Der Wucher des Dispozins

Wie ich lese steht eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs an, zum Gebührenverhalten der Banken hinsichtlich des Dispozins.

Es geht dabei allerdings nicht um den Dispozins als solches. Wie schon gelegentlich meinerseits angemerkt, ist dieser nichts anderes als Wucher. Anders kann man es nicht bezeichnen, wenn für etwas Beträge in horrender Höhe verlangt werden.
„Horrend“ ist es zweifelsohne, wenn Banken für einen Kredit das über 20-fache dessen verlangen, was sie selbst dafür bezahlen.

Dass dem kein Riegel vorgeschoben wird, kann ich mir nur damit erklären, dass der größte Schuldner der Banken, nämlich der Staat, sich nicht den Ast absägt, auf dem er selbst sitzt. Sehr wahrscheinlich gibt es eine gesetzliche Konstellation, die derartigen Wucher legitimiert, weshalb nichts dagegen unternommen werden kann.

In obigem Verfahren, geht es deshalb, soweit ich lese, auch darum, dass Banken für die Inanspruchnahme eines Dispos, keine Extragebühren verlangen dürfen, also Gebühren über den Dispo hinaus. Angeblich verlangen z.B. die Deutsche Bank, und auch die Targo-Bank, eine feste Gebühr dafür (ich lese etwas von 7€ im Monat, zusätzlich zu den Dispozinsen).

Wie auch zu lesen steht, gehen viele Banken heute dazu über, die Gebühren, die sie verlangen, in viele Einzelgebühren aufzuspalten, bei denen dann der echte Dispozins nur eine von vielen Gebühren ist.

Aber EINES ist ganz entscheidend, und dazu braucht es keine Gerichte. 

Die Alles entscheidende Frage ist und bleibt, ob der Bankkunde das mit sich machen lässt, was die Banken mit ihm treiben. Jedem Bankkunden steht es frei, mit seinem Konto zu einer Bank zu wechseln, deren Geschäftsgebahren als „normal“ zu bezeichnen ist. Und solange die meisten Kunden das nicht machen, hat es auch keinen Sinn, sich über irgendwelche Gebühren/Zinsen aufzuregen.

Unabhängig davon, ist eine Grundsatzentscheidung natürlich schon nötig, ob Monopolisten die Gebühr zur Gebühr der Gebühr verlangen dürfen. Denn solange Verbraucher zu lethargisch, faul oder sonstwas sind, um ihren Hintern hoch zu bekommen, und ihre Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen, solange braucht es Grundsatzentscheidungen.

Und in der Hinsicht können wir heilfroh sein, dass wir eine (relativ) unabhängige Justiz haben. Und nicht zu vergessen die Verbraucherzentralen.

Für meinen Teil habe ich schon vor Jahren die Konsequenz gezogen. Die Bank, bei der ich seitdem mein Konto habe, verlangt für das Konto nichts, und für den Dispozins unter 7%.

Zur Ehrenrettung derer, die das Geld mit 2 Händen zum Fenster rauswerfen …..
Dispozins

muss gesagt werden, dass die Banken das schon sehr raffiniert anstellen, indem sie ihre Gebühren in Kleinstbeträge aufspalten (87 Cent hier, 2,56€ dort usw usf). Würde man sich die Mühe machen, am Jahresende mal alles zusammen zu zählen, wäre man überrascht, welcher Gesamtbetrag sich da ergibt. Ich behaupte, dass da die Wenigsten unter 200€ wegkommen.

Wer nicht will, der hat schon …… 

Es grüßt,
das Smamap

Kosten der Girokonten

Immer häufiger werden die Berichte, in denen Banken die Erhöhung der Gebühren bzw. die Abschaffung von kostenlosen Konten ankündigen bzw. darüber schwadronieren.

Auf die Weise werden die Kunden langsam darauf geeicht, dass das unumgänglich wäre. Frei nach dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“.

Offen gesagt, ich empfinde das als unverschämte Frechheit, die Bilanzen gewinnseitig zu erhöhen, und auf der anderen Seite die Kunden zu schröpfen wo es nur geht.

Und das alles, nachdem in den letzten Jahren horrende Summen in den Sand gesetzt wurden, für die letztlich niemand Verantwortung trägt.

