Butter ist teuer – na und, wo ist das Problem?

Nach heutigen Nachrichten kostet das Päckchen Butter jetzt nicht mehr 75 Cent, so wie noch Anfang 2016, sondern 2€.

Ist doch alles Bestens!

Oder meint etwa jemand, dass alles Bestens war, als die Butter noch nix kostete?
Als Milch- und Butterberge mit Wahnsinns-Summen gehortet und gepflegt werden mussten (die EU hat tatsächlich Unmengen von Lagerhäusern unterhalten, um dort das Pulver zu lagern, gewonnen aus den Milchüberschüssen).
War das ok, als die Bauern reihenweise aufgaben, weil sie für den Liter Milch 20 Cent bekamen, und aber 35 brauchten, um für sich etwas zu erwirtschaften?

Ja ja, alles ist wunderbar, solange die Preise sinken.

Jetzt sind die Milchpreise hoch (die Butterpreise noch höher), die Bauern bekommen das, was sie brauchen. Aus mehreren Gründen ist der Verbrauch des Fettes aus der Milch in die Höhe geschossen (wen es interessiert, bitte im Netz nachlesen); daher sind die Milch- und Butterberge geschmolzen.

Und endlich zahlt der Verbraucher für Milchprodukte einen echten Preis, und nicht einen künstlich niedrig gehaltenen Preis.

Wer da immer noch meint, auf Kosten anderer fast nix zahlen zu wollen, der hat was falsch verstanden.

Ja, es ist eine Frage von Angebot und Nachfrage. Aber das gilt bitteschön für alle.

Und so ist es, wie bei so Vielem: Wir leben auf Kosten anderer.
Da kann man jetzt die Länder nennen, deren Rohstoffe wir billig verbrauchen, und die Menschen in den Entwicklungsländern auf deren ehemaligen Felder Bananen und Palmfett wachsen, um von uns billig verbraucht zu werden. Oder man kann generell die Natur nennen.

Ist alles nur eine Frage der Zeit, bis es irgendwann mal auf uns selbst zurückfällt. Sei es, dass die Natur aus dem Gleichgewicht kommt, sei es, dass die Rohstoffe ausgehen, weil wir sie billigst verschwendet haben, sei es weil Flüchtlinge zu uns kommen, die in ihrer Heimat nichts mehr zum Leben haben.

All diese Probleme (und viele andere) gäbe es nicht auf der Welt, wenn wir uns in der Vergangenheit vernünftig und verantwortungsbewusst verhalten hätten.

Wir hätten dann eben nur 1/3 unseres Wohlstandes. Aus meiner heutigen Sicht hätte ich viel darum gegeben, wenn ich auf dieser Basis hätte aufwachsen können, und damit gleichzeitig heute wissen könnte, dass dieser Planet auch noch für meine Nachkommen DAS bereithält, was für ein gutes und friedliches Leben notwendig ist.

Es grüßt,
das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Der Rinderwahnsinn mal anders

Zur Zeit stoße ich öfter mal auf die „VerbraucherCheckBeiträge“ von Tim Mälzer, diesmal hatte es mit dem Rinderwahnsinn zu tun.

Nicht, was man jetzt denken mag, sondern der ganz normale Wahnsinn.

Eigentlich wollte ich einen durchweg positiven Beitrag schreiben, der was mit der Weihnachtszeit zu tun hat. Aber nach der Sendung von gestern, hatte sich das Thema geändert.

Wenn ich an Rindviecher denke, so habe ich meist ein Bild vor Augen, aus meiner Jugendzeit ….

Rinderwahnsinn

So war das doch immer: Glückliche Kühe und Rinder auf der Weide.

Was kaum jemand weiß, ist, dass diese Tiere, in der heutigen Haltung, Zeit ihres Lebens, keine Wiese sehen. Vielmehr bis zum letzten Lebenstag nur den engen Stallbereich erleben, in dem sie sich aufhalten (damit ist nicht der ganze Stall gemeint, sondern die wenigen qm, die ihnen zugewiesen sind)

Rinderwahnsinn

Von der sogenannten „Anbindehaltung“ möchte ich lieber nicht schreiben.

Und wer ist für diesen Rinderwahnsinn verantwortlich?

Richtig !!!! WIR ALLE, die wir beim Discounter billiges Fleisch haben wollen.

Können wir das ändern?

