Der Ersatz des Ersatz

Der zentrale Mittelpunkt meines digitalen Lebens ist seit knapp 1 1/2 Jahren mein Tablet; es wurde der Ersatz für so Vieles (PC, TV, Telefon, Smartphone). Schon desöfteren hatte ich darüber HIER berichtet.

Ersatz

Das Einzige, was es ev. zu meckern gäbe, ist die Größe eines solchen Tablets, denn es hat immerhin eine Bildschirmdiagonale von 25 cm.

„Zu meckern“ nicht im Sinne von Schwachpunkt oder Mangel oder so; seine herausragende Eigenschaft, nämlich die Größe, die es so einfach macht, Vieles eben auch einfach zu handhaben, die macht es gleichzeitig unmöglich, es einfach mal so eben in die Hosentasche zu schieben …. is einfach nicht! 

Bei manchen Gelegenheiten kann man es schon mitnehmen, das Tablet. Etwa ins Cafe oder aber, wenn man weiß, ich mache eine Tour und hab meinen Rucksack dabei.

Für andere Gelegenheit (man möchte erreichbar bleiben oder für den Notfall selber jemand erreichen können), wünscht man sich doch manchmal ein Hosentaschengerät …. rein in die Hosentasche und gut is. Man hätte es immer bei sich, und doch immer beide Hände frei. Also ein Ersatz für den Ersatz.

Einen Kompromiss aus beidem gibt es nicht. Gleichzeitig groß, um alles in guter Sichtgröße vor sich zu haben (zB die Straßenkarte oder das Buch oder die Excel-Tabelle), und doch auch wieder klein genug, um es in die Tasche stecken zu können …. BEIDES geht eben nicht.

Bisher hatte ich für letzteren Zweck ein uraltes 0815 Handy. Jedoch mal eben übers Netz eine Telefonnummer suchen, eine WhatsApp-Nachricht erhalten oder was in den Mails nachsehen – vergiß es !!!!

Und deswegen hab ich mir jetzt ein 0816 Smartphone besorgt. Für einen Apel und ein Ei, sprich 30€ – ibäh machts möglich.

Ersatz
Ein gebrauchtes Teil, nicht grade der Brüller in Sachen Geschmeidigkeit und Schnelligkeit, aber immerhin. Gut 10 cm Bildschirmdiagnole, also absolut passend für die Hosentasche.

Der Akku ist nicht mehr der Beste, GPS …. vorhanden, aber nicht nutzbar, und es benötigt immer eine Android-Gedächtnisminute, bis es in die Hufe kommt. ABER …. für unterwegs, wenn das Tablet lieber zuhause bleiben sollte, eine einwandfreie Lösung.

Gleich mal eine neue Display-Folie besorgt (die alte war dann doch eher unansehnlich; die Display-Oberfläche dafür aber ohne Kratzer), den irgendwo noch vorhandenen externen Akku-Pack wieder hervorgeholt, und es hatte (fast) alles, was es brauchte.

Die Einsatzzeiten werden sich zwischen Tablet und Smartphone wohl so im Verhältnis 9:1 aufteilen. Die Vorstellung diesen Blogbeitrag auf dem Smartphone zu schreiben …. da führt kein Weg hin. Aber unterwegs auf eine WhatsApp-Nachricht der Firma zu antworten, das sollte auch dann möglich sein, wenn man grade bei Freunden am Rasenmähen ist.

Ich hatte mich lange dagegen gesträubt, das Uralt-Handy in den Ruhestand zu verabschieden. Jedoch geht es heute für so Manches ohne eine Datenverbindung ins Internet nicht mehr.

ABER EINES bleibt bestehen …. bei manchen Gelegenheiten bleibt BEIDES zuhause. Menschen, die mit Freunden essen gehen, und dabei andauernd mit ihrem Mobilgerät zu tun haben, sind ein absolutes NO-GO.

Es grüßt,
das Smamap 
(www.wkfm.eu – WasKeineFreudeMacht)

Digital

Heute einen interessanten Beitrag gelesen zur Digitalisierung unserer Welt.

Darin war davon die Rede, dass sich in Deutschland die Bereiche „Gesundheit“, „Finanzen“ und „Lebensmittel“ dem Bestreben nach Digitalisierung noch weitgehend entziehen.

Man mag jetzt von dem Thema halten, was man will – und sicherlich gibt es auch Argumente die hier zu Recht zur Vorsicht raten: Es besteht wieder einmal die Gefahr, dass D die Entwicklung verschläft.