Statt aber zurück zu kommen auf seriöses Geschäftsgebahren, wird in gleicher Weise weiter gemacht. Die Experten warnen nach wie vor vor den Tätikeiten der Banken auf dem internationalen Finanzparket.

Parallel wird den Normalkunden immer weiter das Geld aus der Tasche gezogen.
Bestes Beispiel sind die Dispozinsen. Dass die nach wie vor in schwindelerrender Höhe sind, wird als pure Selbstverständlichkeit abgetan. Über diesen Fakt an sich und als Ergänzung zu den jetzigen Erhöhungsdiskussionen, wird natürlich kein Wort verloren.

Es lässt sich natürlich immer trefflich argumentieren, damit, dass man ja schließlich ein Falialnetz unterhalte. Dass dieses anderweitig längstens finanziert ist, und sei es durch die Dispozinsen, auch darüber wird kein Wort verloren.

Dass es auch anders geht, zeigen manche Banken.
Als ich vor einigen Jahren mal wieder den Kontoauszug meiner Bank überflog, und feststellte, dass über 12% Dispozins abkassiert wurde, platzte mir der Kragen und ich ging zur DKB. Dort betrug der Zins unter 7%, das Konto war kostenlos, die VISA-Card ebenso und auch für das Geldabheben an jedem x-beliebigen Geldautomaten hatte ich keine Gebühren zu zahlen. Und das ist bis heute so geblieben, und wird heute damit beworben, dass es auch weiterhin so bleibt.
Ich hab zwar normalerweise so meine Bedenken, wenn für irgendwas Werbung gemacht werden muss, aber es soll ja noch Beispiele geben, bei denen Firmen etwas tatsächlich mit Fug und Recht bewerben.

Die Sparkasse als meine Hausbank, wollte über deren horrenden Dispozins hinaus, im günstigsten Kontomodell, pro Jahr ca. 60 Euro und mehr für alle möglichen Leistungen, wie EC-Karte, Online-Banking und dergleichen mehr.
Und das alles nur, um meine Bankgeschäfte am Automaten abzuwickeln. Ich habe mich dann gefragt, WOZU ich eigentlich eine Bankfiliale vor Ort benötige, um mir darauf die Antwort zu geben, dass ich sowas ÜBERHAUPT NICHT benötige.

Seitdem wickle ich alles über ein kostenloses Online-Konto ab, und gut is.
Das Einzige, was ich nicht kann, ist Geld bar einzahlen. Diese Funktion brauchte ich in den letzten 5 Jahren genau 3 mal. In einem solchen Fall gibt es Verwandtschaft oder gute Freunde, die das für einen auf deren Konto einzahlen und mir dann überweisen.

Ich habe mir in den 5 Jahren ca. 300€ und mehr gespart, und meine Dinge völlig unkompliziert abgewickelt. Und mit meiner kostenlosen VISA-Card kann ich alles Mögliche abwickeln, ohne dafür zusätzlich Geld auf den Tisch legen zu müssen.

Letztlich entscheidet jeder Kunde selbst, ob er das Geschäftsgebahren mancher Banken mitmacht/unterstützt.

Wer sich mal darüber informieren will, der kann auf WWW.DKB.DE sich mal das DKB-Cash Konto ansehen. Ich kann es nur empfehlen; aus eigener Erfahrung.

Es grüßt
das Smamap

Ehrlichkeit währt am Längsten

Die europäische Zentralbank hat ja jetzt den Leitzins auf NULL gesenkt.

Das zu bewerten, dazu habe ich nicht das Wissen.

Was ich allerdings bewerten kann, ist das Verhalten unserer Banken gegenüber dem Privatkunden.

Da wird schamlos hingelangt bis die Schwarte kracht.

Dispozins und Kontogebühren sind nur 2 Beispiele.

Sich das Geld anderswo zum Nulltarif holen, und dann noch satt beim Kunden für dasselbe Geld abkassieren, was den Dispo angeht.

Kontogebühren ….. dasselbe Spiel: Beim Kunden satt abkassieren, und gleichzeitig mit dem Geld, das sich auf dem Konto befindet, arbeiten.

Gleichzeitig den Service direkt am Kunden immer weiter reduzieren. Alles Mögliche ist über Automaten zu erledigen.

