Die Sonntagsrunde

Nein, es geht hier nicht um den „Internationalen Frühschoppen“, wie er früher hieß oder um den „Doppelpass“ oder was auch immer, wenn ich von der Sonntagsrunde schreibe.

Nein, es geht um die Sonntagsrunde, die ich selbst drehe.

Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, am Sonntag Morgen, nach dem Frühstück, meinen Coffee-to-go-Becher zu schnappen und mich auf den Weg zu machen.

Dieser führt mich beim Bäcker vorbei, wo ich mir meinen Porzellan-Becher mit einem Cappuccino füllen lasse und dann gehe ich meine Sonntagsrunde.

Jetzt im Winter ist das mit dem Cappuccino eine feine Sache, weil der wärmt nicht nur von innen, sondern auch meine Finger. Ok, das hält nur auf dem ersten Teilstück an, weil irgendwann ist der Cappu dann zuende, und der Becher ausgekühlt.

Aber immerhin.

Auch ansonsten ist diese Sonntagsrunde, die immer denselben Weg entlangführt, doch etwas Besonderes. Es ist kaum jemand unterwegs! Und so ist es möglich, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die man während der Woche eher kaum wahrnimmt. Sonst heißt es immer darauf achten, was einem entgegenkommt. Oder den Verkehr zu beachten. Oder schnell dorthin eilen, wo man eben grade hin muss.

Auf der Sonntagsrunde schlendere ich dahin, in aller Gemütsruhe, und betrachte meine Umgebung ebenso.

Da fallen einem dann plötzlich Dinge auf, die zwar immer schon da waren, aber man ansonsten kaum wahrnimmt. Sei es in einem Schaufenster, sei es ein Plakat, sei es Veränderungen an einem Waldgrundstück, sei es ein Weg, den man bisher nie gesehen hat.

Ansonsten eilt man viel zu achtlos durch die Gegend. Das führt mitunter auch dazu, dass man so manche Dinge, bei denen sich jemand viel Mühe gegeben hat, nicht beachtet. Die fallen einem dann auf, und man hat die Möglichkeit, nächstens mal ein Wort darüber zu verlieren, wenn man Denjenigen wieder trifft.

Heute war es eig nicht so prickelnd auf meiner Sonntagsrunde, weil es die ganze Zeit genieselt hat. ABER – das hat mir nix ausgemacht, denn das Schöne auf dieser Runde überwiegt. Die frische Luft, die Natur, die Dinge, die man alle wahrnimmt.

Es ist dann immer wieder auch überraschend, wie die Zeit dabei vergeht. Plötzlich ist es nicht mehr 10 Uhr, sondern schon 12. Das kann passieren, wenn man andauernd irgendwo stehen bleibt, um etwas eingehender zu betrachten.

Was während des Schlenderns in der freien Natur auch so manches Mal passiert, ist, dass die Gedanken so dahin fließen. Ganz zwangslos …. es drängt einen ja auch nichts. Und so kommt man auch hier ab und zu auf Dinge, die sich ansonsten nicht hätten einstellen können.

Ich bin schon mal gespannt, wie meine Sonntagsrunde wohl im Sommer ablaufen wird. Ich könnte mir vorstellen, dass die noch viel zwangloser abläuft. So ohne Mütze, Schal, dicke Jacke, Winterschuhe …. einfach rein in die Sportschuhe (natürlich solche ohne Schnürsenkel; ich mag das Schuhebinden so absolut überhaupt nicht, aber was bleibt im Winter), Schlüssel greifen, raus bei der Tür!

Cappu-Becher natürlich nicht vergessen !!

Es grüßt

das Smamap (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Träume sind erlaubt und erwünscht

Manchmal sitze ich, so wie heute, Sonntags morgen vorm Cafe, trinke meinen Cappuccino und träume vor mich hin.

Was hätte ich gern …. was wäre wenn …. wie würde ich gerne leben?

Das sind die Fragen, die meine (Tag)Träume meistens bewegen.

Träume

Manche Dinge kommen da immer und immer wieder ….

