Corona und was es mit mir gemacht hat

Über dieses Thema „Corona und was es mit mir gemacht hat“, gibt es viel zu berichten.

Zunächst einmal das eine, dass es jetzt 3 Monate gedauert hat, bis ich wieder einmal hier etwas schreibe. Irgendwie haben die Geschehnisse rundherum es verhindert, mich dem zu widmen, was man wohl als eher „unwichtig“ bezeichnen würde. Grund, so denke ich, ist, das einen (zumindest mich) die Geschehnisse rundherum teilweise blockiert haben.

„Corona und was es mit mir gemacht hat“ bedeutete zu allererst, dass mich das Thema emotional belastet hat. Es kommt etwas auf einen zu, und man vermag nicht zu sagen, was das letztlich sein wird, und wie sehr es einen in Mitleidenschaft zieht.

Es gibt DIE Menschen, die sich durch nichts beeinflussen lassen, und einfach mit Anlauf und ohne Berücksichtigung von irgendwas oder irgendjemandem, NUR ihren Weg sehen und gehen.

NUN – zu diesen Menschen gehöre ich nicht, denn es bedingt eine gewisse Rücksichtslosigkeit, welche so überhaupt nicht mein Ding ist. Mein Ding sind eher die Mitmenschen um mich herum und deren Wohlergehen, zusammen mit meinem eigenen Wohlergehen.

Und so habe ich zu Anfangs der Corona-Zeit, also etwa Ende Januar, vernommen, dass an die Menschen appelliert wurde, Abstand zu halten und Hygienemaßnahmen, um schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu vermeiden. Und ich habe vernommen, dass gar zu viele diesem Appell nicht nachgekommen sind. Nicht die Mehrheit, aber immerhin …

Ergo waren Vorschriften und Gesetze die Folge.

Die Folgen a la „Lockdown“ sind bekannt.

„Corona und was es mit mir gemacht hat“ bedeutet hier, dass ich teilweise den Glauben an diese Gesellschaft verloren habe. Mit Menschen, die NUR DAS sehen, was IHNEN gut tut und gefällt, mit solchen Menschen kann ich nichts anfangen. Mehr noch, mit solchen Menschen, denen es egal ist, ob andere angesteckt werden und auf Intensivstationen sterben, will ich nichts zu tun haben. Man muss es ganz klar sagen: Hätte ein jeder in dieser Gesellschaft mit an die anderen gedacht, und von sich aus das Notwendige getan, sämtliche Vorschriften, schwere Fälle und Tote wären obsolet gewesen.

Wen die notwendigen Maßnahmen nicht interessieren, und in Zeiten wie „Corona“ die absolute Rücksichtnahme auf andere, die dann ev. auf Intensivstationen verrecken, am Arsch vorbeigeht … mit dem möchte ich nichts zu tun haben.

Wir haben bisher reichlich über 9.000 gemeldete Corona-Tote zu beklagen. Wahrscheinlich sogar um Etliches mehr, wenn man die Toten dazuzählt, die mehr gestorben sind, als zu dieser Jahreszeit üblich („Übersterblichkeit). Aber was interessiert es einen, der sein Leben lebt, wenn irgendwo im Krankenhaus oder im Seniorenstift Menschen sterben?

EINES muss man ja dabei ganz klar sagen: Jeder, der daran stirbt, wurde von einem anderen infiziert. PUNKT.

Und ein ZWEITES muss man auch ganz klar sagen: Das Recht auf Leben hat ein JEDER. Ganz gleich wie alt, wie gesund, wie krank. Ein Leben ist nicht deshalb weniger lebens- und liebenswert, weil es schon 70 Jahre andauert.

Zudem weiß man ja mittlerweile auch, dass die Spätfolgen einer Corona-Erkrankung, egal wie schwer oder wie leicht, ev. gravierend sein können. Nach und nach stellt man mittlerweile fest, das wieder „gesunde“ Nachwirkungen der Infektion verspüren. Zudem nehmen derzeit die Infiziertenzahlen wieder zu (2. Welle?) und gleichzeitig das Durchschnittsalter der Infizierten ab (Anfang des Jahres lag es bei knapp 60, mittlerweile liegt es bei 38). D.h. dass v.a. diejenigen mit Vorerkrankungen betroffen sind, gilt SO nicht mehr. Hintergrund ist der, dass vermehrt Junge (Urlauber), sich infizieren, weil sorglos lebend.

