Mord ?

Angenommen in Frankfurt überfällt jemand ein Geschäft und raubt es aus.

Einem Polizisten gelingt es, den Verbrecher auf der Flucht einzuholen. Dabei verletzt sich Letzterer und bleibt hundlungsunfähig am Straßenrand liegen.

Als schließlich die Einsatzkräfte dort eintreffen, geht ein Mitglied derselben auf den Täter zu und erschießt ihn.

Soweit der angenommene Vorfall.

Es gibt wohl nur wenige Menschen, die dies nicht als Mord sehen würden, auch wenn der Mann zuvor andere Menschen bedroht hatte. Demzufolge ist die Strafe, die unsere Rechtsprechung dafür vorsieht, sehr eindeutig.

Etwas anders verhält sich dies dann, wenn der Vorfall sich in der israelischen Stadt Hebron ereignet hätte, und der Erschossene ein Palästinenser gewesen wäre.
Es gäbe dort nicht wenige Menschen, die eine solche Tat als gerechtfertigt und heldenhaft ansehen würden.

Nun könnte man meinen …….
„Manche Menschenleben sind eben weniger wert, als andere Menschenleben.“
…… und …….
„Andere Länder, andere Sitten.“
ABER …… das wäre wohl zunächst einmal voreingenommen, und bevor man solchen Dinge von sich gibt, sollte man erst einmal die genauen Hintergründe kennen lernen.

Es grüßt,
das Smamap

10 Gedanken zu „Mord ?#8220;

  1. Liebes Smamap. Ganz so einfach ist das leider nicht. Vor allem aber ist es nicht so einseitig, wie Sie es hier darstellen. Das aergert mich ein bischen, denn es ist nicht gerechtfertigt. Dieser Soldat wurde angeklagt und muss sich vor Gericht verteidigen. Das ist der beste Beweis dafuer, dass Israel ein Rechtsstaat ist, und vor dem Gericht sind ALLE gleich.
    Es gibt in Israel ganz klare Gesetze und Regeln fuer Soldaten die bestimmen, wann ein Soldat schiessen darf und wann nicht. Auch ist sehr genau definiert, wie man sich in Faellen, wie dem Vorliegenden zu verhalten hat. Diese Regeln gelten hauptsaechlich dazu weitern Schaden bzw. weitere Opfer zu verhindern. Zum Beispiel darf niemand sich einem bewaffneten Attentaeter naehern, selbst wenn er schon scheinbar ausser Gefecht am Boden liegt. Denn das bedeutet noch lange nicht, dass die Gefahr vorbei ist. Er kann einen Sprengstoffguertel tragen oder noch immer bewaffnet sein und darauf warten, dass jemand sich ihm naehert (ist oft genug passiert).
    Durfte der Soldat deshalb auf ihn schiessen? Wahrscheinlich nicht. Hatte er jedoch genuegend nachweisbaren Grund anzunehmen, dass der Taeter noch bewaffnet oder gefaehrlich war, dann hat er eine Chance nicht verurteilt zu werden. Tatsache ist, dass in Israel eine hitzige Diskusion darueber gefuehrt wird, genauso, wie es in Deutschland und jedem anderen demokratisch liberalen frei-denkenden Staat der Fall waere. Auch in Deutschland, in den USA und ueberall in Europa gibt es Leute, die eine solche Tat als gerechtfertigt ansehen. Ich bin stolz darauf, dass in Israel eine solche Diskusion gefuehrt wird, es ist gut das der Vorfall zu Kontroversen fuehrt. Nur so kann eine Gesellschaft ihre Werte und deren Grenzen wahren. Nur durch die Auseinandersetzung mit umstrittenen Faellen kann man ein humanitaeres, gleichberechtigtes Verhalten im Rechtsstaat sichern.
    Zu sagen „Andere Laender andere Sitten“ – als ob ganz Israel diesen Soldaten als Held ansieht – ist so, als wuerde ich ganz Deutschland als Nazis bezeichnen, weil eine Politikerin gesagt hat es waere o.k. auf Fluechtlinge an der Grenze zu schiessen. Es
    ist ein boeses, falsches Vorurteil.

