Und wozu soll das gut sein ?

Heute war sie wieder zu sehen – Die Streif in Kitzbühl

Eine imposante Abfahrt, mit Rasanz, mit Spannung, mit Nervenkitzel und allem, was die Streif schon immer ausgemacht hat. Und nur wer da mal oben gestanden ist, kann auch nur annähernd abschätzen, was es für einen Mut erfordert, sich da runter zu stürzen.

Das wär alles eine tolle Sache, wenn ……. ja wenn da nicht mit dem Leben der Sportler gespielt würde.

Nachdem der 3. Abfahrer mit einem irrsinns Tempo in die Fangzäune gerast war, und es fraglich war, ob er lebend wieder da raus kommen würde, und ein Hubschrauber nach dem anderen in die Lüfte stieg, um einen verunglückten Sportler aufzunehmen, da habe ich abgeschalten.

Um es auf den Punkt zu bringen: Da wird ganz bewusst mit dem Leben gespielt von den Verantwortlichen. Die Sportler können sich dem nicht entziehen, denn entweder sie machen mit oder sie verweigern sich, und fallen in die Bedeutungslosigkeit (wenn sie überhaupt wieder von ihren Verbänden als Rennfahrer aufgestellt werden).

Da hilft es auch nix, wenn die Zuschauer unten, allen voran die Prominenten, zutiefst erschrocken reagieren, wenn wieder etwas passiert ist. Und es hilft auch nix, wenn die Abfahrer jetzt mit Airbag-Westen ausgestattet sind. Denn kaum ist der Verunfallte geborgen geht es weiter mit „Business as usual“.

Solange, bis der Nächste mit über 100 Sachen abschmiert.

Es ist abzuwarten, bis dort einmal ein Rennfahrer nicht mehr lebend den Fangzäunen entsteigt oder zumindest irreparabel geschädigt (heute haben sie erzählt von einem Querschnittgelähmten, der vor Jahren bei einem Abfahrtslauf verunglückt ist). Und auch nächstes Jahr werden sich wieder die Todesmutigen mit bis zu 130 KM/h die Streif hinunterstürzen.

Das alles lässt tief blicken. Was die Verantwortlichen angeht, die Veranstalter, die Medien, die Zuschauer.
Hört natürlich nicht bei der Streif auf. Da zählen dann alle Formel1-Rennen dazu, alle anderen Motorsportveranstaltungen, und was es da sonst noch an Hochrisiko-Sportarten gibt.

Manches davon schaue ich mir gerne an. Aber sowas wie heute hinterlässt einen sehr nachdenklich.

Es heißt ….. die Würde des Menschen ist unantastbar ……. und wie sieht’s mit dem Leben aus?

Es grüßt,
das Smamap

Busfahren leicht gemacht :)))))

Er stand an der Bushaltestelle und wartete.

Lt. Plan sollte der Bus um 17:42 kommen.

Er war froh, dass er die zu erledigenden Dinge rechtzeitig zuende gebracht hatte. SO rechtzeitig, dass er sogar schon 20 Minuten vor der „planmäßigen Abfahrt“ (wie das immer so schön hieß), an der Haltestelle eintraf.

Die Busverbindungen hier auf dem Land waren dünn gesäht, aber immerhin, es gab sie. Und so war er froh, dass er die 5 KM nicht zu Fuß gehen musste, noch dazu bei der Kälte, sondern der Bus ihn zumindest bis zu seinem Wohnort fahren würde. Die verbleibenden 500 Meter bis zu seiner Haustüre, würden dann keine große Sache mehr sein.

Und so wartete er, an die Stange des Haltestellenschildes gelehnt, ohne sich vom Fleck zu bewegen. Minute um Minute verrann. Es wurde 17:30, dann 17:35, dann 17:40, und schließlich 17:45.

Na ja, dachte er sich …. etwas Verspätung ist ja kein Thema.

Als es schließlich 17:50 wurde, begann er sich Gedanken zu machen. Um 17:55 glaubte er nicht mehr so recht daran, dass der Bus noch kommen würde.

Und so machte er sich zu Fuß auf den Weg, und ging die Straße entlang, die der Bus normalerweise fahren würde. Doch an diesem Tag tat er das nicht.

Abends, als er dann so gegen 19:00 Uhr zuhause angekommen war und dann was gegessen hatte, schrieb er eine eMail an den Busbetreiber, um sich zu erkundigen, ob er ev. den Plan falsch gelesen hatte. Er hatte nämlich vor, künftig das ein oder andere Mal diese Buslinie zu nutzen, und da wäre es schon sinnvoll gewesen, sich sicher zu sein, was den Busfahrplan anbetraf.

Die Antwort, die er dann erhielt, erstaunte ihn sehr. Ihm wurde erläutert, dass der Bus sehr wohl an der Haltestelle vorgefahren wäre. Das sei auch mittels der aufgezeichneten GPS-Daten nachweisbar. Nachdem die Daten nicht manipulierbar seien, stünde fest, dass der Fehler nicht beim Busbetreiber liege.

Und so stand er also da, und musste sich sagen lassen, dass nur noch das zählt, was datenmäßig festgehalten ist, und dass das eigene Erleben nicht mehr zählt.

Er empfand es zudem als traurig, dass man nicht einmal den Versuch gemacht hatte, auf seine Schilderung einzugehen, und SO eine Möglichkeit zu finden, dass DOCH sein kann, was nicht sein darf.

Er hoffte, dass dies ein Einzelfall bleiben würde, denn schließlich hatte er versprochen, in der Winterzeit bei einer Freundin Schnee zu räumen, wenn dies erforderlich wäre, um dann hinterher mit genau dieser Buslinie wieder nach Hause zu fahren. Zu Fuß nach Hause zu gehen, wäre dann unmöglich. Da würde ihm, genauso wenig wie jetzt, auch kein GPS weiterhelfen.

Eine Geschichte, wie aus dem richtigen Leben.

Es grüßt,
das Smamap