  • Ich träume davon, eine Arbeit zu finden, die genau auf meine gesundheitlichen Einschränkungen passt und die es mir erlaubt, ein klein wenig ein „reicheres“ Leben zu führen
  • Ich träume davon, dem „Amt“ sagen zu können …. Ihr könnt mich mal
  • Ich träume davon, eine Arbeit zu haben, die es mir erlaubt, für andere Menschen da zu sein
  • Ich träume davon, frei und ungebunden zu sein, mir mein Leben so gestalten zu können, wie ich mir das vorstelle
  • Ich träume davon, mein Lebensmotto „Weniger ist mehr“, konsequent umsetzen zu können
  • Ich träume davon, die Welt zu einem besseren Ort machen zu können
  • Ich träume davon, gesund zu sein
  • Ich träume davon, dick im Lotto zu gewinnen, und mit dem Geld viel Gutes zu tun
  • ….
Ja ja, ich weiß …. Träume sind Schäume, und gehen selten in Erfüllung. Und manche gehen auch nur schwer zusammen.

Jedoch, ich habe sagen hören, dass manche Träume in Erfüllung gehen, wenn man fest daran glaubt, und etwas dafür tut.

Es grüßt,
das (www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Strahlemann & Söhne

Nachdem ich heute alle Erledigungen hinter mich gebracht hatte, wollte ich bei dem strahlenden Sonnenschein unbedingt noch irgendwo im Freien einen Cappuccino haben.

Also dann vorhin noch zum Cafe und Sonne pur genossen (ev. zum letzten Mal in dieser Form in diesem Jahr; wer weiß).

Es ist immer wieder erheiternd, welche Dinge man dabei beobachtet/erlebt:

Da ist die Autofahrerin, die eben mal in die Postagentur muss, und dazu vor der Einfahrt der Metzgerei parkt, und sich dann fürchterlich aufregt, weil sie, auf dem Weg zur Post, angehupt wird, weil der Lieferwagen der Metzgerei just in dem Moment in die Einfahrt muss.

Oder die Madame, die vor dem Cafe sitzt, und sich darüber aufregt, als die Markise ein Stück ausgefahren wird, damit die Gäste von der Sonne nicht so geblendet werden. Sie bräuchte sich zwar nur auf einen anderen Stuhl setzen, und gut wäre, aber sie zieht es vor entrüstet das Weite zu suchen.

Dann kommt der Fahrer der strahlend roten Corvette vorbeigefahren, und fährt im Schneckentempo vorbei, damit jeder ausgiebig sein Gefährt bewundern kann. Kurz nach dem Cafe wird dann ordentlich Gas gegeben, damit der Sound auch entsprechend zur Geltung kommt.

Gar nicht zu reden, von den diversen Parkkünsten, die Manche an den Tag legen. Es hat sich immer noch nicht durchgesprochen, dass vorwärts einparken eher schwierig ist, und entsprechend lange dauert.

Inzwischen ist mein „großer“ Cappuccino gekommen. Ich zahle gleich (nämlich 2,60€, zzgl. 40 Cent Trinkgeld), und widme mich meinem Getränk.

Plötzlich sitze ich 1 m über dem Stuhl, weil der Audi-Fahrer kräftig hupen musste, um den Kumpel auf der anderen Straßenseite zu grüßen.

Der Cappuccino ist heute echt klasse. Na ja, eig wie immer.

Einen Tisch weiter nimmt einer Platz, der sieht so aus, als wäre die Nacht eher kurz gewesen. Ev. auch zu kurz, um den Alkoholabbau komplett abzuschließen.

Dann kommt die Bedienung wieder vorbei: Wie seinerzeit die weiblichen Reize vergeben wurden, hat sie offenbar 2 x „HIER“ geschrieen :)))))

Ich wundere mich noch, dass heute so viel los ist. Da sagt in dem Moment der am Nebentisch zu seiner Begleitung, dass heute „drüben“ ja Feiertag ist, und deshalb Viele zum Einkaufen kommen. Mit „drüben“ meint er die sog. „neuen Bundesländer“. Diese Einteilung nehme ich zwar verbal nicht mehr vor, aber ich weiß, was er meint, denn unterschiedliche Bundesländer haben teilweise unterschiedliche Feiertage, je nachdem von welcher Konfession die Mehrheit der Bevölkerung ist. Und Bayern ist hauptsächlich katholisch. Das stimmt zwar für Oberfranken dann wieder nicht, aber Oberfranken gehört zum Bundesland Bayern (was man in Oberfranken nicht zu laut sagen sollte :)))), und deshalb ist heute hier KEIN Feiertag. Aber eben 10 KM weiter dann schon.

