Manchmal is immer zu früh

Ein neues Jahr hat begonnen. Mit all dem, was so an Wünschen besteht.

Nun – im Lauf der zunehmenden Jahre werden die Wünsche eher demütig.

Ich wünschte allen Menschen, mich inbegriffen, etwas Glück, v.a. Gesundheit, und die Möglichkeit die kleinen Dinge des Lebens zu genießen (wenn dann mal was Größeres dabei wäre, hätte man sicherlich nix dagegen).

Für mich hat der Beginn eines neuen Jahres immer auch etwas Zwiespältiges.
Vor ein paar Jahren ereilte mich am Neujahrstag die Todesnachricht meines Vaters.

Ich brauchte ein paar Jahre, bis ich es schaffte, dass am Neujahrstag nicht mehr „Land unter“ war. So 3-4 Jahre war dieser Tag immer fürchterlich. Ich verkroch mich.
Da war nämlich etliche Jahre eine Distanz zwischen meinem Vater und mir gewesen, und wie die endlich weg war, wir eine sehr gute Verbindung zueinander gefunden hatten, und er in Rente ging, und Zeit gewesen wäre, das zu vertiefen, da war es plötzlich zu ende. Ich hätte mir so gewünscht, er wäre noch ein paar Jahre für mich greifbar gewesen.

Man sagt gemeinhin „so ist das Leben“. Aber manchmal kann es schon gemein sein.

Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal wieder das Feuerwerk genossen, was mir umso leichter fiel, als es an meinem jetzigen Wohnort relativ üppig ausfiel (in einer kleinen Stadt is das halt doch etwas anders als weit auf dem Land draußen).

Und so habe ich heute das Bild meines Vaters und eine Kerze aufgestellt, und ihm ein gutes neues Jahr gewünscht, verbunden mit einer kleinen Träne.

Warum ich das schreibe? Nicht weil ich möchte, dass andere darauf reagieren. Nein, es war mir einfach ein Bedürfnis.

Es grüßt,
das Smamap