Wenn man sich anschaut, wie vernetzt D ist, dann hinkt unser Land vielen anderen Ländern hinterher. Klar gäbe es viel zu sagen, was man daran auch positiv sehen kann.
Der Punkt ist nur, dass es immer schon so war, dass Entwicklungen, gegen die man sich verschließt, einen letztlich überrollen werden. Und DANN hat man gar keinen Einfluss mehr darauf, wie sich die Sache entwickelt.

Nehmen wir die Banken: Diese haben zuallererst ein Interesse daran, ihr Geschäft so weit als möglich in der eigenen Hand zu behalten, um Bilanzergebnisse zu erreichen, wie man sie viele Jahre lang gewohnt war.
Doch es wird so sein, dass derlei die Entwicklung und auch die Menschen nicht interessiert. Die Menschen werden jene Angebote wahrnehmen, die ihnen am meisten entsprechen. Man nehme nur als kleines Bsp. einen Dienst wie PayPal. Wenn ich mir überlege, was darüber heute alles abgewickelt wird, dann ist das ein leichter Hinweis darauf, was alles noch kommen wird. Und derlei geht komplett an den herkömmlichen Banken vorbei. Und diese wollen es nicht realisieren.
Die Zugfahrkarte, das Buch, der PC, die Arznei ….. das alles läuft heute nicht mehr über ein Bankkonto. Gut – als Hintergrundkonto ist es noch notwendig, aber auch das ist nur noch eine Frage der Zeit.

Und gleichzeitig verharren viele Banken in ihrem bisherigen Geschäftsmodell.
Ich habe aktuell ein Konto bei der Sparkasse. Dafür zahle ich im Jahr ca. 60 € (Grundgebühr, Gebühr für Geschäftsvorfälle, Gebühr für die EC-Karte etc). Ich werde dieses Konto kündigen. Einfach, weil es zu teuer ist.
Es gibt genügend Banken, die kostenlose Konten anbieten.

Oder nehmen wir das Gesundheitswesen: Den Arzt wird niemand ersetzen wollen. Doch es gibt viele Themen, die datenmäßig sehr effizient gehandhabt werden können.
Angefangen von den Medikamenten, die ich benötige, über irgendwelche Bescheinigungen, bis hin zu Anträgen die gestellt werden müssen.
Das alles kann online oder per Datenübertragen bzw. Gesundheitskarte gemacht werden. Die Frage ist nicht OB, sondern WANN das kommt.

Das alles sind Entwicklungen, die können wir entweder in milder Form nach und nach einführen oder aber mit Donnerschlag, weil zu lange abgewartet. In letzterem Fall, werden die Auswirkungen enorm sein.

Ja, man muss drauf achten, dass die Gefahren im Zaum gehalten werden.
Das Problem dabei ist, dass das JETZT passieren muss (zumindest nach und nach), und nicht irgendwann in etlichen Jahren.

Sicherlich müssen dabei auch die Menschen wollen und mitspielen, und dabei bestimmt auch die ein oder andere irrationale Angst beiseite räumen.

Letztlich wird es um die Frage gehen, ob die Möglichkeiten uns beherrschen oder wir die Möglichkeiten.

Wenn unsere Politiker, die ja die Rahmenbedingungen schaffen, erst dann etwas unternehmen, wenn es nicht mehr anders geht – so wie das eben so oft der Fall ist – dann, so befürchte ich, greift Gorbatschows Satz „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“.

Nun könnte ich mich ja ganz bequem zurück lehnen, und meinen, dass mich das wohl nicht mehr betreffen wird. Aber ich denke, dass das Leben mich eines Besseren belehren wird, denn die Zyklen der Entwicklungen unserer technischen Welt, werden immer kürzer.

Und deswegen muss man erkennen, dass besagte Vorgänge schon unmittelbar an unserer Haustür stehen.

Und auch, sich auf eine Insel zurückziehen zu wollen, hilft im Zeitalter der vernetzten globalen Welt absolut nichts mehr.

Deshalb wir das alles kommen. Schneller als uns ev. lieb ist.

ABER – ich gebe es zu – mich faszinieren die Möglichkeiten.
Und so geht es für mich darum, diesen Möglichkeiten meine Tür zu öffnen, und gleichzeitig ein gewisses gesundes Mißtrauen aufrecht zu erhalten.

Es grüßt,
das Smamap