Das nennt man „Demokratie“

Da haben die Niederländer abgestimmt, und sich gegen das Assoziierungs-Abkommen mit der Ukraine ausgesprochen.

Es gibt natürlich jetzt höchst unterschiedliche Interpretationen verschiedenster „interessierter“ Kreise, darüber, wie man das zu bewerten habe.

Das geht von „völlig normale Abstimmung“ bis hin zu „Nackenschlag für die EU.

Meine persönliche Meinung ist wie folgt:

Erwachsene Menschen sind gefragt worden, und haben geantwortet. Anders gesagt: Sie haben darüber abgestimmt, ob sie etwas Bestimmtes haben wollen oder nicht.

In einer Demokratie ist das Ergebnis einer solchen Abstimmung zu akzeptieren. Punkt!

Man kann jetzt trefflich darüber streiten, welche Beweggründe die Menschen hatten, sich in der Mehrheit so zu entscheiden, wie sie das getan haben.
Das kann gehen von „wohlüberlegt“ bis hin zu „rechtspopulistisch“.
Sei es, wie es wolle …. es ist und bleibt immer noch eine demokratische Entscheidung.

Was man allerdings tun kann, ist, zu überlegen, ob man aus einem solchen Wahlverhalten, Schlüsse für die europäische Politik der Zukunft ziehen kann bzw. sollte?

Und ich meine, diese Frage kann man mit Fug und Recht mit JA beantworten.

Nun gehöre ich zu den Menschen, die absolut für ein Europa der Staaten sind. Mit all seinen Vorteilen, Nachteilen, Problemen und Auswüchsen.

Wohin uns die Kleinstaaterei der vergangenen Jahrhunderte gebracht hat, das haben wir reichlich gesehen. Und aus der Geschichte die Lehre zu ziehen, dass uns die Geschichte nichts lehrt, das wäre nun wahrlich etwas wenig.

Und ich war BISHER immer der Meinung, dass es kleinkariert ist, immer nur auf die eigenen Vorteile zu sehen, und alles, was an eigenem Nachteil wäre, abzulehnen.
DAS würde einem gemeinschaftlichen europäischen Grundgedanken ganz und gar nicht gerecht.

NUR – mittlerweile bin ich der Meinung – nicht zuletzt wegen der jetzigen Abstimmung in den Niederlanden (und insofern ist es ganz interessant, mal über den eigenen Tellerrand hinauszusehen, und etwas neutral von außerhalb zu betrachten) – man sollte sich Gedanken machen, ob die Richtung, in die dieses Europa läuft nicht korrigiert werden sollte.

Wenn Menschen zu etwas NEIN sagen, und sei es auch nur zu einer Vereinbarung, so wie hier geschehen, dann drücken sie damit etwas aus.

Und nun kann man wahrlich nicht behaupten, die Niederländer wären über die Maßen radikal. Sie haben einfach gesagt, man solle das mit der Ukraine nicht verwirklichen.
Und die Niederländer sind nun wirklich pro-europäisch eingestellt. Das war schon immer so, und sie gehörten auch zu den Gründungsländern.

Es muss deshalb die Frage erlaubt sein, ob die, die jetzt dort mit NEIN gestimmt haben, schlicht und ergreifend wollen, dass sich etwas verändert. Und wenn ja, WAS?

Meine Antwort darauf ist, dass die Niederländer eine Veränderung wollen (und nicht nur diese).

Und welche Veränderung?
Ich denke, das Tempo mit dem Europa voran schreitet, und der Umfang, den das Ganze mittlerweile angenommen hat, ist Manchen in Europa ZU VIEL !!!

Der Grundgedanke der Handelnden, die europäischen Staaten zusammen zu bringen, und ihnen ein Gewicht zu verleihen, und gleichzeitig eine Wirtschaftsmacht aufzubauen, ist eine gute Idee.

Ich meine nur, man hat das Ganze zu rasch und mit zu vielen Mitgliedern unternommen, noch dazu Mitgliedern, die viel zu viele unterschiedliche Voraussetzungen mitbrachten.
Sei es politisch oder wirtschaftlich.

Heute, so meine ich mittlerweile, gibt es manche Staaten in Europa, die in etwa gleiche Voraussetzungen haben, und mit denen ein Staatenbund Sinn macht (ich nenne mal absichtlich keine Namen).
UND so gibt es Staaten, die sind wirtschaftlich einfach noch zu weit hinten dran.UND es gibt Staaten, die haben andere Vorstellungen, was Demokratie angeht.
UND es gibt Staaten, die meinen, sie müssten sich die Vorteile greifen, sprich Geld, und alles andere sei nicht so wichtig.

