Wenn gar nichts mehr geht – der Recovery-Modus

Jeder wird schon mal in die Situation gekommen sein, dass am Smartphone gar nix mehr ging; dann kommt er womöglich zum Einsatz – der Recovery-Modus.

Zu deutsch – die Wiederherstellungskonsole.

Recovery

SO sieht das Recovery-Menü auf meinem Smartphone aus

Nun ist das Recovery-Menü nichts Geheimnisvolles. Lediglich ein kleines Menü, in das man das Smartphone schicken kann, damit wieder etwas geht.

Es gibt manchmal Situationen, da geht absolut nichts mehr. Wer Windows nutzt, kennt das zur Genüge.
Wer Android nutzt, der nutzt letztlich Linux, und da kommt sowas höchst selten vor. Aber es kommt vor.

Mir widerfuhr es jüngst, dass sich das Mobilgerät autom. Updates für diverse Apps aus dem Google-PlayStore holte, und mittendrin nichts mehr vor oder zurückging. Da blieb dann nichts mehr, als das Gerät mit dem Ein-/Ausschalter einfach abzuwürgen. Sprich solange den Ausschalter drücken, bis es aus war. Und dann nochmal den Schalter drücken, bis es wieder anspringt.

In meinem Fall fing das Teil dann an, endlos „Apps zu optimieren“. Immer wieder von vorne.

Man kann dann allerlei noch versuchen: ZB die SD-Karte entnehmen, die SIM-Karte entnehmen, den Akku mal länger entfernen. Und dann jeweils versuchen das Gerät wieder hochfahren zu lassen.

Jedoch manchmal hilft alles nichts, und es bleibt nur noch der Recovery-Modus.

Das heißt jetzt nicht, dass es einen „Allheil-Knopf“ gibt. Genauso wenig, wie bei Windows.
Nein – es gibt eben eine Einrichtung, sprich „Wiederherstellung“, über die man im günstigsten Fall das Teil wieder so zum Laufen bringt, wie es war. Oder im ungünstigsten Fall das Teil auf Urzustand (Werkseinstellungen) zurückstellt.

Wie kommt man dorthin, in den Recovery-Modus?

Bei meinem Gerät, wie es auf dem Bild zu sehen ist, hält man, im ausgeschalteten Zustand, die Leiser-Taste gedrückt, drückt dann den Einschalter mit dazu, und hält beides solange gedrückt, bis das Display anspringt. Dann lässt man gleichzeitig los.

Nach einigen Sekunden kommt dann obiges Recovery-Menü.

Ein einfaches Menü, in dem man über die lauter/leiser-Wippe die paar Menüpunkte anfahren kann, und mit dem Einschalter auswählt und damit auslöst.

Nun sollte man freilich wissen, was die einzelnen Menüpunkte auslösen, denn das ist u.U. gravierend.

Der erste Punkt „reboot system now“ (auf dem Bild nicht so wirklich zu erkennen), ist noch völlig harmlos. Dieser startet das Gerät ganz normal. Den versucht man normalerweise als Erstes, wenn man das Menü benötigt. Kann ja mal sein, dass das Smartphone, warum auch immer, schlicht hängt, und durch Neustart wieder zum Laufen kommt. Ist quasi so, als würde man das Teil ausschalten und wieder einschalten. Dieser Punkt wird, in aller Regel, auch durchgeführt, nachdem einer der anderen Punkt durchgelaufen ist, um eben das Gerät neu zu starten.

Der zweite Punkt „apply update from ADB“, soll bedeuten, dass über eine Verbindung des Geräts mit dem PC ein Update eingespielt wird. Ev. etwas, was nur Fachleuten vorbehalten ist.

Der vierte Punkt „wipe cache partition“ möchte, vereinfacht, den Zwischenspeicher löschen. Normalerweise unkritisch, weil damit nur „Hilfsdaten“ gelöscht werden, den sich dieser Speicherbereich gemerkt hat, um bestimmte Aufgaben zuende zu führen.
Die werden durch diesen Punkt einfach gelöscht.

Der kritischste Punkt, ist der dritte Punkt „wipe data/factory reset“. Nichts anderes als eine komplette Daten-/Applöschung, und Rücksetzung auf den Werkszustand. D.h. also, wenn man dies ausführt/auslöst, ist alles weg, was auf dem Smartphone ist.

Deshalb sollte man sich, beim dritten Punkt, schon bewusst sein, was man tut. Es ist dann WIRKLICH alles weg. Das Smartphone installiert sich selbst von neuem, und kommt dann so daher, wie es war, als es seinerzeit aus der Fabrik kam (irgendwo auf den Speicherbausteinen des Geräts, sind all jene Bestandteile abgelegt, mit denen das Gerät auch ursprünglich einmal bespielt wurde; die werden dann frisch weg grundinstalliert).
Man muss keine Angst haben, dass nach Auslösen dieses dritten Punktes, alles sofort losgeht/weg ist. Es kommt da schon noch eine Abfrage, und dort muss man dann nochmal die Option YES weiter unten auswählen, und erst dann wird’s „kritisch“.