Selbstverständlich, den wir müssen das nicht so haben und wollen. Es stünde uns frei, uns beim Metzger zu erkundigen, woher das Fleisch ist, und wie die Rinder dort gehalten werden.

Ja, gewiss, ein Aufwand. Zwar gering, aber natürlich wesentlich komplizierter, als zum Billigfleisch in der Theke zu greifen.

Habe für mich beschlossen, diesen Aufwand zu betreiben. Will nicht mitverantwortlich sein, dafür, dass mit der Kreatur so umgegangen wird.

Letztlich ist es nur ein Anfangsaufwand, zu ergründen, wie das so ist, mit dem Fleisch, das ich kaufe. Und wer jetzt meint, das „Produkt“, wie Tim Mälzer das immer so schön nennt, sei doch wesentlich teurer, dann stimmt das.

NUR – in meiner Jugend, da gab es einmal, oder ev. 2x pro Woche Fleisch. Und ich habe es überlebt. Wo steht denn bitteschön geschrieben, dass ich jeden Tag Fleisch haben muss?

Eine ganz normale Rechnung (auch ohne Taschenrechner) zeigt mir, dass 2x Fleisch pro Woche, das anständig „produziert“ wurde, und auch noch wesentlich besser schmeckt, günstiger kommt, als fast jeden Tag Fleisch aus der „IstMirDochEgalWie-Massenproduktion“ zu essen. Und wesentlich gesünder ist es auch noch.

An einem solchen Rinderwahnsinn werde ich mich nicht mehr länger beteiligen.

Dass es ihn gibt, liegt nur und ausschließlich an uns allen. Die Schuld auf die Produzenten abzuschieben, wäre in die eigene Tasche gelogen.

Und so kann ich jedem nur raten, diese Sendungen von Tim Mälzer anzuschauen. Einem Mann, der nicht in dem Verdacht steht, den Leuten etwas vor zu machen. Man lernt dort Erstaunliches, was man nie vermutet hätte, und was interessierte Kreise unter dem Deckel zu halten versuchen. Nicht umsonst ist es so, dass es enorm schwierig war, in den Betrieben eine Drehgenehmigung zu erhalten.

Das war nicht nur bzgl. des Rinderwahnsinn so, sondern auch schon, als es um das Nahrungsmittel „Eier“ ging. Ich pfeife heute auf Günstigeier, nachdem ich gesehe habe, was das für die Tiere bedeutet. Die führende Eins in dem Zahlencode, der auf dem Ei steht muss es seitdem unbedingt sein, wenn nicht sogar die Null. Die Eins bedeutet „Freilandhaltung“, die Null „ökologische“ Haltung. Wenn ich es schon in den Fertigprodukten nicht sehen kann, wo die Eier herkommen, weil es dort nicht angegeben werden muss, möchte ich zumindest meinen Teil dazu beitragen, dass etwas anders werden kann.

Seitdem kaufe ich meine Frühstückseier etc. meist auf dem Markt. Die Eier dort kommen von Bauern aus der Region, wo die Hühner noch so herumlaufen, wie ich das aus meiner Jugend kenne. Das sind mir die 2-3 € im Monat wert.

Rinderwahnsinn und auch Eierwahnsinn kommen bei mir nicht mehr in die Tüte.

Es grüßt,
das Smamap

Können wir uns besseres Essen leisten ?

Einem Artikel von glucosebrainy, basierend auf einem Inhalt der SZ, war z.B. zu entnehmen….

„Die zunehmende Konzentration von Zuchtkonzernen in Oligopolen hat dazu geführt, dass ein einzelner Hahn heute bis zu 28 Millionen genetische Nachkommen hat. Mit Blick auf Rinder und Schweine haben Millionen Tiere eine „effektive Populationsgröße“, wie Genetiker es nennen, von vielleicht hundert Tieren.“

oder aber

„Und wer in Westafrika Geflügel züchten und davon leben möchte, kann das im Zweifel nicht mehr – weil verpackte Fleischstücke aus Deutschland so viel billiger sind, dass er nicht mit ihnen konkurrieren kann.“

und schließlich

„Ein Fischzüchter, der in Indonesien Tilapia in Aquakultur hält, verdient von den zehn Euro pro Kilogramm, den ein solcher Fisch in der Kühltheke eines deutschen Supermarkts erzielt, vielleicht zehn Cent.“

Ich kann jedem den Artikel nur zum Nachlesen empfehlen (HIER).