In dieser Erkenntnis trinke ich den letzten Schluck Cappuccino, löffle noch den Milchschaum aus, sacke meine diversen Utensilien wieder ein, und schreite von dannen.

Ein schönes strahlendes Wochenende wünscht,
das Smamap
(welches Halloween grundsätzlich NICHT begeht)

Einkaufen die 357ste (eine Sammlung von Erlebnissen)

Es ist immer wieder erfrischend wie herrlich doch der Tiergarten des Herrn ist.

Man kann dies beim Einkaufen immer wieder auf’s Neue feststellen.

Es geht schon los, beim Vorfahren am Supermarkt. Am Liebsten würde Mancher direkt reinfahren, und quasi die Gaben direkt über’s Fenster ergattern.
Ok, geht nicht. Aber ein Parkplatz so direkt vor dem Eingang wäre dann schon schön.
Und hat man einen erspäht, dann sollte der Einkäufer, der eben aus dem Supermarkt kommend, richtung Auto wandelt, seine Augen ganz weit offen haben, denn in Abwägung eines „super“ Parkplatzes, erscheint manchen die Sicherheit von Fußgängern eher zweitrangig.

Anders getrimmt ist der Autofahrer, der in Ermangelung entsprechender Abstandshalter einfach mal stehen bleibt, wenn 20 Meter voraus jemand aus der Parklücke stößt. Könnte ja was passieren. Das Extremum solcher Verhaltensweisen ist dann schon mal ein Rückstau bis auf die Hauptstraße hinaus.

Deswegen, und natürlich auch aus dem Grund, dass ich kein Auto mehr mein Eigen nenne, geh ich mittlerweile gerne zu Fuß einkaufen. Bis andere einen Parkplatz erkurvt haben, stehe ich mit meinem Einkaufswagen schon in der Obstabteilung.

Halt! Ich vergaß, dass auf dem Weg dorthin ja noch die Rückgabeautomaten für die Plastikflaschen herumlungern. Manchmal ist keiner da, und man kann seine 10 Flaschen quasi direkt in den Höllenschlund stopfen. An anderen Tagen scheinen all Diejenigen ein Kaffeekränzchen vereinbart zu haben, die säckeweise Flaschen abzugeben haben. Also geht man dann erstmal einkaufen.

Im Markt, da gibt es verschiedene Typen. Einmal den Rumpler. Der rumpelt nur so durch Markt, wohl weil draußen jemand mit der Stoppuhr steht, und prüft, ob der Einkauf in neuer Rekordzeit erledigt wurde.
Dann gibt es den Schlenderer (zu welchen ich gehöre). In aller Gemütsruhe wandelt dieser durch den Markt, sieht sich dieses und jenes an, schlendert durch die Gänge, und versucht den innernen Einkaufszettel abzuarbeiten. Dergestalt, dass einem die Einkaufsregale schon sagen, was man braucht.
Und natürlich gibt es auch noch den Meckerer. Der meutert von vorne bis hinten. Zunächst, weil er keinen Parkplatz bekommen hat. Damit meint er natürlich, dass er nicht direkt vor der Türe parken konnte, denn einer der 200 Parkplätze war mit Sicherheit frei. Dann ist es natürlich so, dass alles das, was er braucht, nicht da ist, was selbstverständlich eine Unverschämtheit ist, und nur für ihn so gehandhabt wurde. Von den 30 Artikeln, die schon in seinem Einkaufswagen schlummern, spricht er natürlich nicht. Und selbstverständlich ist es ein Wahnsinn, was schon wieder alles teurer geworden ist. Und überhaupt, die Massen von Leuten, die wieder mal einkaufen sind. Dass er zu dieser Masse gehört, sieht er natürlich nicht. Aber der nächste Wahnsinn wartet schon auf ihn; nämlich an der Kasse. Denn wieder einmal ist da keine Kasse, die extra nur für ihn öffnet, damit er ohne Zeitverzug zahlen kann. Wenn sich ein solcher Meckerer vor mir an der Kasse ausgiebig darüber ausläßt, dann habe ich immer den Spruch parat „wer keine Zeit hat, der darf nicht einkaufen gehen“.

