
Also raus aus dem Flieger, der uns dorthin gebraucht hatte, und erstmal die Lokalität aufgesucht, die es brauchte, um Junior zu wickeln.
Das dauerte seine Zeit, weil das Etablissement war natürlich am anderen Ende des Flughafens. Endlich dort angekommen, und junior gewickelt, vernamen wir sodann unseren Namen über Lautsprecher. Mein Englisch war damals ziemlich gut, und so konnte ich ohne Probleme erfahren, dass wir schon ein paarmal ausgerufen worden waren, und wir mögen uns doch am Boarding-Schalter melden.
Also hoppla hopp, die Beine in die Hand genommen, bzw. Junior, und los gelauffen. Schließlich wollte man ja mit, mit dem Flieger Richtung München.

Endlich am Schalter angekommen, die Lunge auf dem Boden, stellte sich raus, dass es nur darum ging, dass wir die  Einzigen waren, die sich noch nicht gemeldet hatten, und wir deswegen ausgerufen worden waren. Es wäre gar nicht so dringend gewesen, weil das Flugzeug habe eh Verspätung. So saßen wir also da, pumpten wie die Maikäfer, und wussten nicht so recht, ob wir uns freuen sollten.

Eine halbe Stunde später rollte das Flugzeug ans Terminal. Wir wurden aber gleich darüber informiert, dass es sich noch etwas hinziehen würde, weil sich der Abflug wegen eines Defekts am linken Triebwerk noch etwas verzögern würde.

So sahen wir also dann etwa 1 Stunde den Mechanikern dabei zu, wie die das Triebwerk entkleideten, und sich an den Innereien zu schaffen machten. Wieder wussten wir nicht so recht, ob wir uns darüber freuen sollten.

Die Vorstellung, stundenlang mit einem reparierten Triebwerk, über nichts als Wasser unterwegs zu sein, wollte mich nicht so recht aufheitern. Auch die offensichtliche Tatsache, dass das Flugzeug 3 Triebwerke hatte, konnte mich nicht so wirklich in einen ruhigen und zufriedenen Menschen verwandeln.

Als wir dann endlich an Board waren, hieß, der Abflug werde sich verzögern, weil wegen des sich entwickelnden Unwetters (es regnete mittlerweile heftig, inkl. Blitz und Donner), seien die Start- und Landesbahnen mittlerweile gesperrt.

Wieder eine halbe Stunde später hieß es, eine Bahn sei nun wieder offen, aber wegen des großen Staus an abfliegenden Flugzeugen, und deswegen, weil diese Bahn parallel auch als Landebahn benutzt würde, wäre mit weiterer Verspätung zu rechnen.

Es ging dann im Schneckentempo voran, und wie wir dann in der Nähe des Beginns der Startbahn waren (ich hatte einen Fensterplatz), konnte ich das so mitverfolgen, wie sich ein Flieger nach dem anderen langsam in die Startbahn schob, und nach kurzer Pause sich auf den Weg machte. Zwischendrin landete immer ein Flugzeug, bevor dann wieder das nächste starten konnte.

Und dann endlich, waren WIR dran.

Ich realisierte, wie unser Flieger so auf die Startbahn einschwenkte, sah aus dem Fenster, und bemerkte aus der Ferne das sich nähernde Flugzeug, das da jetzt landen wollte.

PLUMPS …. war mein Herz in der Hose.

Nie im Leben würde das gut gehen. Viel zu nahe war der Flieger schon. Ich sah uns schon …… ach was weiß ich, was ich sah.
Jedenfalls stand unser Flieger noch gar nicht auf der Startbahn, war noch mittendrin beim Einschwenken, und da gab der Pilot schon Vollgas. Frei nach dem Motto: Ätsch bätsch, bin schneller wie du.

Ich war ja damals schon etliche Male geflogen, aber SOWAS hatte ich noch nie erlebt. Nix von wegen stehenbleiben, Flugzeug ausrichten, Triebwerks- und Bremsentest. Nö, halbwegs auf die Bahn und ab durch die Mitte.

Ich glaube, ich brauchte die Hälfte des Fluges, um mein ganzes System wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen.

Der Einzige, den das überhaupt nicht interessierte, war Junior. Der lag vor uns auf dem Boden der Flugzeugkabine, weich gebettet auf diversen Decken, und schlief den Schlaf des Gerechten.
Die Stewardess sah das zwar, und man sah ihr an, dass sie von Berufs wegen hätte etwas sagen müssen, aber sie betrachtete kurz Junior, nickte mit einem Lächeln und fragte nur, ob sie etwas für uns tun könne.

Ich werde diesen Flug nie vergessen ……

Und EIGENTLICH war ich noch niemals in New York.

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!