Bleibt eine Frage, als Quintessenz des Arguments, dass anderes Essen zu teuer ist, nämlich die Frage, ob wir uns besseres Essen leisten können?

Die Antwort ist ein eindeutiges JA.

Ich erläutere meine Meinung am Bsp. von Fleisch, was sich ebenso auf jegliches andere Produkt übertragen ließe:

Zum einen haben wir uns heute angewöhnt, dass wir für jeglichen Einkauf mit dem Auto anfahren. Wer das tut, kann genauso gut zu Fuß zum örtlichen Metzger gehen, und dort für das Fleisch etwas mehr bezahlen, als beim Discounter auf der grünen Wiese.

Darüber hinaus ist das „günstige“ Fleisch Augenwischerei. Jenes kann nur über die Menge zu dem Preis verkauft werden, wie wir es vorfinden. Mengen aber, müssen transportiert werden. Und die Kosten dafür (z.B. Straßen, Brücken, Umwelt, Krankheiten) bezahlen wir alle. V.a. natürlich über das, wovon es sich am Leichtesten beim Bürger holen lässt: Das Auto, der Sprit.

Wer also konsequent seine Einkäufe bei den örtlichen Produzenten bzw. deren Verkaufsstellen erledigt, der hat die zusätzlichen Ausgaben über entsprechende Einsparungen ausgeglichen. Es muss nicht jeder, der das kann, sein Verhalten soweit umbauen, dass er das Auto abschafft, und so im Monat locker 200 € zusätzlich zur Verfügung hat. Mal abgesehen davon, dass so Manche nicht auf’s Auto verzichten können, auch wenn sie es wollten.
Aber wenn das nur 25% so machen, wird die Nachfrage nach örtlichen Produkten vom örtlichen Produzenten, erheblich ansteigen, und die Qualität dessen, was wir essen, ebenso erheblich zunehmen.

Als Beispiele mögen dienen: Der Metzger, der Gemüsebauer vom Wochenmarkt, der Obstladen. Und ein Bsp. gibt es, da wird das heute schon so gemacht: Der Bäcker. Viele Menschen fahren (leider!) zum Bäcker und kaufen dort Semmeln (sorry …. Brötchen), Brot und Backwaren, weil frischer und gehaltvoller, als das, was beim Discounter so zu bekommen ist. Der höhere Preis spielt da dann, seltsamerweise, keine Rolle. Und wenn diejenigen, die in der Nähe sind, nicht mit dem Auto fahren, sondern zu Fuß gehen, dann ist das Ganze nicht mal teurer.

Für mich ist die Rechnung mit teuer und billig eine Milchmädchen-Rechnung, und wer es genau hinterfragt, kommt da auch drauf.

In meinem speziellen Fall habe ich im Monat einen gewissen Betrag für Nahrungsmittel zur Verfügung. Wenn ich mich nun entscheide, Fleisch beim örtlichen Metzger zu kaufen, der mir sagen kann, wo es her kommt, dann kann ich dafür mehr ausgeben, weil ich zum einen kein Auto mehr habe, und zum anderen es mir auch nicht schadet, wenn ich weniger esse, und damit mein Ziel erreiche, 10 kg abzunehmen.

Ich will damit sagen, es gäbe genügen Gründe und Methoden, um zu erreichen, sich besseren Essen leisten zu können, wenn man nur will, und endlich dieses abstruse „Geiz ist Geil“ beiseite lässt.
Nicht jeder kann das. Aber wenn zumindest jene, die es können, das praktizieren, wäre schon viel geholfen. Und zwar ALLEN ….. vom Verbraucher über den Verkäufer bis hin zum Produzenten. Und dann würde auch endlich die Abwärtsspirale beim Preis der Discounter durchbrochen, den bekanntlich steuert die Nachfrage das Angebot.

Und so ganz nebenbei würden wir auch dem Trend entgegenwirken, dass der „Esser“ in Deutschland, rein abstammungsmäßig, dasselbe Hühnchen ißt, wie der „Esser“ in den USA oder in China. Und so ganz nebenbei würden wir auch dem Trend entgegenwirken, dass irgendeine Krankheit, hervorgerufen durch die maßlose Überzüchterei, uns weltweit bedroht.

Es grüßt,
das Smamap