Der Rinderwahnsinn mal anders

Zur Zeit stoße ich öfter mal auf die „VerbraucherCheckBeiträge“ von Tim Mälzer, diesmal hatte es mit dem Rinderwahnsinn zu tun.

Nicht, was man jetzt denken mag, sondern der ganz normale Wahnsinn.

Eigentlich wollte ich einen durchweg positiven Beitrag schreiben, der was mit der Weihnachtszeit zu tun hat. Aber nach der Sendung von gestern, hatte sich das Thema geändert.

Wenn ich an Rindviecher denke, so habe ich meist ein Bild vor Augen, aus meiner Jugendzeit ….

Rinderwahnsinn

So war das doch immer: Glückliche Kühe und Rinder auf der Weide.

Was kaum jemand weiß, ist, dass diese Tiere, in der heutigen Haltung, Zeit ihres Lebens, keine Wiese sehen. Vielmehr bis zum letzten Lebenstag nur den engen Stallbereich erleben, in dem sie sich aufhalten (damit ist nicht der ganze Stall gemeint, sondern die wenigen qm, die ihnen zugewiesen sind)

Rinderwahnsinn

Von der sogenannten „Anbindehaltung“ möchte ich lieber nicht schreiben.

Und wer ist für diesen Rinderwahnsinn verantwortlich?

Richtig !!!! WIR ALLE, die wir beim Discounter billiges Fleisch haben wollen.

Können wir das ändern?

Selbstverständlich, den wir müssen das nicht so haben und wollen. Es stünde uns frei, uns beim Metzger zu erkundigen, woher das Fleisch ist, und wie die Rinder dort gehalten werden.

Ja, gewiss, ein Aufwand. Zwar gering, aber natürlich wesentlich komplizierter, als zum Billigfleisch in der Theke zu greifen.

Habe für mich beschlossen, diesen Aufwand zu betreiben. Will nicht mitverantwortlich sein, dafür, dass mit der Kreatur so umgegangen wird.

Letztlich ist es nur ein Anfangsaufwand, zu ergründen, wie das so ist, mit dem Fleisch, das ich kaufe. Und wer jetzt meint, das „Produkt“, wie Tim Mälzer das immer so schön nennt, sei doch wesentlich teurer, dann stimmt das.

NUR – in meiner Jugend, da gab es einmal, oder ev. 2x pro Woche Fleisch. Und ich habe es überlebt. Wo steht denn bitteschön geschrieben, dass ich jeden Tag Fleisch haben muss?

Eine ganz normale Rechnung (auch ohne Taschenrechner) zeigt mir, dass 2x Fleisch pro Woche, das anständig „produziert“ wurde, und auch noch wesentlich besser schmeckt, günstiger kommt, als fast jeden Tag Fleisch aus der „IstMirDochEgalWie-Massenproduktion“ zu essen. Und wesentlich gesünder ist es auch noch.

An einem solchen Rinderwahnsinn werde ich mich nicht mehr länger beteiligen.

Dass es ihn gibt, liegt nur und ausschließlich an uns allen. Die Schuld auf die Produzenten abzuschieben, wäre in die eigene Tasche gelogen.

Und so kann ich jedem nur raten, diese Sendungen von Tim Mälzer anzuschauen. Einem Mann, der nicht in dem Verdacht steht, den Leuten etwas vor zu machen. Man lernt dort Erstaunliches, was man nie vermutet hätte, und was interessierte Kreise unter dem Deckel zu halten versuchen. Nicht umsonst ist es so, dass es enorm schwierig war, in den Betrieben eine Drehgenehmigung zu erhalten.

Das war nicht nur bzgl. des Rinderwahnsinn so, sondern auch schon, als es um das Nahrungsmittel „Eier“ ging. Ich pfeife heute auf Günstigeier, nachdem ich gesehe habe, was das für die Tiere bedeutet. Die führende Eins in dem Zahlencode, der auf dem Ei steht muss es seitdem unbedingt sein, wenn nicht sogar die Null. Die Eins bedeutet „Freilandhaltung“, die Null „ökologische“ Haltung. Wenn ich es schon in den Fertigprodukten nicht sehen kann, wo die Eier herkommen, weil es dort nicht angegeben werden muss, möchte ich zumindest meinen Teil dazu beitragen, dass etwas anders werden kann.

Seitdem kaufe ich meine Frühstückseier etc. meist auf dem Markt. Die Eier dort kommen von Bauern aus der Region, wo die Hühner noch so herumlaufen, wie ich das aus meiner Jugend kenne. Das sind mir die 2-3 € im Monat wert.

Rinderwahnsinn und auch Eierwahnsinn kommen bei mir nicht mehr in die Tüte.

Es grüßt,
das Smamap

Obst und Gemüse vom Wochenmarkt

Hatte ja schon mal darüber berichtet, dass ich mein Obst und Gemüse nur noch vom Wochenmarkt hole.

Ich mach das jetzt schon etliche Wochen, und geh jeden Donnerstag früh dort hin, und hol mir mein Obst für die folgende Woche.

Meine Erfahrung: Ich kaufe sehr viel bewusster ein.

Klar, das ist teurer dort. Ich würde mal sagen, so ca. 20%.

ABER …. ich kaufe nur das, was ich wirklich brauche, ich kaufe (fast) nur Produkte, die lokal erzeugt werden, und da steht jemand, den kann ich fragen, und der weiß echt bescheid.

Zum einen steht da überall mit dran, woher die Ware kommt.
Wenn da also steht „fränkische Karotten“, dann kommen die ins Körbchen.

Sowas wie Mango aus Peru, gibt’s da schon gar nicht.

Und v.a. die Sachen sind total frisch.
Und ich finde auch kein Obst, das sehr frühzeitig geerntet wurde, um auf dem Weg zum Verbraucher oder erst beim Verbraucher so richtig zu reifen.

Es passiert mir auch nicht mehr, dass ich etwas kaufe, und nach 2 Tagen muss ich es weg werfen, weil zu faulen angefangen. Die Discounter/Supermärkte arbeiten ja in der Regel mit Kühlungen, aus denen das Obst/Gemüse scheinbar frisch kommt, aber in Wirklichkeit schon etliche Tage auf Käufer wartet.
Wie überhaupt ich nichts mehr weg werfen muss. Ich kaufe 4 Karotten und gut is. Beim Discounter geht die Tendenz immer dahin, eine 2 kg Packung zu erstehen, wovon dann mindestens 10% in die Bio-Tonne wandern, weil ich so viel gar nicht essen kann, in relativ kurzer Zeit.

Es ist mehr Aufwand, keine Frage. Mehr Aufwand an Zeit, an Geld, an sich Gedanken machen.
Aber letztlich rechnet es sich. Ich tue der Umwelt Gutes, ich unterstütze örtliche Vermarkter, ich brauche alles auf und ich fahre nicht in der Gegend rum, um günstig Sachen zu kaufen, die um die halbe Welt gereist sind, und ich eig gar nicht benötige.

Ich kann es jedem empfehlen.

Was ich nächste Woche mal versuchen werde raus zu finden, ist, ob da einer auf dem Markt Eier verkauft, die aus der Umgebung stammen. Letztens hatte ich mal wieder 10 St. vom Supermarkt mitgenommen, um fest zu stellen, dass die auch immer kleiner werden.

Der Schuss immer alles möglichst günstig haben zu wollen, geht eben doch meistens nach hinten los.

Es grüßt,
das Smamap