    Und was ist mit dem erschossenen Terroristen? Wie alle seine Vorgaenger wird er von der Palestinaenser-fuehrungwie ein Held gefeiert. Aber das scheint bei der Weltoeffentlichkeit nicht anzukommen. Auch die Bilder von den Attentaetern, die wieder aufgestanden sind und weiter mit Fleischermessern auf unschuldige, hilflose Opfer eingehackt haben oder weiter geschossen haben waehrend sie schon auf dem Boden krauchten, die werden nirgends gezeigt oder erwaehnt. Auch scheint niemand es fuer wichtig zu halten dass die Moerder von der Palestinaensischen Fuehrung teilweise ehrwuerdige Militaerbeerdigungen erhalten und im allgemeinen als Nationalhelden gelten. Strassen werden nach ihren Namen benannt usw.
    Ein Terroristen ist kein Raeuber. Er ist ein Mensch, der gewillt ist in den Tod zu gehen, sofern er vorher Juden getoetet hat oder so viele Juden wie moeglich mit in den Tod nehmen kannn. Er glaubt, dass Juden toeten eine gute Tat ist und dafuer ist er bereit zu sterben. Er will Mertyrer sein. Das sage ich nicht, sondern dass sagen Attentaeter, die mit dem Leben davon gekommen sind und waehrend sie in Israelischen Krankenhaeusern gesund gepflegt worden sind, Interviews abgegeben haben.

    Rechtfertigt das das Handeln des Soldaten? Nein. Aber „Manche Menschenleben sind eben weniger wert, als andere Menschenleben.“ und manche Menschenleben sind gar nichts wert. Juden sind nur tot etwas wert. Juden ermorden bringt Ruhm.

    • Liebe Ruth,
      nun aber mal langsam mit den jungen Pferden!!! Da scheine ich ja jemandes Nerv getroffen bzw. in ein Wespennest gestochen zu haben.
      Zugegeben, ich wollte provozieren. Und das ist mir offenbar gänzlich gelungen.
      Ich stimme dir ja in den meisten Dingen zu.
      Auch was die Einseitigkeit angeht, mit der von „interessierter Seite“ über Dinge gesprochen bzw. polemisiert wird, und sei es auf Kosten von Toten; egal von welcher Seite auch immer.
      Und, so wie du, finde auch ich es gut, wenn über solche Fälle hitzig diskutiert wird. Es zeigt, dass eine Gesellschaft lebt, und plural ist.
      Was ich einzig sagen wollte, ist, dass niemand, egal wer auch immer, und aus welcher Motivation heraus auch immer, das Recht hat, jemanden zu ermorden. Im vorliegenden Fall wird berichtet, dass ein Soldat, einen hinlänglich überprüften Täter erschossen hat, ohne dass von ihm noch Gefahr ausgegangen wäre.
      Man kann trefflich darüber diskutieren, wie so etwas zustande kommt, welche Hintergründe es gibt, wie die „Feinde“ verfahren und und und ……
      Letztlich bringt uns ein Verfahren mit Mord und Totschlag, egal aus welchen Motiven, und egal wer Täter und wer Opfer ist, keinen einzigen Millimeter weiter.
      Ich vertrete diese Ansicht auch hier in Europa, in Städten wie Brüssel und Paris.
      Gewalt wird immer nur Gegengewalt erzeugen.
      Eine Paradelösung dafür, diesen Teufelskreis zu verlassen, habe ich auch nicht.
      Ich weiß nur, dass Gewalt eine Sackgasse ist, und letztlich niemand mehr weiß, womit es eigentlich begonnen hat.

  2. Ja, ich stimme dem zu „dass niemand, egal wer auch immer, und aus welcher Motivation heraus auch immer, das Recht hat, jemanden zu ermorden.“ Aber
    warum verurteilen Sie dann ausgerechnet die Gesellschaft, in der man fuer solche Taten zur Rechenschaft gezogen wird? Merken Sie nicht, dass Sie ausgerechnet diejenigen kritisieren, die genauso denken wie Sie und auch danach handeln? Wenn man in Israel allgemein der Meinung waere, dass die Verhaltensweise des Soldaten korrekt war, wuerde man ihn nicht vor Gericht stellen. Warum dann also die beiden schlussfolgernden Saetze am Ende, die Israel als Ganzes als rassistisch verurteilen? Sorry, ich verstehe das wirklich nicht. Die Schlussfolgerung muss sei: Israel als auf Gleichberechtigung basierender Rechsstaat tut das Richtige, da es soetwas nicht einfach durch gehen laesst.

