Der Fluch des Crucible II

Jetzt hat es den 2. erwischt, nachdem GESTERN schon der 1. die Segel streichen musste.

Nachdem gestern der amtierende Weltmeister ausschied, traf es heute den anderen letztjährigen Endspiel-Teilnehmer, namens Shaun Murphy.

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(Shaun Murphy)

Und wieder ging es hin und her. Mal der eine in front, mal der andere.

Und letztlich hieß es am Ende 8:10, aus der Sicht von Shaun.

Nicht leicht für einen der besten Snooker-Spieler der Gegenwart. Zumal er letztes Jahr lange wie der sichere Weltmeister aussah, in jenem denkwürdigen Finale, und dann doch verlor, und lange nicht darüber hinweg kam.

Ich möchte ihm nur wünschen, dass er die jetzige Niederlage besser verdaut.

Warum ich hier darüber schreibe? Nun – ich fand, das gestern und heute sind Geschichten, wie sie das Leben schreibt.

Aber ich denke, damit schließe ich meine Beiträge über die Snooker-WM ab. Das Interesse der geneigten Leserschaft hält sich sicher in Grenzen, und so verlagere ich die Inhalte meiner Beiträge wieder auf andere Themen. Es sei denn, es geschieht wieder Bemerkenswertes.

Und weiter geht’s im Text ….. ähhhh mit den Matches.

Es grüßt,
das Smamap

Der Fluch des Crucible

Und wieder einmal hat er zugeschlagen !!!

Wer sich jetzt fragt „von was spricht der denn“, dem sei erläutert, dass für mich als ausgewiesenem Fan, seit gestern wieder eine eigene Jahreszeit angebrochen ist:
In Sheffield/England findet im Crucible-Theatre die alljährliche Snooker-Weltmeisterschaft statt, wie IN DIESEM BEITRAG schon beschrieben.

Und wieso „Fluch“?

Nun, es gibt das ungeschriebene Gesetz, dass niemals ein amtierender Weltmeister seinen Titel im nächsten Jahr unmittelbar verteidigt.

Der Name jener Austragungsstätte lädt natürlich geradezu dazu ein, solch eine Redensart zu schaffen.

Und auch diesmal wieder, 2016, kann der amtierende Weltmeister, Stuart Bingham, seinen Titel nicht verteidigen, denn er ist gestern ausgeschieden. Und wieder einmal in einem Match ohnegleichen.

Hin und her hat es gewogt, über einen Zeitraum von mehreren Stunden und letztlich hat sein Gegner, Ali „The Captain“ Carter, das Ganze mit 10:9 für sich entschieden.

(Stuart Bingham und Ali Carter)

Beides sind begnadete Spieler:
Stuart ist ein Ausbund an Beharrlichkeit, und Ali die Willenskraft in Person.

Nun mag man sich fragen, wie es denn sein kann, dass diese beiden Weltklassespieler im ersten Match auf einander treffen?

Es ist Tradition, dass der Weltmeister im ersten Match einer jeden WM diese eröffnet. Genauso, wie das im Fußball auch der Fall ist.

Und Ali musste sich dieses Jahr qualifizieren. Für einen Spieler seiner Klasse ist es normalerweise kein Problem unter den ersten 16 der Welt zu sein, also jenen, die automatisch für die WM qualifiziert sind.
Aber Ali hatte bis vor nicht langer Zeit wieder mal den Krebs niedergekämpft (daher vermutlich auch seine Willenskraft), und war deshalb in der Rangliste entsprechend weit nach hinten gefallen. Zwar hatte WorldSnooker seinen Platz eingefroren, aber schließlich kam es doch zum Tragen, dass er längere Zeit nicht gespielt hat, somit keine Preisgelder gewinnen konnte, und er deshalb auf Platz 31 abrutschte.
Somit musste er sich für die WM qualifizieren (über Qualifikations-Matches), was kein Problem war. Qualifikanten werden anschließend ihren Gegnern (in diesem Fall Stuart Bingham) zugelost. Und SO kam es zur gestrigen Paarung.

Es war eines jener Matches, die man so schnell nicht vergisst. Und gestern, das war etwa so, als würde Deutschland bei der Fußball-WM im Eröffnungsspiel, in einem an Spannung kaum zu überbietenden Spiel, im anschließenden Elfmeterschießen schließlich dann doch noch gewinnen, nachdem man als Zuschauer sämtliche Herzinfarkte gestorben ist.
Noch dazu in einer Begegnung, wo man nicht so recht weiß, wem die eigenen Sympathien denn nun eigentlich gehören. Wobei ich zugebe, dass ich doch eher zu Carter neigte, nachdem, was ihm in seinem Leben schon so widerfahren ist, und er überwinden musste.

Nun – den Meisten hier, wird das alles nicht so sehr viel sagen, weil sie vermutlich mit der Sportart nicht allzu viel anfangen können.

Und so hoffe ich, dass ich meine Begeisterung dafür, zumindest ansatzweise, rüber bringen konnte.

Allen ein schönes Wochenende. Es grüßt,
das Smamap

Snooker – World Championship 2016

Ab morgen (Samstag, 16. April / 11 Uhr) ist es also wieder soweit:
Die Snooker-Weltmeisterschaften beginnen in Sheffield, im „Crucible“.

Für die Fans dieses Sports sind die nächsten ca. 2 1/2 Wochen verbucht.

In der einzigartigen Atmosphäre des Crucible wird es wieder, so wie jedes Jahr, unvergleichliche Matches geben.

Nicht nur das Finale (das des letzten Jahres, wurde grade eben auf Eurosport nochmal wiederholt). Auch viele andere Matches suchen oft Ihresgleichen.

Zu tun hat das AUCH mit der unvergleichlichen Atmosphäre im Crucible. Dieser Sport wurde in England „erfunden“, und dort ist er auch zuhause; auch wenn er mittlerweile einige bemerkenswerte Ableger in aller Welt gefunden hat (so z.B. das Paul-Hunter-Classic in Fürth); und auch wenn so etliche der Weltklasse-Spieler mittlerweile aus allen Kontinenten kommen.

Und so werde ich so etliche Stunden und Abende vor dem Fernseher verbringen oder aber vor dem PC. Letzteres, wenn so einige Partien nur per Stream empfangbar sind.

Und wenn es dann am 1./2. Mai zum Finale kommt, das über maximal 35 Frames gespielt wird, dann werde ich wieder hier sitzen, obwohl ich viel lieber DORT sitzen würde.
Aber man kann nicht alles haben.

Alles, was es braucht, ist Bild, Ton, Getränk, Knabberei und Spannung.

Wer es noch nicht erlebt hat, bzw. keinen Sinn dafür hat (was ja durchaus auch völlig normal ist, weil Geschmäcker und Vorlieben halt nun mal verschieden sind), dem möchte ich es doch wünschen, einmal die hin- und herwogende Spannung erlebt zu haben, wenn über viele Stunden das Geschehen mal zur einen Seite, mal zur anderen Seite pendelt.
Und das dann verbunden mit der Atmosphäre in jener Halle, das zieht mich jedes Jahr wieder in seinen Bann. Seit damals vor 3 Jahren, als ich es das erste Mal aus der Ferne miterlebte.

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(eine Szene von den German Masters in Berlin)

Und was mich am Meisten fasziniert, das ist die Fairness, mit der dort miteinander umgegangen wird. Eine Fairness, die ich uns allen manchmal wünschen würde.

Ich werde mich bemühen, den ein oder anderen Beitrag während der nächsten 2 1/2 Wochen zu schreiben. Aber garantieren kann ich dafür nicht.

Es grüßt,
das Smamap