IT´S DONE

Die Briten verlassen die EU. Soviel steht fest.

Persönlich hätte ich das nicht erwartet, und ich fühle mich von den Briten, als absoluter EU-Befürworter, im Stich gelassen. In diesen Zeiten ist nun mal eine Gruppe wesentlich stärker als der Einzelne, und somit besser dafür geeignet, die gravierenden Problemen, die in den nächsten Jahrzehnten definitiv auf uns zukommen, zu bewältigen.

Insofern ist die britische Entscheidung extrem kurzsichtig.

Wie gestern schon geschrieben, ist dieses Ergebnis allerdings als demokratische Entscheidung absolut zu akzeptieren.

Mir scheinen dabei 2 Punkte wichtig:

1) Man kann einer Bevölkerung nicht 10 Jahre lang eintrichtern, wie schlecht etwas ist, um es dann plötzlich vom Gegenteil überzeugen zu wollen.

2) Entgegen dem britischen Wahlspruch „Splendid Isolation“, was GB als Insel immer schon auf sich selbst schauen ließ, wird eine solche Entscheidung, wie immer, in der Wirtschaft bewertet. Und Kaufleute rechnen halt nun mal zwingend in Plus und in Minus, denn sie möchten das Geld das sie ausgeben/investieren, nicht vermindern. Letztlich wird es immer so sein, in allen Teilen der Welt, dass entscheidend ist, was bei den Menschen (finanziell) ankommt. Und da könnte es sehr wohl sein, was ich für die Briten nicht hoffen will, dass da künftig sehr viel weniger ankommt, als bisher, und sie sich mit dieser Entscheidung ins eigene Fleisch geschnitten haben.
Das wird man abwarten müssen. Ein Indikator werden in den nächsten Tagen/Wochen die Finanzmärkte sein, und da v.a. die britischen Werte.

Dass da ein Land nicht homogen entschieden hat, zeigt folgende Grafik:

image

Und so könnte es durchaus sein, dass wir künftig ein Schottland in der EU haben.

Aber nochmal: Egal wie auch immer es kommt, entwicklungsmäßig gesehen, es ist und war die Entscheidung einer Bevölkerung. Demokratisch getroffen. Und wenn man das irgendeiner Bevölkerung NICHT vorwerfen kann, dann ist das wohl die britische.

Dass das Schule machen würde, mit einem EU-Austritt, kann ich mir nun aber wirklich nicht vorstellen. Denn da gäbe es dann doch zu viele, die zu viel zu verlieren hätten. Und die Briten waren da schon einmalig in ihrer jahrelangen gehegten Negativeinstellung, verbunden mit ihrem, seit jahrhunderten gepflegten Isolationismus.

Meine Meinung.

Es grüßt,
das Smamap

BREXIT

Allerorten wäre in den letzten Tagen zu lesen gewesen, wie das zu bewerten ist, wenn die Briten sich mehrheitlich dafür entscheiden, einen eigenen Weg zu gehen.

Tonnen von sog. Experten meldeten sich zu Wort, um ein solches Ergebnis zu bewerten.

Ich muss sagen, ich hab das alles nicht gelesen (höchstens die Überschriften). Denn was soll all diese Kaffee-Satz-Leserei. Zum einen mag das komplett überflüssig sein, wenn das Ergebnis dann doch ein anderes sein sollte. Und zum anderen, kann niemand die Auswirkungen letztlich schlüssig voraussagen.

Auch ich bin der Meinung, dass ein Brexit negativ zu beurteilen wäre. Nämlich zum einen für die EU und für GB, hinsichtlich der erheblichen Auswirkungen, und zum anderen deswegen (was mir noch gewichtiger erscheint), weil die Briten damit die EU, aus meiner Sicht, schmälich im Stich gelassen hätten, um sich ihrem Unabhängigkeitsgefühl und dem Gefühl, niemanden zu brauchen (a la Commenwealth des 18. Jahrhunderts) hinzugeben.

Wie sagte gestern einer in den Nachrichten kommentarweise: Auch DIE Briten, die sich für den Brexit entscheiden, halten den Atem an, in dem Gefühl, etwas unverzeichliches getan zu haben.

Wie auch immer ……….. das Ganze ist eine demokratische Entscheidung, und als solche zu aktzeptieren. Wie auch immer sie ausfallen möge. Niemand muss diese Entscheidung mögen. Auch nicht die Auswirkungen. ABER …. sie wurde dann demokratisch getroffen. Und die Konsequenzen werden diejenigen zu tragen haben, die die Entscheidung mehrheitlich getroffen haben. Auch DAS ist Demokratie.

Das Wesen der Demokratie ist, dass Entscheidungen mehrheitlich getroffen werden, und auch von denen mitzutragen sind, die der Minderheit angehören. Es ist dabei Aufgabe jedes Einzelnen, sich seine Entscheidungen nicht zu leicht zu machen. Insofern erfordert eine Demokratie den mündigen Bürger (wobei ich dabei so manches Mal meine Zweifel habe).

Es grüßt,
das Smamap