Nur nicht untergehen

Seit Kurzem gehe ich morgens, wenn es das Wetter zulässt, schwimmen, ins örtliche Freibad.

Glücklich sei, wer in einer Gemeinde lebt, in der es so etwas noch gibt.

Zudem habe ich den Vorteil, dass ich das bequem zu Fuß erreichen kann. Wegzeit ca. 10 Min.

Diese Woche war es vorgestern das erste Mal wieder möglich. Rein wettertechnisch gesehen. Gestern dann hätte ich zum Schwimmen kein Bad benötigt. Es kam ausreichend Wasser von oben. Und mit 15° Außentemperatur zieht es einen dann nicht so wirklich ins Bad.

Da VERzieht es einen höchstens, vor lauter bibbern.

Heute schloß das Wetter dann durchaus wieder an vorgestern an. Sonne satt, und die Wassertemperatur im Bad ist sowieso immer 23°, weil dieses ans nahe Holz-Schnitzel-Heizkraftwerk angeschlossen ist (ich glaub zumindest, dass das SO heißt).

Und so ist das immer ganz lustig zu beobachten, wie sich da eine ganze Zahl von Menschen, meist Senioren (aber nicht nur), morgens ab 8 im Bad einfindet, und dem Hobby Schwimmen nachgeht.

Gut, das ist zeitweise doch einigermaßen mit „ratschen“ durchsetzt. Für hier nicht Einheimische sei übersetzt, dass „ratschen“ gleichbedeutend ist mit unterhalten/quatschen/Small-Talk.
Und so sieht man mitunter die Schwimmer in der Beckenmitte stillstehen, und das Einzige was sich scheinbar bewegt, ist das Mundwerk. Offenbar gibt es dann gar Wichtiges zu besprechen.

Ich gehöre dieser Gemeinschaft noch nicht wirklich an, weil ich doch erst seit Kurzem das Becken nutze. Zudem hätte ich da so meine gewissen Schwierigkeiten, einen Teil meiner Atmung und meiner Kraft, auch noch dem Small-Talk zu widmen.

Mehr wie 10 Bahnen schaffe ich auch noch nicht (und auch das mit Pause zwischendrin), weil meine Reserven, die ich zum Großteil für mein Gleichgewicht brauche, und auch mein Kreuz, nicht mehr zulassen.
Letztlich muss ich berücksichtigen, dass der Tag noch länger ist, und ich meine Kräfte noch brauchen werde, um das fehlende Gleichgewicht zu ersetzen.

Auf jeden Fall ist das eine schöne Sache, wenn sich einer wie ich, der verminderten Schwerkraft im Wasser hingeben kann, dies genießt, und für eine kurze Zeit seine Befindlichkeiten/Einschränkungen vergessen kann.

Was immer höchst amüsant ist, ist die Unterschiedlichkeit, wie die Menschen, ausrüstungstechnisch, im Bad erscheinen.
Meinereiner kommt mit dem Handtuch unter dem Arm dort an, und fertig.
Manch andere sind den Kompromiss eingegangen, ein kleines Mini-Täschelchen mitzuführen, in dem just jenes Handtuch, und sonst nichts, enthalten ist.
Und wieder andere nennen dann schon eine riesige Tasche ihr Eigen (v.a. die Damen). Denn schließlich braucht man zusätzlichen Badeanzug, Bademantel, Badeschlappen, Föhn, jegliche Duschmittel, Kosmetik-Utensilien und natürlich das Smartphone.

Ich komme mir da immer ganz nackt vor, wenn ich dann am Ende mein Handtuch zusammenlege, in der Umkleide noch kurz mir meine Badehose vom Leib reiße, diese ins Handtuch wickle, mir das unter den Arm klemme, und in kurzer Jeans und T-Shirt Richtung Heimat wackle.

Ich versuche halt die Dinge einfach zu halten, und werde mir das wohl für den Rest meines Lebens auch nicht mehr abgewöhnen wollen/können.

Es grüßt,
das Smamap

Freu mich echt über jede Nachricht !!!