Das, was da alles kassiert wird, wird damit verargumentiert, dass man ja schließlich ein Filialnetz unterhalte. Alles nur vorgeschobene Argumente, wie ich finde. Die Bilanz muss halt stimmen.

Und so habe ich mir gedacht ….. wozu brauche ich eigentlich eine Filiale?
Ich hatte immer schon parallel ein Konto bei einer Online-Bank, zum NULLTARIF. Und kürzlich stellte ich überrascht fest, dass alles das, was ich bisher bei meiner Filialbank (Sparkasse) erledigte, auch ohne Probleme Online zu machen ist.
Das Einzige, was SO halt nicht geht, ist Geld abheben bzw. einzahlen. Nun ja, so ganz stimmt das auch nicht, denn die Onlinebank stellte mir schon vor geraumer Zeit eine VISA-Card zur Verfügung, mit der ich deutschlandweit (fast) überall kostenlos Geld abheben kann. Die VISA-Card kostet ……. NICHTS.
Es kann natürlich so 2-3 Mal im Jahr passieren, dass ich was einzahlen muss. Aber da gibt’s auch Möglichkeiten. Die Einfachste wäre sicherlich, das Geld jemand in die Hand zu drücken, mit der Bitte, es auf mein Konto zu überweisen.

Warum ich für das alles 60 € im Jahr an Kontokosten und -gebühren zahlen soll, wenn ich gleichzeitig ausgenommen werde, wie eine Weihnachtsgans, und die Bank immer weniger zahlt für die Geldbeschaffung, das vermochte sich mir nicht mehr zu erschließen.

Und so habe ich gestern mein Konto aufgelöst. Das wurde mir noch am selben Tag bestätigt, und das Restguthaben war heute bereits auf meinem Online-Konto.

Fall erledigt.

Es grüßt,
das Smamap

Willkür allenthalben?

Ich erzähle eine Geschichte. Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten, wären natürlich rein zufällig.

Stellen wir uns einen Menschen vor, nennen wir ihn Felix, der in einer Stadt in unserem Land lebt.

Felix hat in den letzten Monaten bis Jahren so einige Dinge erlebt, die ihm zu denken geben.

Er gehört sicherlich nicht zu den Menschen, die grundsätzlich gegen Alles sind, und von Berufs wegen notorisch nur das Schlimmste sehen bzw. wegen allem und jedem einen Streit vom Zaun brechen. Eigentlich führt er ein relativ ruhiges Leben, darauf bedacht, sich in die Gemeinschaft einzufügen, und es weitgehend jedem recht zu machen.

Allerdings stößt er immer wieder auf Dinge, geben die er nichts ausrichten kann, ihnen quasi machtlos gegenüber steht, diese häufig als völlig unsinnig empfindet, sich aber dennoch danach richtet.
Meist deswegen, weil diese Dinge „von oben“ kommen, und er nichts daran ändern kann, so sehr ihn Manches davon oftmals ärgert.

Erst kürzlich hatte er sich einen neuen Personalausweise beantragt, weil nach seinem letzten Umzug, sich die Meldebehörde geweigert hatte, die geänderte Adresse auf seinem alten Ausweis einzutragen. Der Ausweis wäre ungültig, so sagte man ihm, weil er rundherum den Rand abgeschnitten hatte.
Nun, das hatte er schon vor Jahren gemacht, damit er den Ausweis in seiner Geldbörse unterbringen konnte. Seltsamerweise hatte sich nie jemand daran gestört. Er war schon mehrmals umgezogen, und keine Meldebehörde hatte das bisher beanstandet. Er hatte damals ja auch sehr darauf geachtet, dass er bei seiner Schneideaktion keine Daten verletzte oder gar entfernte.
Jetzt plötzlich erklärte man seinen Ausweis für ungültig. Den dies sei im Gesetz festgelegt. Also musste er einen Neuen beantragen. Trotz aller Steuern, die er täglich zahlte, ob jetzt über die MWST. oder irgendwelche sonstigen Abgaben, über Lohnsteuer oder was auch immer, musste er den neuen Ausweis selbst bezahlen. Also legte er dafür 30 € auf den Tisch. Selbstverständlich musste er den Betrag im Voraus zahlen, ohne jegliche „Ware“ dafür zu bekommen.

