Corona als Gefahr

Wie schon in meinem ersten Beitrag erwähnt, ist das ja eine gute Sache, dass starke Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Man macht sowas ja, um die Gefährdung von Menschen auszuschließen. Das wäre ja schon mal ein Erfolg, weilt man dann ja Corona als Gefahr wahrgenommen hätte …….. ABER

Dabei meine ich natürlich die Lebensgefahr. Wenn es nur so wäre, dass die Menschen sich infizieren, dann 2 Wochen im Bett liegen, und das Ganze ist erledigt, dann bräuchten wir uns nicht weiter darüber unterhalten.

ABER SOO IST ES NUN HALT MAL NICHT.

Es gibt Tote!

Man könnte nun fragen: Wieviele? Aber diese Frage ist nicht zulässig. So sehe ich das.

Da werden viele Prozentzahlen genannt. Fakt ist, es sterben Menschen. Und deshalb muss alles dafür getan werden, damit GENAU DAS nicht passiert. Es muss viel mehr dafür getan werden, dass Corona als Gefahr echt wahrgenommen wird ….

Ich kann jetzt doch nicht umhin, ein paar Zahlen zu nennen. Die Virologen gehen davon aus, dass die Menschen bis 50 Jahre, NUR auf Grund des Alters, zu 0,2% der Infizierten sterben werden. Ab diesem Alter geht das hoch. Sie sprechen zB. von 1,3% bei Menschen mit einem Alter von 50-60 Jahren. Bis hin zu 20-25% bei Menschen über 80. Wenn dann zB ein 60-jähriger noch Bluthochdruck hat bzw. Diabetiker ist, dann steigt das entsprechend an.

Nehmen wir also mal 2% als Sterblichkeitsrate an. ZB in der Altersgruppe mit 60-65 Jahren leben lt. Statistik etwa 5,5 Mio Mitbürger in unserem Land. Man geht allgemein letztlich von einer Infiziertenrate von über 60% aus, wenn dann alles mal zum Ende gekommen ist. Bei 5,5 Mio wären das also ca. 3,3 Mio Infizierte. Macht bei einer Sterblichkeitsrate von 2% über 60.000 Tote.

Man kann jetzt trefflich darüber diskutieren, wie hoch die Rate tatsächlich ist bzw. sein wird. Aber das ist ja letztlich auch völlig egal. Denn es wird ja keiner darüber zu diskutieren anfangen wollen, ob 40.000 Tote gewichtiger sind als 60.000. Es geht einfach nur darum, Corona als Gefahr wahrzunehmen.

Wo ich hin will, ist, dass es keine Möglichkeit gibt, zu verhindern, dass Menschen sterben. Etwa indem man alle Risikopatienten abschottet. Denn es wird IMMER zahlreiche Tote geben. Und nachdem letztlich JEDER gefährdet ist, wenn auch in unterschiedlichem Maße, laufen draußen viel zu viele gefährdete Menschen herum.

ES SEI DENN …

… man unterbindet in absolut gravierendem Ausmaß die sozialen Kontakte, und sorgt dafür, dass die Menschen zuhause bleiben.

Und das Einzige, was mir dazu einfällt, ist die Ausgangssperre. In abgemilderter Form, denn Spazierengehen oder das Nötigste zum Essen einkaufen, das sollte noch möglich sein.

Man mag nun von China halten, was man will, und vom dortigen System. Die haben jedoch GENAU DAS gemacht. Und bis jetzt sieht es nach Erfolg aus.

Ob der bleibend sein wird, steht auf einem anderen Blatt. Auch, ob man das früh genug gemacht hat (wohl eher nicht, wenn man sich die Zahl der Toten ansieht). In D haben wir den Vorteil des zeitlichen Abstands.

Trotzdem frage ich mich, ob wir früh genug und radikal genug vorgehen.

JA, wir haben im Moment 17 Tote. NUR? Na ja … 17 Tote sind genau 17 zuviel.

GUT … ich bin jetzt nicht weltfremd, und weiß auch, dass eine gewisse Zahl von Toten nicht zu vermeiden sein wird. Das Problem könnte nur sein, dass wir zu spät und zu wenig radikal dran sind, um ganz andere Zahlen zu vermeiden.

Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, mich abzuschotten, also, in meinen Augen, die einzig mögliche Maßnahme zu befolgen, um das beschriebene Szenario zu verhindern. Denn Abschottung schließt Gefährdung anderer aus. JA, das ist etwas sehr extrem gedacht. NUR – was bleibt denn, wenn am anderen Ende der mögliche Tod steht (bei anderen, wenn ich das Virus aufschnappe und weitergebe, ohne dass es mich betrifft) … das extremst Denkbare.

Sicher, wenn die jetzigen Maßnahmen greifen, und die Zahl der Infizierten noch im erträglichen Rahmen bleibt (erträglich zB für unser Gesundheitssystem), dann wird man das als „Erfolg“ feiern. Es bleibt dann nur die Frage, wieviele Tote dann unter dem Strich stehen werden. Und wenn das dann eine erhebliche Zahl ist, dann bliebe mir das Wort „Erfolg“ im Halse stecken.

