Im Seniorenstift ist immer was geboten! Seniorenstift hieß früher ….. ???

Ob Seniorenstift jetzt die korrekte Bezeichnung ist, vermag ich gar nicht zu sagen.

Political correctness wüsste da sicher was dazu.

Früher hieß das mal Altenheim, und jeder wusste, was gemeint ist. Nämlich eine Wohnstätte die älteren Menschen ein Heim gibt. Mit anderen Worten: Ein Zuhause für ältere Menschen.

Dass das im Laufe der Zeit einen negativen Touch bekam, lag weder an den Senioren, noch generell am Zuhause.
Ganz früher war das ja ganz anders, denn da war das „Zuhause für ältere Menschen“ ganz woanders, nämlich zuhause!

Aber da wollte ich jetzt gar nicht hin ….

Eine gute Freundin ist nämlich jetzt für 3 Wochen in einem solchen Seniorenstift zur „Kurzzeitpflege“ untergebracht. Aufgrund diverser Ereignisse kann sie sich momentan nicht um sich selber kümmern, weshalb ihr im Krankenhaus eine solche Übergangslösung nahegelegt wurde.

Hab sie am Wochenende mal dort besucht.

Lustig geht’s dort zu!!!!

Besagte Bekannte ist eine, die öfter mal Lachen kann. Lachen konnte sie zB über jene Heimbewohnerin (ich verwende das Wort mal, um mir nicht einen Knoten ins Hirn machen zu müssen), die auf die Frage, ob man sich an dem Tisch mit dazusetzen dürfe (…. Mittagessen), antwortete, wenn man das mache, dann würde sie aufstehen und gehen.

Na ja, jeder hat so seine Eigenarten. Und im Alter kommen sie glasklar zum Vorschein.

Oder …..

Wir standen dann am Aufzug an, um in den Speisesaal zu gelangen. Vor uns schon eine kleine Schlange, die sich alsbald in den Aufzug stapelte. Wir sollten auf den „nächsten“ Aufzug warten. Eine gefühlte kleine Ewigkeit später drückten wir wieder auf den Knopf, um sicher zu stellen, dass der Aufzug auch wüsste, dass wir seine Rückkehr wünschten.
Kurz darauf geht die Tür auf, und die Zugestiegenden standen immer noch so drin, wie grade vorhin. Ok, dachte ich …. ganz leise sein, denn offenbar hatten wir mit unserer Knopfdrück-Aktion den Aufzug wieder zurückgeholt, bevor die Besatzung aussteigen konnte.
Aufzug ging wieder zu …. Warten war wieder angesagt. I-wann drückte dann doch wieder jemand auf den Knopf. Aufzugtür wieder auf …. NULL Änderung inseits.

Plötzlich schallt von hinten die Stimme der Schwester: „Drückt dann bitte mal jemand im Aufzug auf den Knopf fürs Untergeschoss, damit der auch losfährt??????“.

Na ja, auch der Aufzug hat so seine Eigenarten. Offenbar. Er braucht ein Kommando.
Und das mit Türauf/Türzu, das hätten wir also noch endlos weiterspielen können 😉 😉 😉

ALLE Anwesenden hatten zu kurz gedacht.

Im Speisesaal gab es dann ua Wackelpudding (zur Nachspeise). In allen erdenklichen Farben. Lustige Sache das.
Und so wackelte es in Rot, grün, blau, gelb etc etc.
Gut, es gab auch noch andere Sachen, die wackelten, aber das hat jetzt weniger mit Essen zu tun.

Heute erzählt besagte Freundin telefonisch, dass es gestern einen Neuzugang gab. Man müsste jetzt wieder ernsthaft überlegen, wie man im Sinne von political correctness dazu sagen würde ….

Ich sag jetzt einfach mal, der Neuzugang war eine Transe. Ob das jetzt korrekt bezeichnet ist, is mir so ziemlich wurscht. Ich weiß, was ich meine. Jedenfalls verbinde ich kein Vorurteil damit.

Alte Menschen können sehr gemein sein. Genau so wie Kinder. Wobei mir grade auffällt, dass Erwachsene noch viel gemeiner sein können.
Wie ich höre wird allerorten getuschelt, und niemand möchte mit dem Neuzugang  Kontakt haben. Und wenn ich das richtig verstanden habe, tut sich sie, die einmal ein er war, sehr schwer, Kontakt herzustellen. Wunder ist es keines.

Ich habe meiner Bekannten geraten, den erstbesten Ansatz zu ergreifen, und mal ein Gespräch zu beginnen. Aller Anfang fällt schwer. Im Alter gleich noch mehr (reimt sich jetzt glatt).

Und so ist immer etwas geboten im Seniorenstift.

So wie zb als ich am Wochenende wieder von dannen zog. Da saßen sie alle draußen in der Sonne, aufgereiht auf den Bänken, die dort angebracht sind.
Ich sage eher laut „Geht’s euch gut hier draußen?“
Es schallte aus zig Kehlen zurück „Ja, die Sonne muss man genießen“.

Geht doch !!!!!!

Seniorenstift

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Anno 1885 ……..

Hab vorhin einen News-Artikel gelesen, über Dinge, die es mal gab oder grade noch so gibt.

Hab mir überlegt, was mir so dazu einfällt, aus meinem „früheren“ Leben:

  • Diskette
  • Schallplatte
  • Cassette
  • Schnur-(Wählscheiben)Telefon (musste man ablegen, wenn es an der Tür klingelte)
  • gelbe Telefonzelle
  • Stadtplan
  • Schwarz-Weiß-Fernseher
  • Brief (der 2 Tage braucht)
  • Lexikon (in Buchform)
  • Garagentor (das man händisch auf- und zumachen musste)
  • Laptop alias Schlepptop (heißt heute Notebook)
  • Fernseher ohne Fernbedienung
  • VHS-Videorekorder
  • kein Auto
  • Kochbuch
  • Internet, das pro Minute kostet
  • Zugwagons mit Abteilen
  • mechanische Schreibmaschine
  • Anrufbeantworter mit Cassette
  • Zugschaffner mit umhängendem Münzspender, der Fahrkarten verkauft
  • ………..

So Manches davon ruft bei heutigen Kindern und Jugendlichen nur noch Erstaunen hervor.

Was besser oder schlechter geworden ist, das zu beurteilen überlasse ich dem geneigten Leser.

Es grüßt,
das Smamap