Seit er Unterstützung vom Staat bezog, einen Zustand, den er sich niemals in seinem Leben hatte vorstellen können, musste er jeden € 3x umdrehen, bevor er ihn ausgab. Man hatte die staatliche Unterstützung, die man erhalten konnte, auf das kleinstmögliche vorstellbare Maß heruntergerechnet, so dass es eig gar nicht möglich war, mal eben 30 € für einen Ausweis auszugeben. Aber das interessierte natürlich niemanden.

Also ging er zur Bank, hob 30 € von dem Geld ab, von dem er eig Lebensmittel kaufen müsste, um damit seinen Ausweis zu bezahlen.

Das würde beim Amt, von dem er monatliche Unterstützung erhielt, natürlich niemanden interessieren. Was dort interessierte, waren allein die Paragraphen. Und diese wurden sehr willkürlich ausgelegt, und immer in die Richtung, dass möglichst nichts bezahlt werden müsste. Schließlich war das ja alles das Geld des jeweiligen Sachbearbeiters.

Bisher war es in nahezu allen Fällen so gewesen, dass wenn er etwas beantragte, dieser Antrag zunächst einmal abgelehnt wurde. Felix hatte es sich angewohnt, nachdem er so Einiges dazu gelesen hatte, wie Behörden so verfahren, alles in Frage zu stellen, was von Behörden kam, und mit Geld zu tun hatte, das er zu bekommen hätte.
Seltsamerweise stellte sich heraus, dass immer dann, wenn „das Amt“, wie er es nannte, einen Antrag abgelehnt hatte, und er dann Widerspruch einlegte, diesem dann in aller Regel stattgegeben wurde. Und im Lauf der Zeit erkannte er dahinter ein System.
Viele würden den Widerspruch auf sich beruhen lassen, und das Amt somit Geld sparen. Felix aber hatte herausgefunden, dass er auf ein paar Sachen Anspruch hatte, und diesen wollte er durchsetzen. Zumal er im Netz erlesen hatte, dass es wohl häufig so sei, dass das Amt erstmal versuche, etwas abzulehnen, und sich so 50% aller Dinge von selbst erledigen würden.

Viel wollte er ja nicht. Und nach Möglichkeit versuchte er immer, die Dinge, die er brauchte, sich selbst anzuschaffen. Aber Manches überstieg einfach seine Möglichkeiten.
Er war ja völlig unverschuldet und ohne Absicht in diese Situation geraten. Er wollte niemals Unterstützung vom Staat haben. Aber jetzt nach 25 Jahren Berufstätigkeit war dies nicht zu vermeiden gewesen, und, so sah es zumindest aus, würde sich wohl auch nicht mehr ändern lassen.

Und so hatte er also dann beim Amt einen gebrauchten Kühlschrank beantragt. Abgelehnt.
Und eine gebrauchte Waschmaschine. Abgelehnt.
Kurz danach hatte er einen Kleiderschrank und einen eHerd beantragt. Auch gebraucht. Abgelehnt.

All diese Sachen, hatte er selbst nie gehabt, weil es stets in den Wohnungen drin war, in denen er gewohnt hatte.

Auf all die Dinge, die er da beantragt hatte, hatte er einen Anspruch lt. Gesetz. Das interessierte aber dort niemanden. Man führte einen Paragraphen an, wonach das abzulehnen sei.
In allen Fällen hatte er mit seinem Widerspruch Erfolg. Er musste sich dazu ausgiebig mit dem Thema auseinandersetzen, und seinerseits Paragraphen wälzen. Und selbstverständlich ließ sich das Amt mit der Bearbeitung seiner Angelegenheiten regelmäßig sehr viel Zeit. Wehe sie forderten irgendwas von ihm. Sofort war von Mitwirkungspflicht die Rede, und wenn man dieser nicht nachkomme, würden Sanktionen ausgesprochen (was immer hieß, es würde Geld gestrichen). Aber wenn Felix etwas vom Amt zu bekommen hatte, dann ließen sich die Herrschaften dort immer massenweise Zeit. Einmal ging es sogar soweit, dass er Untätigkeitsklage erheben musste …. und plötzlich ging’s und er bekam sein Geld.
Dass er das Geld z.B. für den Kleiderschrank schon 1/2 Jahr zuvor verauslagt hatte, und wieder einmal ein paar Monate lang das Geld für’s Essen nicht reichte, das interessierte dort natürlich niemanden.
Und regelmäßig wurde letztlich dann Geld zugesprochen, von dem z.B. die Waschmaschine nicht zu erhalten war. Er musste dann jeweils 30 € selber drauflegen, um ein einigermaßen sinnvolles gebrauchtes Gerät zu bekommen. Wovon er das Geld nehme würde, interessierte wiederum niemanden.
Hinter all dem schien Kalkül zu stehen. In irgendeiner Verordnung stand, für wieviel man z.B. eine Waschmaschine bekäme. Das stand eben dort. Dass das mit der Realität nichts zu tun hatte, das – man wird es sich denken – interessierte niemanden.