Hinterher startet das Smartphone dann neu. Mit den Apps, die ursprünglich mal vorhanden waren. Also auch ohne etwa „WhatsApp“ und dergleichen. Und natürlich sind auch all jene Daten weg, die man seit damals angelegt hatte. Aber manchmal hilft ja nichts anderes mehr. Und manchmal ist das ja auch gut so, um den ganzen Mist, den niemand braucht, gleich mit zu löschen.

Bleibt also die Frage, wie man wieder an seine Daten kommt.

Dazu noch einige Ausführungen:
Bei Android-Smartphones ist es in aller Regel so, dass man beim ersten Start gefragt wird, sich mit seinem Google-Konto anzumelden. Macht man das immer so, dann werden nach einer Neuinstallation sehr viele Daten von den Google-Servern wieder auf’s Gerät zurückgespielt (nicht alle, aber viele). Man wundert sich dann, dass alle Kontakte und sonstige Daten, wie von Zauberhand, wieder da sind.

Die Diskussion, was man davon halten kann, dass die eigenen Daten weitgehend auf Google-Server gespiegelt sind (andere würden sagen „kopiert sind“), und was Google damit macht oder nicht macht, die möchte ich an dieser Stelle nicht führen.

Ich persönlich melde mich zwar am Google-Konto immer an, aber die Häkchen zum Datensichern nehme ich raus. Ich halte nicht viel davon, dass viele meiner Daten woanders hinkopiert werden.

Aber selbst dann, gibt es noch diverse Möglichkeiten. Wenn man zB weiß, dass WhatsApp jeden Tag, um 2 Uhr morgens, für alle Chats ein Backup auf dem Smartphone macht, dann kann man, nachdem man den Messenger neu installiert hat, dieses Backup zurücksichern lassen (dazu muss man lediglich VOR der Installation, eine Datei kopieren).

Oder …. viele arbeiten heute mit „Dropbox“, also quasi einer kleinen Festplatte im Netz. Manche Daten kann man dorthin speichern. Also statt dass man seine Exceltabelle auf das Smartphone legt, sagt man beim Abspeichern …. auf Dropbox. Nach der kompletten Neuinstallation hat man, für diese Fälle, nicht die Notwendigkeit, irgendwelche Daten zurück zu sichern. Man braucht zum Öffnen der Tabelle (oder was auch immer), diese nur, wie gewohnt, über Dropbox öffnen. Dabei hatte man zuvor natürlich immer die Wahl, selbst zu entscheiden WELCHE Daten man auf Dropbox speichert.

Eine sehr schöne Möglichkeit (finde ich), ist auch die, alle seine Login-Daten (also Benutzernamen und Passwörter), für sämtliche Einlogprozeduren im Netz, in einem Passwortmanager zu hinterlegen. Befindet sich der Datensafe, mit allen Login-Daten im Netz, muss man, nach einer kompletten Neuinstallation des Smartphones, nur die App zum Passwort-Manager installieren (PlayStore), sich dort mit seinem sehr komplexen Verschlüsselungs-Passwort anmelden (bei mir ist das 18-stellig), und hat ALLE Login-Daten wieder zur Verfügung. Diese werden dann im Browser oder der App, so wie man das gewohnt ist, eingefügt, sobald man sich zB beim Stromversorger einloggen will, um seinen Zählerstand einzutragen.

Alle Daten wird man selbstverständlich NIE auf einen Schlag wieder vorhanden haben, aber eben alles Wesentliche.

Meine Wenigkeit benutzt auch einen Manager für meine persönlichen Informationen (Kontakte, Termine, Aufgaben). Und wenn ich die App dazu wieder installiert habe, wird kurz das Backup der Daten von Dropbox zurückgesichert, und ich habe alle Kontakte und Termine wieder zur Verfügung.

Sicher ist es immer Zeitaufwand, ein Gerät wiederherzustellen. Jedoch innerhalb einer Stunde hatte ich das, in meinem Fall, erledigt. Auch ohne Google.

Wie schon gesagt, man sollte wissen, was man tut. Also (nicht in den falschen Hals kriegen!!!) „Hirn einschalten“, denn verantwortlich für das Resultat ist man immer selbst, und nicht der Hersteller oder wer auch immer. Und dazu gehört zB AUCH, das man Apps nur aus dem PlayStore installiert, und nirgendwo anders her.

In diesem Beitrag habe ich mich, wie gewohnt, nur zu Android ausgelassen. Was iPhones angeht …. zum einen ist mir das zuwenig, was iOS (das Betriebssystem dort) einem an Möglichkeiten bietet (im Sinne von Betriebssystem), und zum anderen ist mir das suspekt, was Apple an Barrieren einbaut. Deshalb verwende ich diese Systeme nicht und kenne mich daher auch zuwenig mit ihnen aus, um hier Vorschläge machen zu können.

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Freu mich echt über jede Nachricht !!!