    Bitte nehmen Sie das nicht persoenlich, es ist mir klar, dass das, was Sie schrieben letztendlch genau das Bild wiederspiegelt, was sich Ihnen aus den Medien von Israel zeigt. Und das ist genau das, was mich so erschuettert. Es macht mich traurig und es macht mir Angst.

    Auch verstehe ich nicht, warum unsere Nachbarn nicht mir der selben Schaefe kritisiert und verurteilt werden. Sie koennen Gewalt verherrlichen, Moerder als Helden feiern, Strassen nach Moerdern benennen, offen zu Mord an Israelis und Juden aufrufen, Israel-freundliche Mitmenschen als Kollaborateure hinrichten usw., aber am Ende heisst es „…egal aus welchen Motiven, und egal wer Täter und wer Opfer ist,…“ oder so etwas. Nein, wenn man betroffen ist siehtr es ganz anders aus. Es ist nicht egal ob das Motiv der Wille ein Volk auszurotten ist, oder ob das Motiv Ueberleben und Verhinderung von mehr Gewalt ist. Ein Taeter benutzt Gewalt aus freier Entscheidung, vieleicht Ueberzeugung, dass es ihn an sein Ziel bringt. Das Opfer hat keine Wahl, manchmal kann es sein Leben nur durch Gewalt retten, selbst wenn er Pazifist ist. (Wird dann Opfer zum Taeter und Taeter zum Opfer?)

    Warum wird die eine Seite fuer die Fehlentscheidung eines Einzelnen schaerfer kritiesiert und verantwortlich gemacht, als die andere Seite, die offen zu Gewalt und Mord aufhetzt und Mordanschlaege offen unterstuetzt?

    Tut mir leid, dass ich mich hier so auslassen, aber es ist mir wirklich ein Raetsel.

    • Vll habe ich meine Worte nicht mit genug Bedacht gewählt, und sie sind ev. falsch angekommen. Ich weiß es nicht, und möchte jetzt nicht nochmal meine Worte zerpflücken und anders wieder zusammen setzen …..
      Um was es mir ging, war einzig, dass Mord nie eine Rechtfertigung hat. Egal, um ein Bsp. zu nennen, ob jetzt ein Palästinenser einen Israeli ermordet oder ein Israeli einen Palästinenser. Und egal ob ein Europäer einen Syrer oder ein Syrer einen Europäer ermordet. Und jeweils egal aus welchem Grund.
      Ja, es mag auch sein, dass Medien oft verkürzend wiedergeben.
      Es lag mir fern, irgendeine Seite verantwortlicher zu machen, als die andere.
      Es gab Zeiten, da war die Sicht für mich selbstverständlich, dass die Staaten um Israel herum darauf aus sind, den Staat Israel zu vernichten, und Letzterer jedes Recht hat, sich zur Wehr zu setzen. Hinzugekommen ist mittlerweile die Sicht, dass einen keinerlei Gewalt auch nur EINEN MM weiter bringt.
      Dass ein Land, das versucht, Gerechtigkeit zu üben, und Recht und Gesetz walten zu lassen, wie ich das für Israel auch voraussetze, dass ein solches Land moralisch höher zu setzen ist, als ein Land, das nur Mord und Totschlag kennt, darüber müssen wir uns nicht unterhalten.
      Aus deinen Worten (ich denke das DU zwischen Bloggern ist ok), schien mir zu sprechen, dass du meintest, ich (und auch viele andere) würden das Land, in dem du lebst mit Vorurteilen überziehen. NEIN, das ist nicht der Fall.
      Und ich meine, dass ein denkender Deutscher aus der Geschichte EINES gelernt hat: Vorurteile bringen uns nirgendwohin; fast so wenig, wie uns eben Gewalt nirgendwo hin bringt.
      Also bitte den dicken Hals wieder schlang machen 😉 😉
      Das war kein contra Israel, was ich da sagen wollte, sondern die Ablehnung von Gewalt und Mord und Totschlag.

