Muttertag

Heute war Muttertag.

Leider habe ich keine mehr.

Auch als ich noch eine hatte, da war dieser Tag nicht immer nur pure Freude.
Denn meine Mutter und ich, wir hatten kein allzu gutes Verhältnis. Genauer gesagt, wir hatten eigentlich gar kein Verhältnis.

Ich kann auch nicht wirklich sagen, dass ich mir vorwerfen würde, ich hätte etwas versäumt. Denn dieses nicht verhandene Verhältnis war ja durchaus beidseitig.

Und dennoch: Meine Mutter war meine Mutter. Und als sie ging, da tat das weh. Trotz allem, was uns (nicht) ausgemacht hat.

Ich denke heute noch so manches Mal an sie. Und erst jüngst hab ich ein Foto gefunden, da war sie wohl so 45 Jahre alt. Saß da auf dem Telefon-Sessel (ja sowas gab es damals), telefonierte, und streckte mir die Zunge raus.

Es war nicht immer so, wie es dann mal wurde. Und Manches würden wir beide wohl ungeschehen gemacht haben wollen, auch wenn wir es nicht konnten, weil wir keinen Einfluss darauf hatten.

Trotz allem, habe ich sie geliebt, wie ein Sohn seine Mutter liebt. Ich konnte es ihr in späteren Jahren, aus Gründen, die hier keine Rolle spielen sollen, nicht mehr zeigen, genauso wenig, wie meine Mutter es mir noch zeigen konnte.

Was bleibt, ist die Erinnerung.

Es grüßt,
das Smamap

6 Gedanken zu „Muttertag#8220;

  1. Nicht traurig.
    Ehrlich.
    Sich nichts vorzumachen und post mortem ein Familiem-Verhältnis nachträglich zu einem zu stilisieren, das schon lange keines mehr war. Ich verstehe das sehr gut.

Freu mich echt über jede Nachricht !!!