Was, so meine ich, sollte dagegen sprechen, ein Europa auf die Staaten zu beschränken, die gleich ticken, und die dann auch gemeinsam festlegen, WIE getickt wird.
Diese Staaten können dann gleichberechtigt einen Kurs verfolgen, weil sie in etwa alle dasselbe können und dasselbe wollen.

Wie aber soll das mit Staaten unter einen Hut gebracht werden, wenn zu viele zu weit voneinander entfernt sind (einstellungsmäßig).

Das müsste ja nicht heißen, dass nicht ein Land sich anschließen kann, und zwar erstmal nur in bestimmten Dingen, bis sicher ist, dass sie auch dazu in der Lage sind, gleich zu ticken, wie die anderen.

Und weil das alles zu durcheinander ist, stimmen die Niederländer dagegen, WIEDER etwas zu machen, was noch mehr Probleme nach Europa bringt.
Und wenn die Briten in 2 Monaten sich gegen Europa entscheiden sollten, dann wäre das ihr gutes Recht. Wobei sie sicherlich auch die Konsequenzen daraus tragen müssten, und dann sicherlich auch tragen wollen. Auch DAS ist Demokratie.
Die Briten nämlich, haben den Vorteil, auf einer Insel zu wohnen, und konnten immer schon recht gut aus der Ferne beurteilen, was die dort auf dem Kontinent alles für Unsinn treiben. Und sie haben auch eine derart gefestigte Demokratie, eben WEIL sie diese auf der Insel sehr gut und unabhängig entwickeln konnten, dass sie einfach NO sagen, wenn sie etwas nicht wollen.Sie sagten auch NO zu Churchill nach dem Krieg, weil sie ein sehr gutes Gespür dafür hatten, dass er nicht derjenige sein konnte, der das Land gut in die Nachkriegszeit führen konnte.
Und deswegen traue ich ihnen auch zu, ein Gespür dafür zu haben, was mit Europa sein sollte.
Sollten sie nicht weiter bleiben wollen, so sehe ich darin auch eine Chance für Europa. Nämlich die Chance, einen grundsätzlichen Neuanfang zu unternehmen.

Mittlerweile ist nämlich dieses Europa so verschachtelt und undurchsichtig, mit derart vielen Gegensätzen, dass es ev. gar nicht mehr möglich ist, eine gerade Linie zu verfolgen oder zumindest eine Linie, die ein Ziel hat, weil zu viele Köche mit zu unterschiedlichen Zutaten versuchen, ein, für IHRE jeweiligen Geschmäcker, wohlschmeckendes Gericht zu zu bereiten.

Meine Vorstellung geht mittlerweile dahin, dass ein Land wie Deutschland, in einem Europa unter Gleichen, ein gleichberechtigtes Mitspracherecht hat, unter Ländern, die in jeder Hinsicht, zumindest einigermaßen, auf Augenhöhe sind.
Es war sicherlich ein wesentlicher Aspekt, dass die Verantwortlichen in Europa verhindern wollten, dass so manche Länder Richtung Russland abdriften, und für ein Europa, nach ihren Vorstellungen, verloren wären. Insofern konnten sie ev. gar nicht anders handeln, als Europa ziemlich schnell sehr groß werden zu lassen, mit all den Problemen, die sich tatsächlich einstellten.

Mittlerweile allerdings, sollte allen Verantwortlichen, in allen Ländern, klar sein, wo sie hin wollen.

Und deshalb wäre, so meine ich, die Zeit reif, ein Europa zu formen, das dem gerecht wird, was ein Europa eig sein sollte.
Es war immer schon so, dass ein Staatenbund aus Ländern entstand, die alle in etwa die gleichen Voraussetzungen hatten oder zumindest kurzfristig anstrebten.
Das war so, als damals Deutschland entstand, das war so, als die USA entstanden usw usf.

Und so will es sich mir nicht erschließen, wie ein Land in einem Staatenbund sein kann, dass wirtschaftlich gänzlich andere Voraussetzungen hat oder nur kassieren will oder unter Demokratie etwas anderes versteht.

Dass wir ein Europa brauchen, steht außer Frage. Auch dass es über kurz oder lang ein Europa geben wird, mit Gleichen unter Gleichen (fragt sich nur, wie „lang“ dieses „lang“ sein wird).

Insofern, so meine ich, ist Geduld und Beharrlichkeit gefragt, und außerdem DER WEG DAS ZIEL.
Und dieser Weg kann auch heißen, um einen dt. Politiker zu zitieren, dass einige wesentliche Ländern in Europa GEMEINSAM sage „SO nicht, und JETZT nicht“. Das kann natürlich nicht D alleine sagen, denn wie sowas aufgefasst wird, das liegt nahe, und wäre auch nachvollziehbar.

Es grüßt,
das Smamap

Das europäische Amerika

Vorhin beim Kochen/Essen einen sehr interessanten Beitrag über Amerika gesehen. Auf 3sat …. wo auch sonst.

