Was würde ich anders machen …. ?

Manchmal stelle ich mir diese Frage, was ich anders machen würde, wenn ich die Chance hätte, alles nochmal zu machen.

Nun ist diese Frage bzw. das Ansinnen dazu, natürlich völlig sinnlos.

Denn quasi nochmal leben hieße ja, man würde wieder mit demselben Kenntnis- und Entwicklungsstand beginnen.

Hinter der Frage steht ja, dass man DANN versuchen würde, alles besser zu machen. Jedoch BESSER ist ja immer ein Vergleich. Aber ein Vergleich WOZU? Denn würde man wieder anfangen, damals mit 10 oder 20 Lebensjahren, wüsste man erneut genau wenig bis nichts und müsste sich alles von vorne erarbeiten. Wieder von vorne lernen.

So ganz weit hinter dieser Frage steht der Ansatz, dass man dann bestimmte Fehler nicht nochmal machen würde. Ja ja, wenn man denn das Wissen von 50 Jahren schon intus hätte.

Hat man aber nicht.

Zwar gibt es da das Ursache-Wirkungs-Prinzip, was besagen könnte, dass aus einer ganz bestimmten Ursache immer auch eindeutig eine bestimmte Wirkung folgt, jedoch kann der Mensch sich in der gleichen Situation auch unterschiedlich entscheiden (von „frei“ entscheiden möchte ich dabei gar nicht sprechen; aber das ist ein anderes Thema).
Wo oft in meinem Leben stand ich in der Situation, dass ich mehrere mögliche Weg vor mir sah, nicht wusste wohin, um mich dann einfach auf’s gerade Wohl für irgendeinen Weg zu entscheiden, nur um den Stillstand zu überwinden.

Gegen dieses Ursach-Wirkungs-Prinzip spricht auch …. „Wir machen dieselben Fehler nicht nochmal; wir machen andere Fehler„.
Es stünde also zumindest zu vermuten, dass es niemals so sein wird, dass wir keine Fehler machen. Wir machen nämlich diesen oder jenen Fehler. Denn Fehler machen liegt in der Natur des Menschen (die Einzigen, die das nicht wissen, sind so manche Chefs, die selbst natürlich niemals Fehler machen).

Die Frage, ob wieder alles genauso ablaufen würde, wie es schon einmal ablief, muss aus den obigen Gründen also verneint werden.

Somit ist die Eingangsfrage, was man anders machen würde, könnte man nochmals von vorne beginnen, totaler Quatsch. Die Frage setzt nämlich voraus, dass alles nochmals genauso ablaufen kann.
Das wäre etwa so, als würde man einen Tischtennisball vom Hochhausdach fallen lassen, und könnte den Weg nach unten bestimmen, sprich den Ort, an dem er aufkommt. Und dies beliebig wiederholen.
Und es gibt NOCH ein Argument, dass die NochmalThese widerlegt:
Würde das stattfinden können, dieses Nochmal, und man käme an den Punkt, an dem man erstmals, aus späterer Sicht, einen Fehler gemacht hat, und wurde dort bewusst anders handeln, wäre ALLES, was danach käme anders als es früher schon mal war. Man würde also gar nicht mehr an die weiteren Lebenspunkte kommen, an denen man im früheren Leben Fehler gemacht hat.

Sprich, die Frage ist ein Widerspruch in sich selbst.

Dennoch könnte man die Frage, so rein theoretisch, für sich selbst beantworten. Das wär dann wohl eher ein Unterfangen, um gemachte Fehler, für die Zukunft zu vermeiden.

Die Frage muss natürlich jeder für sich selbst beantworten.

Wenn ich das für mich versuchte, dann käme dabei wohl heraus, dass ich niemals heiraten würde, zuerst eine Lehre machen und DANN erst ein Studium beginnen würde (und auch fertig machen), und den Grundsatz „Weniger ist Mehr“ von Anfang an zu meinem Lebensprinzip machen würde (und nicht damit warten, bis nach meinem 50. Lebensjahr).

Und so würde ich mir schon wünschen, es nochmal richtiger und besser machen zu können; wohl wissend, dass das ausgemachter Unsinn ist. Zumal man in jeder Lebenssituation der felsenfesten Überzeugung ist, das BESTE gemacht zu haben.

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)