Wie so manche Sachen, die dort niemanden interessierten. Hauptsache man konnte mit Paragraphen um sich werfen.

Stets war er Bittsteller, der dann noch dankbar dafür sein musste, dass er etwas erhielt.
Selbstverständlich war dann allenthalben zu lesen, dass so manche Mitmenschen solche Leute, die Geld vom Staat bekommen, als „Schmarotzer“ und sonstnochwas bezeichneten.

Dabei ging es ihm nur darum, irgendwie über die Runden zu kommen. Dass er anfänglich alles das, was er sein Leben lang mit seiner Hände Arbeit aufgebaut hatte, und wofür er schon mehrfach seine Abgaben entrichtet hatte (AUCH die Sozialabgaben), dass er all das erstmal vernichten durfte, bevor er auch nur einen Cent vom Sozialstaat erhielt, das interessierte natürlich auch keinen.

Die Geschichte ist jetzt etwas abgeglitten …… ah ja …… wie schon gesagt, holte sich also Felix die 30 € vom Bankautomaten, um seinen Ausweis im Voraus zu bezahlen.

Dabei las er, dass in Kürze nur noch die IBAN-Nummern für Überweisungen gelten würden, man also BLZ und Kt.Nr. nicht mehr verwenden könne. Am Bankschalter sagte man ihm dann, dass es dann auch nicht mehr möglich sei, BLZ und Kt.Nr. am Automaten einzugeben, damit dieser das dann, so wie bisher auch, in eine IBAN einfüge.
Er verlieh seiner Meinung Ausdruck, dass das doch doof sei, weil das ja nur ein paar Programmzeilen seien, die man unverändert lassen könne, um dem Kunden den Service zu bieten, dass er die Daten, die er im Kopf habe, weiterhin benutzen könne.
Er wusste da schon, was kommen würde … und das kam auch: Lt. Paragraph soundso von der EU sei das nicht mehr zulässig. Punkt.

Mit einem etwas dickeren Hals, als er bei Betreten der Bank noch gehabt hatte, verließ er die Bank wieder.

Sein Weg führte ihn anschließend noch zum Arzt, um dort das Rezept für den Physiotherapeuten abzuholen. Das erinnerte ihn an die Sache mit der Krankenkasse dazu. Er hatte nämlich seinerzeit ein Problem mit diesen Rezepten gehabt, und war zur Krankenkasse gegangen. Dort erhielt er eine Auskunft, die er – Erfahrung macht klug – im Netz gegenprüfte, wo sie sich prompt als möglicherweise falsch erwies. Nachfrage bei der Krankenkasse bestätigte dies. Er erhielt also dann die „richtige“ Auskunft. Ein zufälliges Gespräch mit dem Arzt, ein paar Tage später, ergab dann wiederum, dass auch diese Auskunft nicht ganz stimmig sein konnte. Jetzt machte Felix Nägel mit Köpfen und wandte sich schriftlich an die Krankenkasse, da er jetzt praktisch 3 verschiedene Auskünfte vorliegen hatte. Die Krankenkasse schrieb ihm dann doch tatsächlich, dass er die gewünschte Auskunft nicht schriftlich erhalten könne. Felix schrieb zurück, dass er darauf bestehe, und schickte das Schreiben zu Händen der Geschäftsleitung. Und plötzlich ging alles sehr schnell: Man entschuldigte sich eingehend bei ihm, stellte eine Antwort der Zentrale in Aussicht, und von dort erhielt Felix dann schriftlich einen Bescheid, mit dem er endlich definitiv etwas anfangen konnte. Hätte er sich auf die erste Auskunft verlassen, hätte er nur einen Teil der Behandlungsmaßnahmen erhalten, die ihm tatsächlich zustanden.