Und so stelle ich fest, dass ich in einem Land lebe, in dem Krankheit und Leben gegenüber dem Wirtschaftsleben in Konkurrenz gesetzt wird. Wo ich immer dachte, dass das menschliche Leben absoluten Vorrang genießt (noch dazu bei unserer Geschichte).

Wo sowas hinführt, kann man im riesigen Versuchslabor namens „USA“ exemplarisch mit verfolgen. Dort sind die Todeszahlen (umgerechnet auf die Bevölkerung) nahezu beim 5-fachen, verglichen mit den Zahlen in D. Und dies nur deswegen, weil das Primat der Wirtschaft das zu sein scheint was zählt.

Wenn ich dann erlebe, dass ein Bundestagspräsident das Primat des Lebens in Frage stellt, dann frage ich mich, wo die Entwicklung hingeht.

Gottseidank scheint die weitaus überwiegende Mehrzahl der Menschen in unserem Land ein Gespür dafür zu haben, was wirklich zählt.

„Corona und was es mit mir gemacht hat“ hat sehr wesentlich etwas mit diesen Vorgängen zu tun. Doch ich sehe auch etwas Positives.

Der Lockdown am Anfang hat uns ein Gespür dafür empfinden lassen, was wichtig ist. Wir waren zu Hause, durften nicht raus (nochmal: Das wäre überflüssig gewesen, wenn jeder gecheckt hätte, was wichtig ist, und Abstand und Hygiene an absolut erste Stelle gestellt hätte). Diese Phase hat uns gezeigt, was wir wirklich brauchen.

Ich lasse mal das „Klopapier“ weg. Es schien kein Problem zu sein, auf die wöchentlich mehrfachen Fahrten zum Baumarkt zu verzichten. Das war nicht lebensnotwendig. Auch 5x Fleisch pro Woche war plötzlich nicht mehr unverzichtbar. Der Kauf eines neuen Autos konnte auf einmal problemlos um ein Jahr verschoben werden. Plötzlich ging es auch ohne Urlaub etc etc etc etc

Die Menschen beschränkten sich auf das wirklich Notwendige. Manches gezwungermaßen. Manches völlig selbstverständlich. In jedem Fall aber machbar. Keiner ist gestorben, weil er weniger Fleich aß oder sein Auto noch länger weiterfuhr.

Und so etliche „Nebeneffekte“ gab es auch.

Ich saß zB Sonntags auf dem Marktplatz und es war ….. LEISE …. man hörte die Vögel zwitschern, kein Auto fuhr. Einfach friedlich. Irgendwo in Asien hatten die Menschen plötzlich einen wunderbaren Ausblick auf den Himalaya. Einen Ausblick den sie seit Jahrzehnten nicht mehr genossen hatten. Der Schadstoffgehalt in den deutschen Innenstätten war plötzlich um EINIGES gesunken. Der Smog in den Mega-Städten der Welt kaum noch vorhanden. Der Rohstoffverbrauch (zB Öl) sank beträchtlich. Die Menschen sorgten sich umeinander, waren füreinander da.

Es gäbe mit Sicherheit noch sehr viel mehr zu sagen. Es würde aber den Rahmen sprengen.

Was ich aber UNBEDINGT noch ausdrücken möchte, ist das Unverständnis über Diejenigen, die jetzt lebensnotwendig in Urlaub fahren müssen, um dort zu feiern und das Virus wieder mitzubringen. „Corona und was es mit mir gemacht hat“, das müssen diese Menschen mit einem klaren „gar nichts“ beantworten. Denn es gehört schon immens viel Egoismus dazu, ins Ausland zu fahren, von dort das Virus mitzubringen, und hier zu verbreiten.

Nicht umsonst sind die Neuinfizierten-Zahlen aktuell wieder bei 1.500 täglich.

Und über Diejenigen, die demonstrieren gehen, gegen Corona, inkl. obskurster Verschwörungstheorien, möchte ich kein Wort verlieren. Denn jedes dieser Worte wäre völlig sinnlos. Jemand der glaubt, dass die Erde eine Scheibe ist, und wir nie auf dem Mond waren, und dies trotz aller Belege für das Gegenteilige, dem ist ohne hin nicht zu helfen. Ich kann nur raten, solche Menschen, zu Corona-Hochzeiten, mal jeweils 1 Woche auf einer Intensivstation Dienst tuen zu lassen.

„Corona und was es mit mir gemacht hat?“, das möchte ich, für mich, beantworten, damit, dass ich mich seitdem mehr um andere kümmere, und besser unterscheide, was wichtig ist/ich wirklich brauche, und was nicht.