Männer sind anders wie Frauen

Ich sprech da nicht von dem „gewissen“ Unterschied, und auch nicht von Mario Barth.

Und insgeheim glaube ich da auch gar nicht so sehr dran, an große Unterschiede.

Aber an EINER Stelle ist mit Sicherheit ein Unterschied da.

BEIM EINKAUFEN!!!

Dran gedacht habe ich wieder mal an Hand eines Beitrags von „Dampfbloque“, der HIER nachzulesen ist.

Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich damit in meiner Kindheit/Jugend konfrontiert worden, wie ich mit meiner Oma immer mal einkaufen fuhr, in die nächste größere Stadt (ich verbrachte bei ihr meist meine Sommerferien).

Da passierte es nämlich Desöfteren, dass ich meine Oma verlor.
Das geschah SO, dass wir so nebeneinander gingen, ich mit ihr sprach, und dann auf einmal keine Reaktion mehr kam. Ich stellte dann jeweils überrascht fest, dass sich meine Oma in Luft aufgelöst hatte.

Mitunter dauerte es dann etliche Minuten, bis ich sie wieder fand. Sie hatte sich nämlich dann urplötzlich dazu entschieden, ohne Kommentar abzubiegen, weil sie irgendwas von Interesse in einem Geschäft gesehen hatte. Je nachdem, wie bald ich das bemerkte, dass sie nicht mehr da war, konnte das schon ganz schön schwierig werden, sie wieder zu finden.
Und man kann sich bestimmte den Schreck verstellen, den so ein Knirps hat, wenn er feststellt, dass seine Bezugsperson in der großen Stadt nicht mehr vorhanden ist.
Irgendwann hatte ich mich daran gewöhnt, aber der Schreck war dann momentan immer vorhanden, doch ich wusste zumindest, dass ich sie immer in irgendeinem Geschäft wiederfinden würde.

Häufig bin ich mit derlei Sonderarten des Einkaufens nicht konfrontiert worden. Meine Mutter erledigte Einkaufen immer in den Zeiten, in denen ich gut im Kindergarten oder der Schule aufgehoben war.
Die Mutter meiner Kinder beschränkte die gemeinsamen Familien-Einkäufe immer auf das zeitlich Notwendige, weil Einkaufen mit Kindern doch immer leicht anstrengend ist.

Und so kam ich, NACH meiner Oma, erst wieder mit den Besonderheiten des Einkaufens in Kontakt, als ich, es muss etwa 3 Jahre her sein, dazu „eingeladen“ wurde, eine gute Bekannte beim Einkaufen im Einkaufszentrum zu begleiten. „Einkaufszentrum“ ist dabei das Riesengebilde, in dem sich Geschäft an Geschäft reiht.

Was ich damals NICHT wusste: Sie liebt es, in Klamotten-Geschäften zu stöbern, Sachen anzuprobieren, und zu kaufen. Geschäfte namhafter Modemarken.
Man muss dazu jetzt wissen, dass jene Bekannte gesundheitliche Einschränkungen hat (auf die ich hier nicht näher eingehen will), die es ihr nicht erlauben an normalen Aktivitäten des Lebens in größerem Maß teilzunehmen. Ich habe es dann für mich so interpretiert, dass sie in ihren Einkaufsaktivitäten einen gewissen Ausgleich gesehen hat.

Jedenfalls können derartige „Aktivitäten“ dann durchaus mehrere Stunden in Anspruch nehmen.
Ich gehöre zu der Spezies, die Einkaufen auf das beschränkt, was notwendig ist. Ich weiß, was ich brauche, gehe hin und hol mir das, und gut is. Mehrere Hosen anprobieren ist schon etwas, was ich nicht unbedingt haben muss.

Und so beschränken sich meine Aufenthalte in Bekleidungsfach-geschäften, Baumärkten, Supermärkten usw usf, immer auf das zeitlich notwendige.

Und so begleite ich also besagte Bekannte immer dorthin, wo sie hin möchte, verabschiede mich dann ins nächstgelegene Café oder in einen Bücherladen, wo sie ohne Probleme hingelangen kann, und vertiefe mich dort in Cappu, Kuchen, Buch, Zeitung oder was auch immer.

Ich hatte damals EINMALIG den Fehler gemacht, sie durch die Geschäfte zu begleiten. Meinen Zustand kann ich da nur mit „zunehmender Verzweiflung“ beschreiben. Geduld war ab einem gewissen Zeitpunkt schlichtweg ein nicht mehr vorhandener Bestandteil meines Wesens.

Wie ein Mensch derart andauernd von Kleidungsstück zu Kleidungsstück wandern kann, und immer neue Ideen hat, was man alles miteinander kombinieren kann, ist mir völlig schleierhaft.
Das Verlassen eines Etablissements gestaltete sich dabei immer als äußerst zeitaufwendig, je nachdem, wieviele Kleidungsstücke sich auf dem Weg von der Kasse bis zum Ausgang noch im Weg befanden.
Ich glaube der Rekord lag damals bei 5-maligem nochmaligem Aufsuchen der Kasse.

Es kommt der Spruch zur Anwendung „SO kann man seine Zeit auch rumbringen“.

Wie gesagt, ich fand dann durchaus Verständnis dafür, was sie da für sich zelebrierte und offenbar auch brauchte, aber ich fand keinerlei Zugang dazu, mich dort einzubringen.
Ich muss zwar damit rechnen, dass ich, falls sie dies hier jemals lesen sollte, eine auf den Deckel bekomme, aber das ist dann halt so. Aber kann auch sein, dass der Krug an mir vorübergeht, weil sie, wenn ich so recht überlege, mich seit Neuestem immer von sich aus irgendwo absetzt.
Und um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich genieße diese Zeit, und das sind immer schöne Nachmittage.

Wie soll man das alles interpretieren? Kann es sein, dass „Einkaufen“ bestimmte Vorgänge im Gehirn auslöst? Bei Männlein UND bei Weiblein?

Im Gesamtzusammenhang denke ich da immer an meinen Dad, der immer wieder einmal sagte (sinngemäß), dass Männer einander das sagen, was es zu sagen gibt. Kurz und Knapp eben, und Fall erledigt. Wie man stundenlang miteinander telefonieren kann, das entzog sich ihm immer völlig. Und doch war seine Partnerin diejenige, die das Telefon zu 99,99% mit Beschlag belegte.

Ev. hat das Ganze ja auch etwas mit Genen zu tun.

Es grüßt,
das Smamap

2 Gedanken zu „Männer sind anders wie Frauen#8220;

  1. Sogar mit Verlinkung. Vielen Dank. 🙂 Die Frage mit den Genen ist schwer zu klären. Denn klar ist, dass es da Unterschiede gibt. Aber was diese bedeuten, steht auf einem anderen Blatt. Zumal „Shopping“ ein relativ junges Phänomen und daher wohl eher eine gesellschaftliche denn biologische Prägung ist.

    Und das „Mehrere Hosen anprobieren ist schon etwas, was ich nicht unbedingt haben muss.“ ist auch mein absoluter Hassmoment beim Einkaufen. Hose aus, Hose an, Hose zu eng, Hose aus, Hose an, neue Größe holen…wurgs!

Freu mich echt über jede Nachricht !!!