Er nahm sich von da an vor, mit „Behörden“ künftig alles nur noch schriftlich abzuhandeln, und niemals eine Auskunft von vorne herein als faktisch korrekt anzusehen . Es schien ihm nämlich zunehmend so, dass sich zum einen niemand mehr so wirklich auskannte, zum anderen so manche Ämter ihre Existenz als Selbstzweck verstanden, und in vielen Amtsstuben es scheinbar immer noch die Ansicht gäbe, als wäre man kein Dienstleister, der für den Bürger da ist, sondern dieser müsse vielmehr dankbar dafür sein, dass man sich mit ihm abgebe.
Felix hatte zwischenzeitlich manchmal Punkte erreicht, wo er für Diejenigen Verständnis aufbrachte, die es auch ihrerseits mit ihren Verhaltensweisen nicht mehr so genau nahmen.

Felix sieht sich aber auch als jemand, der fair ist. Und so weiß er: Es gibt immer wieder Menschen, AUCH in Ämtern, die sich wirklich für einen einsetzen bzw. für einen da sind. Und je kleiner so eine Einheit ist, umso eher ist das der Fall.
Wenn man also in einer kleinen Gemeinde, in der noch fast jeder jeden kennt, in’s örtliche Rathaus geht, kann man fast immer damit rechnen, als das gesehen zu werden, was man ist: Mensch, Nachbar, jemand dem man helfen will.
Wenn er allerdings mit Wasserköpfen zu tun hat, dann ist das oftmals so gut wie nicht vorhanden.
Und Felix wüsste auch von Begebenheiten zu erzählen, in denen es um Mitmenschen geht, die es den Ämtern gleich zu tun versuchen, und einen über den Tisch ziehen wollen. Aber das wäre eine andere Geschichte.

 

DAS nennt man SERVICE

Ein Kunde geht zu seiner Bank, um dort am Automaten eine Überweisung einzutippen.

Er sieht dabei die allerorten aufgestellten Schilder, dass ab 01.02.2016 auch die Übergangszeit für Bankleitzahl und Kontonummer vorbei wäre und Überweisungen ab dann nur mehr per IBAN angenommen werden können.

Nun, denkt er, das ist ja kein Problem, weil am Automaten kann ich ja schön BLZ und Kt.Nr. eingeben, und der macht dann die IBAN draus. So kann ich die Bankdaten, die ich im Kopf habe weiterhin nutzen.

Sicherheitshalber fragt er anschließend am Bankschalter nach. Doch die Dame dort teilt ihm mit, dass auch das dann nicht mehr möglich sein wird.

Er versucht mit ihr in eine Diskussion einzusteigen, dass das schon unsinnig sei, weil es keinen Grund gäbe, dem Kunden diese Möglichkeit zu nehmen. Für die Bank sei es ein relativ geringer Aufwand in Form einiger Programmzeilen in der Software, und zudem würde ohnehin letztlich die IBAN erzeugt und weitergereicht.

Aber die gute Dame wehrt sich mit Händen und Füßen gegen die Annahme, dass das ein guter Service sein könnte. Denn irgendwann müsse ja schließlich Schluss sein mit dem alten System. Zudem würde das zentral gesteuert und sowas würde ja auch nur Kosten verursachen. Außerdem kämen nur noch relativ wenige Kunden, die keine IBAN verwenden.

Der Kunde hat die Diskussion letztlich mit den Worten beendet: Lassen wir es an dieser Stelle dabei bewenden, bringt nix. Es ist nur nicht schön, dass wieder ein Service gestrichen wird.

