Mindesthaltbarkeitsdatum

Schon eine ganze Weile wird der Sinn des Mindesthaltbarkeitsdatum diskutiert. Und passiert ist NICHTS.

Diskutiert wird es deshalb, weil viele Menschen meinen, Nahrungsmittel wegwerfen zu müssen, wenn das Datum abgelaufen ist.

Die Hintergründe zum Mindesthaltbarkeitsdatum

Zum einen die Trägheit des Gesetzgebers, wenn es darum geht, Unsinniges zu ändern.
Und zum anderen die Ignoranz des Verbrauchers. Wobei der „Verbraucher“ nichts Anonymes ist, sondern jeder Einzelne von uns, also auch diejenigen, die dies hier lesen.

Lt. WWF landen in D jährlich über 18 Mio. Tonnen Nahrungsmittel im Müll. 10 Mio. Tonnen davon könnte man auch ohne Einsatz von Technologie vermeiden. Das Hauptproblem, so die Studie, ist der Verbraucher.

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Dazu noch 2 Zahlen: Von den 7 Mrd. Menschen auf der Welt hungert täglich 1 Mrd. Rechnerisch würde die heutige Nahrungsmittelproduktion jedoch ausreichen, um über 10 Mrd. Menschen satt zu machen.

Sicherlich hat das nur z.T. mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum zu tun. Jedoch stellt dieses auch einen erheblichen Teil des Problems dar. Die Politk hat dazu aber seit Jahren, außer vollmundiger Ankündigungen, nichts geleistet.

Viele Menschen meinem immer noch, ein abgelaufendes Mindesthaltbarkeitsdatum sei gleichbedeutend mit verdorbenen Lebensmitteln.

Mal ein paar Beispiele aus eigener Erfahrung (immer davon ausgehend, dass sich alles, durch die Bank, im Kühlschrank befindet):
Ein Kräuterbaguette dessen MHD einige Wochen abgelaufen ist, ist immer noch absolut einwandfrei. Ebenso der eingetütete Mozarella, der schon 2 Wochen abgelaufen ist. Das Toastbrot ist auch 2 Wochen nach Ablauf noch absolut ok. Diese Liste ließe sich beliebig verlängern.

Die Folgen

Das Problem daran ist allerdings nicht nur die sinnlos vernichtete Nahrung, sondern auch, dass für all die vernichtete Nahrung absolut umsonst Ressourcen vergeudet wurden. Das geht los beim Anbau, geht über die Ernte, die Verteilung, die Kühlung, den Transport etc. etc.
All das wurde sinnlos aufgewendet, nur um etwas wegzuwerfen. Die Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima sind erheblich. Würde man gewährleisten, dass nur absolut Unvermeidliches weggeworfen wird, also auch kein zusätzlicher Ressourcen-Verbrauch entsteht, dadurch, dass Ersatzware gekauft wird, weil anderes eben sinnlos weggeworfen, dann wären die positiven Auswirkungen auf unsere Umwelt und das Klima sehr erheblich.

Was tun

Man sieht auch an diesem Bsp. wieder einmal, dass alle unsere Probleme hausgemacht sind. Selbst verschuldet.

Es ist gut vorstellbar, dass „interessierte Kreise“ ein Interesse daran haben, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum in der jetzigen Form bestehen bleibt. Denn was weggeworfen wird, muss neu gekauft werden, bringt also Umsatz und Gewinn.
Da ergibt sich dann wieder einmal die Frage, für wen denn eigentlich unsere Politiker da sind.

Die zentrale Frage aber ist, wann endlich der einzelne Verbraucher seiner Verantwortung gerecht wird. Wie in so vielen Bereichen. Leider zu oft lehnt sich dieser zurück und lebt auf Kosten anderer. Auf Kosten der Gesellschaft, auf Kosten der Natur, auf Kosten des Klimas, auf Kosten der 3. Welt usw usf.

Ich bin vor geraumer Zeit dazu übergegangen, das Mindesthaltbarkeitsdatum als Anzeig dafür zu verstehen, wann ich etwas gekauft habe. Ob etwas noch einwandfrei ist, das überlasse ich nicht dem MHD, sondern meiner eigenen optischen und geschmacklichen Beurteilung.

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!