  3. o.k., Du ist mir auch lieber. Ich habe neulich einen sehr guten Beitrag von einem anderen Blogger gelesen, der ebenso pazifistisch eingestellt ist, wie Du. Ich empfehle ihn sehr: https://jobo72.wordpress.com/2016/03/29/pazifismus-als-antwort-auf-terrorismus/
    Allgemein finde ich die Diskusion um die Gewalt sehr wichtig, angesichts der wachsenden Bedrohung durch Terrorismus. Gewalt existiert und sie verschwindet leider keinen Millimeter durch unsere Verurteilung.
    Schade, ich haette gehofft Du wuerdest vielleicht wenigsten die letzten beiden fuerchterlichen Phrasen am Ende deinenes Beitrages entfernen. Diese Verallgemeinerung und die Projezierung einer rassistischen Einstellung auf die ganze Gesellschaft ist einfach nicht wahrheitsgetreu. Ich lese das viel zu oft von Leuten, die die Existenz des Staates zu deligimitieren versuchen. Organisierte Anti-Israel Propaganda nutzt genau diese Worte.
    Glaubst Du heute nicht mehr, dass die Staaten um uns Israel vernichren wollen?

    • Sag mir bitte, welche Sätze du GENAU meinst (bitte zitieren), dann sehe ich sie mir nochmals genauer an, und ändere das, was mißverständlich ist bzw. ich SO gar nicht sagen wollte

  4. Danke, dass Du meine Kommentare mit solchem Ernst und Respekt behandelst.

    ‚Manche Menschenleben sind eben weniger wert, als andere Menschenleben.‘ Das ist in jeder Hinsicht ein grausamer Satz. Angesichts der Tatsache, dass Palestinenser sich in Israel mehr Rechten und besseren Bedinugen erfreuen, als in Arabischen Ländern und angesichts der Tatsache, dass Muslime, die Israelische Staatsbürgerschaft haben (obwohl sie sich selber Palestinenser nennen) vollkommen gleichberechtigt sind und angesichts der Tatsache, dass Palestinenser, auch wenn sie Mörder / Terroristen sind in Israelischen Krankenhäusern gesund gepflegt werden, ist dieser Satz eine böse Verleumdung und vollkommen unpassend. Natürlich gibt es Menschen, die so denken, aber die gibt es überall, auch in Deutschland. Dann kommt aber der nächste Satz noch oben drauf:
    ‚Andere Länder, andere Sitten.‘ – es ist nicht Sitte in Israel Palestinenser in den Kopf zu schiessen, wenn sie handlungunfähig am Boden liegen. Es ist jedoch die unangenehme, risikoreiche und tückische Aufgabe junger Soldaten die Zivilbevölkerung vor Terroranschlägen zu schützen. Und diese jungen Burschen begeben sich täglich in Lebensgefahr und müssen täglich bereit sein in einer solchen Situation über Leben und Tod zu entscheidungen.

    Dabei ist diesmal etwas nicht korrekt verlaufen. Es geht nicht darum das zu rechtfertigen. Es geht nur darum die Proportionen zu wahren und die Geschehnisse im ausgewogenen, wahrheitsgetreuen Kontext zu sehen.

    • Ok, beide Sätze ziehe ich zurück. Sie entsprangen wohl dem Entsetzen, dass sowas möglich war/getan wurde, und es viele gab, die dem Soldaten eine Tapferkeitsmedaille verleihen wollten. Das hätte ich wohl auch geschrieben, wenn dergleichen in irgendeinem anderen Land geschehen wäre.
      Ich weiß sicherlich zuwenig, das muss ich mittlerweile eingestehen, als dass ich das Verhalten des Soldaten wirklich beurteilen könnte, geschweige denn werten sollte.
      Der Punkt scheint mir zu sein, dass extremes Verhalten häufig in den Medien an vorderste Stelle gesetzt wird, ohne dass gleichzeitig die Hintergründe dazu erläutert werden. Wenn dies geschähe, würde man ev. begreifen, dass manche Handlungsweisen verständlich sind, und wenig bis nichts damit zu tun haben, dass Menschen „einfach so“ ermordet werden.
      Es mag auch sein, dass meine Äußerung, eben wegen fehlender Einordnung, auch unter dem Eindruck der 135 Ermordeten in Paris, SO ihren Niederschlag fand.
      Wenn ich mit den beiden Sätzen jemandem zu nahe trat, dann entschuldige ich mich dafür.

  5. Liebes Smamap. Das rechne ich Dir wirklich hoch an.
    Es gibt fuer Alles immer mindestens zwei Seiten. Wir bilden uns eine Meinung und urteilen danach, was wir wissen oder zu wissen glauben. Dabei liegt die Wahrheit oft aussgerechnet in dem verborgen, was wir nicht wissen.
    Liebe Gruesse
    Ruth

Freu mich echt über jede Nachricht !!!