Linux – das bessere Windows?

Bei der Leerung meiner letzten Umzugskartons bin ich auf das Buch „Nickles Linux Report“ aus dem Jahr 2007 gestoßen.

Und habe heute zu lesen angefangen.

Einmal um so einige grundlegende Dinge für mich zu erarbeiten (Manches ist echt wissenswert), und zum anderen, um zu sehen, was sich innerhalb von fast 10 Jahren getan hat.

Und es hat sich so einiges getan: Vieles von dem, was vor knapp 10 Jahren noch Hürden waren, ist heute fast vollständig beseitigt. Frei nach dem Motto „DVD einlegen, installieren und gut is“.

Mancher Hintergrund ist gleichfalls sehr interessant.
So steht da z.B. auf Seite 23 (ich hoffe der Verlag sieht mir dieses Zitat nach):“Open Source ist viel mehr als kostenlos! Es gab vor langer Zeit mal eine kleine Softwareklitsche, deren Boss eine saucoole Idee hatte. Er hat alles, was er gemacht hat, einfach verschenkt. Und zwar raffiniert verschenkt!
Es gab weltweit viele PC-Anbieter, die ihre Rechner einfach mit Raubkopien des „Verschenkers“ bespielt haben, große Office-Softwarepakete gratis zum Lieferumfang beipackten. Der wusste das genau, hat aber beide Augen zugedrückt. Aus einem simplen Grund: damit sich die Menschen an seine Software gewöhnen.
Und als genug Menschen verseucht waren, alle Konkurrenten, die nix verschenkt haben, pleite waren, da her er mit dem Hammer auf „Raubkopierer“ draufgehauen und seine Geldmaschine angeworfen. Eine Textverarbeitung wie „Microsoft Word“ oder ein Betriebssystem wie „Microsoft Windows“ kostet heute richtig fett Kohle.
Wer Menschen an was gewöhnt hat, der hat sie unter Kontrolle. Denn er allein entscheidet, wann er schenkt, und wann er dann kassiert. Etwas, das heute kostenlos ist, kann morgen also schon elend teuer sein!
Open Source ist Zeugs, das nicht nur kostenlos ist, sonder VOLLSTÄNDIG bis ins letzte Detail offen gelegt und frei verfügbar. Jeder Mensch darf damit fast alles machen, was er will, es nach Belieben verändern. Aber alles, was jemand an Open Source verändert, muss weiterhin als Open Source weitergegeben werden. So was wie erst verschenken, dann Hahn abdrehen und kassieren, funktioniert da nicht.
Und genau das ist die Idee von Linux.“

Das, was dem Bill Gates da als „Geschäftidee“ eingefallen war, war schon genial. Das muss man ihm lassen.
Aber es gibt eben immer 2 Seiten einer Medaille. Die andere Seite ist die, dass man einer solchen „Geschäftsidee“ auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist, wenn man mit dieser Idee marktbeherrschend geworden ist.

Man kann froh sein, dass es heute noch eine Konkurrenten gibt, namens „Linux“, der eine wirkliche Alternative bietet.

Nun ist selbstverständlich auch bei Linux nicht alles „Gold, was glänzt“. Da gibt’s so einige Entwicklungen, die nicht wirklich „das Gelbe vom Ei“ sind. Linux hat v.a. damit zu kämpfen, dass es von Unix abstammt, und immer noch das Bild im Hintergrund hat, eines Betriebssystems, das unheimlich schwierig in der Handhabung ist.

Früher war das auch bei Microsoft nicht anders. Es gab nur MS-DOS, also nur die Möglichkeit auf dem Bildschirm unverständliche Kommandozeilen einzugeben, die der Rest der Bevölkerung nicht verstand. Vereinfacht gesagt, war UNIX nichts anderes. Auch dort unverständliche Kommandos auf dem Bildschirm
Ich habe zu dieser Zeit mit der Computerei beruflich angefangen, und war stolz darauf, was ich mit meinen MS-DOS-Kenntnissen alles bewirken konnte.

Und dann kam Microsoft mit Windows. Und endlich konnte jeder Dateien kopieren, ohne Kommandozeilen kennen zu müssen.

MS hatte den Vorteil, früher dran zu sein (it’s the early bird, that catches the worm).

Und dann hatte der gute Bill noch o.g. „Geschäftsidee“. Und diesen Vorsprung hat Linux bis heute nicht aufgeholt.

Die Linux-Leute haben sich dann noch das eine oder andere Eigentor geschossen, was die Sache nicht grade erleichtert hat.

Einen Vorteil hatte der Vorsprung von MS aber dann doch: Linux konnte aus den Fehlern von MS lernen, und setzte auf ein Konzept, das z.B. dazu führte, dass Viren für Linux nahezu keine Thema sind.

Und heute würde ich meinen, ist Gleichstand erreicht. In beiden Welten ist eine anspruchsvolle graphische Benutzeroberfläche vorhanden, für den OttoNormalverbraucher. Den einzigen Vorteil, den MS noch hat, ist der, dass der Hersteller, eben wegen der o.g. „Geschäftsidee“ immer noch sehr viel Macht im Markt hat. Teilweise durch sehr langjährige Verträge.
Bestes Beispiel sind die Geldautomaten der Banken. Bis vor Kurzem liefen diese zu 95% mit Windows XP. MS hatte es verstanden, die Hersteller mit weiterem Support zu binden, als XP offiziell eingestellt wurde. Das Ende vom Lied war, dass die Automatenhersteller nach und nach auf Windows 10 umsteigen werden, und somit dieser Markt für MS weiterhin ein riesen Geschäft ist. Welches Betriebssystem letztlich auf den Automaten läuft wäre grundsätzlich egal, aber wer einmal den Fuß in den Tür hat, wird versuchen, ihn auch dort zu behalten.

Was die meisten nicht wissen, ist, dass nahezu jeder jeden Tag mit Linux arbeitet. Denn (fast) alle Server im Internet basieren auf Linux. Man sieht daran, dass das System das hinter der graphischen Oberfläche läuft, nicht so sehr von Bedeutung ist. Hauptsache der Anwender kann klicken, und der Klick führt genau den Befehl aus, der im Hintergrund ausgeführt werden muss.

Was lehrt uns das alles?
Vielleicht das Eine, nämlich dass das, was am Markt vorherrscht nicht unbedingt das ist, was besser ist.

Es gibt genügend Beispiele aus der Vergangenheit, wo Geld darüber entschied, was sich zunächst durchsetzte.

Es grüßt,
das Smamap

 

Freu mich echt über jede Nachricht !!!