Neue Besen kehren gut

Nun ist es also tatsächlich so gekommen, wie hier gestern befürchtet, aber neue Besen kehren gut (oder?).

Donald Trump wird nächster Präsident der USA.

Nachdem es jetzt so ist, wie es ist, lässt sich nur noch hinterfragen, warum es so kam.

Und da meine ich eine Tendenz zu erkennen, die nicht nur in Amerika gegriffen hat.

Das gemeinsame Kennzeichen so einiger Ereignisse, ist, dass es ein WEITER SO irgendwann nicht mehr gibt.

Das war so beim Brexit, ist jetzt so in den USA, hatte seine Konsequenzen auch bei uns (wer hätte eine AfD erwartet mit bis zu 20%). In Österreich hätte es beinahe einen rechten Bundespräsidenten gegeben (was ja noch kommen kann). Und wenn man so weiter überlegt, dann käme man sicherlich noch auf andere Ereignisse.

Und was ziehen die Etablierten für Schlüsse daraus? Gar keine könnte man meinen.

Meine Behauptung:
Überall, wo zu lange ein WEITER SO praktiziert wird, kommen letzlich die Populisten zum Zug.
Nicht deswegen, weil die so toll und intelligent wären. Das erkennen auch die Wähler. Denn die Menschen sind ja nicht dumm (in ihrer Mehrzahl zumindest). Aber wenn alles so bleibt wie es ist, oder zumindest gefahr läuft, dann entscheiden sich doch Viele für ein Experiment.

Und genau DAS scheint mir jetzt in den USA passiert zu sein. Allzuviele hatten den Eindruck, mit Clinton würde es nur einfach so weiter gehen, wie bisher auch. Das Establishment, die Wall Street und die Banken haben das Sagen. Und weil viele den Eindruck hatten, es würde damit schlechter werden, entschieden sie sich für den Wechsel.

Nicht weil die Alternative so prickelnd wäre, aber schlicht, damit sich etwas ändert.

Freilich ist das „Jammern auf hohem Niveau“. Auch gut inszeniert von Trump, das muss man ihm lassen.
Wer die Zahlen betrachtet, stellt fest, dass von den tatsächlich Ärmeren bis Armen die Wenigsten Trump gewählt haben. Die Schwarzen z.B. haben zu 88% Clinton gewählt (sie werden gewußt haben warum). Bei den Latinos war es ähnlich.

Das Durchschnittseinkommen der Trump-Wähler liegt angeblich bei etwa 75.000 $ im Jahr.

Das legt den Gedanken nahe, dass dort drüben, so wie auch hier in Europa, das Gefühl, dass Entwicklungen kommen, die einem das nehmen könnten, was man hat, dazu führen, dass ein Wechsel irgendwann mit weniger Angst verbunden wird, als das WEITER SO. 

In Europa sind wir noch nicht so weit. Denn schließlich haben wir, im Gegensatz zu anderen, eine Geschichte, die uns zeigt, was kommen kann, wenn die falschen Leute ans Ruder kommen.

Dennoch sollte den hier Regierenden langsam ein Licht aufgehen. V.a. deswegen, weil einmal schlechtere Zeiten kommen könnten …. und auch werden.
Deshalb sollten sich Politiker tunlichst um das kümmern, wozu sie da sind, nämlich das Ohr am Souverän zu haben.

Oder anders ausgedrückt: Die Politiker sind für die Menschen da, und nicht umgekehrt.

Es bleibt nur zu hoffen, dass jener unbeherrschte Trump, mit seinen totalen Stimmungsschwankungen, beherrscht werden wird. Zumindest von seinem Stab.
Wobei das, was ich heute am Häufigsten gelesen habe, besagt, dass nichts von dem klar bzw. vorhersagbar ist, was den künftigen US-Präsidenten angeht. Weder personell, noch konzeptionell.

Nur eines scheint klar: Er wird sich auf Amerika konzentrieren (Stichwort: Isolationismus).

Und DAS könnte eine Chance für Europa sein. Speziell für die EU.

Bleibt nur zu hoffen, das „Trump“ nicht ein anderes Wort für „GAU“ ist, und dass “ neue Besen kehren gut “ nicht plötzlich eine ganz andere Bedeutung erhält.

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!