Ich hoffe ich liege falsch …

Jedenfalls hätte ich dann, von meiner Seite aus, alles das gemacht, was ich machen konnte, um die Gefährdung anderer zu verhindern. Und so ganz nebenbei hätte ich dann auch meine eigene Gefährdung weitestgehend ausgeschlossen.

… to be continued

Corona ist nicht nur ein Bier

Klarerweise geht es natürlich um das Thema Nr. 1, also das Corona Virus.

Ich hab schon eine ganze Weile nix mehr geschrieben, schlicht weil ich sehr mit Beschlag belegt war. Aber wegen der aktuellen Ereignisse brennt es mir unter den Nägeln.

So also hier mal der 1. Teil meiner Corona Serie …

Um es kurz zu machen: Das alles, was jetzt unternommen wird (oder eben nicht mehr unternommen wird), finde ich absolut ok. Es MUSS darum gehen, die Gefahr von denen fern zu halten, die besonders gefährdet sind. Und das sind halt nun einmal die Alten und die Menschen mit Vorerkrankungen. Und es MUSS darum gehen, unser Gesundheitssystem arbeitsfähig zu erhalten.

Und es kann natürlich nicht darum gehen, durch teilweise Untätigkeit, eine erhebliche Zahl an Toten, achselzuckend zur Kenntnis zu nehmen. Gott spielen, und entscheiden wer leben darf und wer nicht, das kann es nicht sein.

DAS aber führt mich ganz direkt zu anderen Betrachtungen und Fragen.

Wer haben jedes Jahr viele Tote im Straßenverkehr, denen ohne eigenes Verschulden das Leben genommen wird. Wir haben jedes Jahr viele Tote (man schätz 3.000), denen durch Passivrauchen das Leben genommen wird. Wir haben jedes Jahr 10.000 bis 20.000 Tote, denen durch Krankenhauskeime das Leben genommen wird. Wir haben jedes Jahr tausende von Toten durch das Grippe-Virus, weil sie nicht geimpft sind.

Diese Liste ließe sich verlängern.

Wo bitteschön bleiben da die Maßnahmen der Gesellschaft und des Staates???

Nochmal: Das, was jetzt unternommen wird, wegen Corona, ist absolut gut und richtig (über Einzelheiten kann man sicher reden/streiten).

Aber wer gibt uns und den Verantwortlichen das Recht, in allen anderen Fällen einfach NICHTS zu tun? Diese Dinge müssen, wenn Corona einmal vorbei ist, angegangen werden.

MIT DER GLEICHEN KONSEQUENZ !!!!!

Schließlich erinnere ich mich noch an jene „Schweinegrippe“ von 2009. Ich habe es nochmals nachgelesen, denn man vergisst ja so schnell! Damals kamen in D ungefähr 300 Menschen um’s leben. Das Virus wurde als epidemisch angesehen. Es war also klar, was kommen würde.

Ich kann mich aber nicht erinnern, dass damals gravierende Maßnahmen abgerufen wurden … so wie jetzt.

Frage: Waren die Menschenleben damals weniger wert, als diejenigen, die heute auf dem Spiel stehen? Oder ist der (finanzielle) Aufwand, den man abruft, davon abhängig, um wieviele Leben es geht? Wer gibt uns das Recht, Gott zu spielen? Wer gibt uns das Recht, Menschenleben davon abhängig zu machen, ob Geld in die Hand genommen wird?

Dazu fällt mir grad noch ein, dass ich vor einigen Wochen das Noro-Virus in mir hatte. Gegen dieses Virus gibt es kein Medikament. Und zwar deswegen, weil es meist von selbst wieder verschwindet, und kein Pharmaunternehmen es für wirtschaftlich tragbar erachtet, ein Medikament zu entwickeln, weil die Menschen, die es tatsächlich bräuchten, wenn sie echte Probleme durch das Virus bekommen, an der Zahl zu wenige sind, um daran wirklich verdienen zu können. Wenn dann also tatsächlich mal jemand dran stirbt, an dem Noro-Virus, dann is das halt dumm gelaufen. Wo bitteschön ist hier die Fürsorge des Staates, der sich darum kümmert?

Und so stehe ich da, und frage mich, mit welchen Meßlatten da gemessen wird? Bzw. ob ich einfach Glück haben muss, um mich darauf verlassen zu können, dass wenn ich mal zu den echt Betroffenen gehöre, dann bitteschön auch alles unternommen wird, damit ich überlebe?

Aber zurück zum Corona Virus. Ich habe jetzt für mich beschlossen, dass ich mich in freiwillige Quarantäne begebe. Zumindest weitgehend. Zwar wohne ich nicht in einem Risikogebiet, und in meinem Wohnort gibt es noch keinen „Fall“.

Aber ich möchte unbedingt verhindern, dass ich derjenige bin, der, ohne es zu merken, das Virus irgendwo aufschnappe, und an andere weitergebe. Die Konsequenz daraus, kann erheblich sein.

… to be continued