Letztere sind dann auch die Leute, die sich über die Heerscharen von „Idioten“ auslassen, die heute alle auf der Autobahn unterwegs sind (ich denk mir dann immer „und DU mittendrin“; mein Exschwiegervater war ein solcher).

Aber wir waren ja im Supermarkt.

An der Kasse, dass ist ohnehin immer ein schönes Bild. So Manche stapeln ihre Waren geometrisch exakt auf dem Band. Jeder qcm muss ausgenutzt werden. Und wehe es liegt kein Begrenzer dort, wo er hingehört. Am liebsten würde er das ganze Band ablaufen, und für die exakte Abgrenzung der Kundenbereiche auf dem Band sorgen. Muss schon alles seine Ordnung haben.

Ich mache mir immer einen Spass daraus, meinen Einkauf, mit etwas Abstand zum Vordermann, auf dem Band zu plazieren, um dann darauf zu warten, wie lange es wohl dauern wird, bis der Vordermann sich mir gegenüber abgrenzt. Aber vll hat das ja auch damit zu tun, dass die Kassiererin vermutlich blöd ist, und das nicht merken würde. Wie gesagt …. muss schon alles seine Ordnung haben.

Und wenn dann diejenigen, die ihren Parkplatz direkt vor der Hütte gefunden hatten, alles im Auto verstaut haben,  dann braucht es mitunter Ewigkeiten, bis sie ihre Luxuskarre wieder aus dem viel zu engen Parkplatz rausmanövriert haben.
In der Zwischenzeit habe ich mich mit Rucksack und Tasche schon längst auf den Weg gemacht.

….. wenn ich nicht noch beim Bäcker für einen Cappuccino hängengeblieben bin.

Es grüßt,
das Smamap

Funktioniert doch !!!

Ohne Auto, das geht doch gar nicht, heißt es immer.

Jeder Tag ist für mich ein Tag, der zeigt, dass es doch geht.

Heute z.B. musste ich zum Zahnarzt. Machte ich zu Fuß.
Dann wollte ich kurz was im Supermarkt besorgen. Erledigte ich mit dem Rad (das Eingekaufte hatte im Rucksack platz).
Dann brauchte ich noch Pflanzerde. Der Getränkemarkt nebenan hatte einen 20-Liter-Sack für 1,15€ zu verkaufen.
Den größeren Pflanztopf dazu bekam ich 500 Meter weiter im Blumengeschäft.

Noch vor einem halben Jahr hätte ich all das mit dem Auto erledigt. Wäre etwa 6 KM damit gefahren. Die Fahrerei hätte mich ca. 1,80 € gekostet. Vermutlich noch mehr, weil ich für die Pflanzerde dann noch extra zu OBI gefahren wäre. Damit wären es 10 KM geworden, und ca. 3 €.
SO hab ich dabei auch was für meine Gesundheit getan, für die Umwelt, und für einen Teil der 3 € hab ich mir heute eine halbe Stunde Zeit genommen, und mir einen Cappuccino gegönnt. Draußen …. in der Sonne.

Einzige Voraussetzung für das Alles heute: Ich lebe in einer Kleinstadt.

Ich behaupte, dass jeder das so handhaben könnte, der in einer Stadt wohnt, noch dazu, wenn dort, im Gegensatz zu hier in Oberfranken, die „Öffentlichen“ sehr viel besser ausgebaut sind.
Aber solange die Politik den Individualverkehr derart fördert, wie das bisher der Fall war und ist, wird sich an der Einstellung der Meisten wohl nichts ändern.

Somit bleibt nur die eigenverantwortliche Entscheidung.

In diesem Sinne grüßt,
das Smamap