Schrebergarten und andere Kleinods

Bekanntlich gehört der deutsche Schrebergarten zu dem, was dem Deutschen heilig ist.

Auch ich nenne so etwas mein Eigen. Allerdings so ganz ohne Zaun, Häuschen und Handpumpe zum Wasserschöpfen.

Schlicht und ergreifend ein Kleinod in der Größe 1×1 m. Nur um so ein paar Kleinigkeiten anzupflanzen und sich an dem zu erfreuen, was daraus erwachsen möge.

Schrebergarten

Mein riesiger Garten und das was (noch) dort wächst (man beachte die Zuchini rechts unter den Blättern 🙂

Allerdings umfasst der Schrebergarten und ähnliche Kleinods auch einen Aspekt, den ich bisher gänzlich vernachlässigt habe:
„Das Streiflicht“ in der heutigen „Süddeutschen“ gibt darüber Auskunft.
(Zitat) Wer seinen Ehe- oder Verlobungsring verliert, tut gut daran, im Garten Karotten anzupflanzen. Karotten haben nämlich die Eigenart, verlorene Ringe wieder zutage zu fördern. Das klappt nicht immer, aber die Wahrscheinlichkeit beträgt, wie Spiegel-Online unter dem Einsatz der unheimlichen Zahl Phi sowie diverser Formeln berechnet hat, satte 0,3 Prozent…..Hat ein Mann seinen Ehering dagegen auf dem Fußballplatz oder im Hinterzimmer eines Nachtclubs verloren, tendiert die Wahrscheinlichkeit, ihn im heimischen Karottenbeet wiederzufinden, leider gegen null. Da kann dann auch die Rübenzahl Phi nichts mehr ausrichten“ (Zitat ende).

Das Ganze kann man nun der eigenen Fantasie überlassen, wie denn das im sehr wahrscheinlichen Fall der Zutageförderungen eines Ringes, vor sich gehen möge. Aber ich denke, das bekommt noch jeder Leser hin.

Jedenfalls war ich dieses Jahr, also im Jahr 1 meines Gartenkleinods, schon bei jenen bevorzugten Menschen, die ihren Ring wiederfinden würden (na ja, zu 0,3%).

Allein …. ich habe gar keinen Ring verloren 😉

Und somit habe ich jetzt ein gewaltiges Problem, nämlich insofern, als ich dann, wenn mein Beet einen Ring zutage fördert, heftig zu überlegen hätte, wo der den herkäme 😉

Müsste ich mir also auf die Schnelle eine Partnerin organisieren, mit ihr Ringe tauschen, meinen Ring im Gartenbeet verbuddeln, um dann letztlich eine Erklärung dafür zu haben, warum da jetzt eine Gelberübe (so heißt die Karotte bei uns) einen Ring trägt?

Aber auch das würde eine Frage zurücklassen: Wenn ich also, von vorneherein, zu jenen Menschen gehören würde, die einen solchen Ring dort finden, und ich würde jetzt, über oben skizzierte Prozedur, schnell einen organisieren/verbuddeln, dann würde ich ja ZWEI Ringe dort finden. Denjenigen, den ich ohnehin finden würde, und denjenigen, den ich jetzt eigens verbuddelte.

Schon ein schwieriges Thema …. so ganz generell ….

Auch in eingangs erwähntem „Streiflicht“. Denn Ausgangspunkt desselben war die 84-jährige Mary Grams aus Kanada. Als die ihren Ring im Gartenbeet wiederfand, hätte sie ihrem Mann die Sache beichten können. Allein …. Mister Grams lebte zu der Zeit nicht mehr.

Wie man es macht, ist es verkehrt. Auch Mary Grams hatte jenen Ersatzring, den sie klammheimlich erstand, nicht erstehen brauchen, hätte sie nur das Gartenbeet gründlich genug inspiziert.

Und die Moral von der Geschicht‘?
Ein Schrebergarten/Kleinod, das rentiert sich nicht!

Aber nachdem ich keinen Ring verloren habe, und auch keine Partnerin habe, vor der ich das geheimhalten müsste, werde ich wohl dennoch mein Kleinod hegen und pflegen, und mich an dem Wenigen erfreuen, das mir daraus erwächst. Und das werden keine Ringe sein, sondern ganz prophane Karotten, Radieschen, Kohlrabi und Zucchini. Wobei dieses Jahr aktuell nur noch Letztere dort gedeihen; alles andere habe ich schon verzehrt (und dabei auf keinen Ring gebissen).

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Freu mich echt über jede Nachricht !!!