Meine Meinung dazu: Mit solchen Verfahrensweisen werden es die Banken nie schaffen, ihren Ruf zu verbessern. Auf der einen Seite wird der Service immer mehr reduziert bzw. auf unpersönliche Automaten verlagert, und auf der anderen Seite einem das Geld aus der Tasche gezogen. Ich erinnere nur an den Dispozins von 10% und mehr, der in meinen Augen staatlich legitimierter Betrug ist, wenn man sich ansieht, zu welchen Konditionen die Banken sich heute ihr Geld beschaffen können. Gleichzeitig werden für die Konten Gebühren kassiert, und auch noch an dem Geld verdient, dass sich zeitweise auf den Konten befindet, indem man damit arbeitet.
Aber mit einem Banker darüber zu diskutieren, das wäre so hoffnungslos wie der besagte Kampf gegen Windmühlen. Letztlich zählt nur die Bilanz.

Ich stamme, im Grunde genommen, aus einer Bankerfamilie. Will sagen, mein Vater und auch mein Großvater waren beide in Banken beschäftigt und haben es dabei einigermaßen weit gebracht.
Wenn man sich heute ansieht, wie Bankkunden behandelt werden, und welchen Service sie erfahren, das war früher absolut unvorstellbar. Und heute verstehe ich meinen Vater, warum er sich aus der Mühle irgendwann mal verabschiedet hat, mit den Worten: Die Entwicklung, die das Ganze nimmt, mache ich nicht länger mit.

Der o.g. Kunde wird vermutlich sein Konto bei besagter Bank auflösen. Das ist SEINE Möglichkeit, auf die Verhältnisse zu reagieren. Er wird wohl seine Bankgeschäfte künftig nur noch über sein Online-Konto einer bekannten Großbank abwickeln. Dort kostet das Konto nichts, eine Kreditkarte ist inbegriffen und der Dispozins beschränkt sich auf etwa 7%. Und dort kann er auch weiterhin BLZ und Kt.Nr. eingeben. Und er muss auch keine Diskussion führen, in der sein Gegenüber sich nicht die Mühe macht, Verständnis zu zeigen (auch wenn er nur so täte).

So geht Service.

Es grüßt,
das Smamap

Eigentum ist günstiger als Miete !

…. so stand es vorhin im Schaufenster der Bank.

Nun …. er hatte sich auch mal, seinerzeit, von diesem Slogan blenden lassen, und echt daran geglaubt. Um dann von der Realität eines Besseren belehrt zu werden.

Dabei ist die Rechnung ganz einfach, und doch will sie keiner so recht nachvollziehen:
Angenommen heute nimmt einer 100.000 € auf, dann zahlt er pro Monat ca. 350 € an die Bank zurück. Und das ist DAS, was manche andere ganz normal als Miete zahlen. Die 2. Miete des Eigentümers, die der für die Instandhaltung seines Eigentums berappen muss, ist da natürlich noch nicht enthalten.

Und wozu das Alles? Das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen. Und diejenigen, denen man das weitergeben könnte, haben sehr oft eine andere Lebensplanung, als die Eltern sich das so gedacht hatten.

Und im Ende wird das „Eigentum“ dann irgendwann verkauft, und das, was da alles reingehängt wurde, an Geld, an Herzblut, an Zeit und an Energie, das findet seinen Niederschlag nicht. Die Zeiten sind eben vorbei, als ein „Hof“ über Generationen hinweg, an die Nachkommen weitergegeben wurde.

Letztlich gibt es nur einen, dem so ein „Eigentum“ etwas bringt: Die Bank.

Und so haben viele eine kleine Mietwohnung, ihr Leben wird nicht bestimmt durch Bank, durch Instandhaltung und durch die Sorge um die Zukunft; die Kids gehen ihren eigenen Weg; und wenn die Zeit dann mal gekommen ist, dann muss sich niemand darüber Gedanken machen, wie alles abzuwickeln wäre.

Ja, so manche hatten mal Eigentum, und haben der Bank über einen Zeitraum von 20 Jahren z.B. 100.000 € an Zinsen überwiesen. Sie bekamen quasi von der Bank alles umsonst, sprich kostenlos. Dieses Geld alternativ sinnvoll angelegt, könnten sie ihren Kindern viel Geld in die Hand drücken. JA, Geld ist nicht alles, aber sie könnten es gut gebrauchen, denn sie leben JETZT.

Im Rückblick erkennen manche hie und da einen grundlegenden Fehler, den sie gelebt haben. In vielen Fällen war das: Eigentum anschaffen.

Es grüßt,
das Smamap