Vieles von dem, was wir heute an Amerika als typisch, ja als klassisch empfinden, kam aus Europa.

Wer hat nicht das Bild vor Augen, von jenem Amerika, der weiten Ebenen, auf denen die Pferdeherden rasen. Und von Indianern, die auf dem Rücken der Pferde in den Prärien lebten.
Die Pferde aber, kamen im Gefolge von Columbus aus Europa. Es gab sie auf dem neuen Kontinent gar nicht.

Oder wer hat nicht das Bild von riesigen Flächen vor Augen, auf denen Getreide wächst, und die dann mit zahllosen Mähdreschern abgeerntet werden.
Das Saatgut, aus dem all dies entstanden ist, kam ursprünglich aus Europa.

Auch viele der Obstsorten, die heute in den USA selbstverständlich sind, und nicht unerheblich zum Export dort beitragen, kamen ursprünglich als einige wenige Setzlinge aus Europa.

Auch das Bestäubungsinstrument, um die vielen Blüten, die im Lauf der vielen Jahre entstehen sollten, zu befruchten, kam aus Europa in Form der europäischen Biene (die amerikanische Biene bestäubte nur einige spezielle Pflanzen).

Und damals, nach der Entdeckung des Seeweges nach Indien (wie Columbus glaubte), brachten die Europäer noch etwas in die neue Welt: Einen Virus, genannt Pocken. Die Bewohner des Kontinents hat keine Immun-Abwehr dagegen, waren ihm schutzlos ausgeliefert, und die Forscher meinen, dass 90% der Ureinwohner daran starben. Das Ergebnis war, dass sich die Spanier, die als Erstes das Land erforschten (genauer gesagt … eroberten), sich darüber wunderten, warum sie nur auf so wenige Bewohner trafen …. das Virus war schneller gewesen, in der Verbreitung.

Alles in allem kann man sagen, dass jenes Amerika, das Columbus vorfand, und das er für Indien hielt (weshalb er die Bewohner auch Indianer nannte), sich völlig anders darstellte, als jenes Land, das wir heute kennen. Nicht nur der immensen Wälder wegen, die es heute nicht mehr gibt, oder deswegen, weil viele der Pflanzen und Tiere, die es damals gab, es heute nicht mehr gibt, weil von den eingeführten Arten verdrängt. Auch nicht deswegen, weil heute sehr viele dunkelhäutige Menschen dort leben, die die Europäer als Sklaven dorthin verschleppt hatten.

Nein, v.a. deswegen, weil die Europäer das gemacht haben, was sie von „zuhause“ schon kannten: Sich die Erde untertan machen …. ohne Rücksicht auf Verluste.

Man muss es nicht so sehen, aber man kann es so sehen, ohne es bewerten zu wollen.

Ob man es ihnen vorwerfen kann, ist eine andere Frage. Denn schließlich mussten sie überleben, in der neuen Welt.

Und so wurde daraus das Land der Unbegrenzten Möglichkeiten.

Ich befürchte, dass die Möglichkeiten dort sich langsam erschöpfen, weil der Mensch alles dorthin bringt, wo er es immer schon hingebracht hat.

Der einzige Unterschied zu Europa besteht darin, dass dieser Prozess in Europa schon weiter fortgeschritten ist; schlicht deswegen, weil der Mensch dort schon früher damit angefangen hatte, und letztlich es auch eine Frage der Fläche ist.

Der einzige Vorteil, den die Europäer haben, scheint mir, dass sie wegen des früheren Beginns der gemeinten Prozesse, auch eher an den Punkt gekommen sind, wo sie versuchen, sich selbst Einhalt zu gebieten, um eine Art „point of know return“ zu schaffen.

Ob das gelingen wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Es grüßt,
das Smamap

Noch ist Polen nicht verloren

Wenn man sich das ansieht, was im Moment in Polen abläuft, dann kann man das nur als Katastrophe bezeichnen.

Mir fällt dazu nur ein Wort ein: Machtübernahme

Man kann nur froh sein, dass die Väter unseres Grundgesetzes, in weiser Voraussicht, Regeln geschaffen haben, die Derartiges verhindern.

Was da abläuft, ist schlicht, dass das Volk aus einer Stimmungslage heraus, eine Regierung gewählt hat (bis hierhin ist nichts dagegen zu sagen), die alle Hebel in Bewegung setzt, um die Machtinstrumente des Staates in ihrem Sinn umzupolen.
Was ihnen dabei zupass kommt, ist die Tatsache, dass das Parlament durch die jetzt bestehenden Mehrheiten, offenbar jegliche Abläufe und Gesetze verändern kann. Ausgelöst wurde das Alles durch eine sehr geringe Wahlbeteiligung jener Menschen, die anders denken als die jetzt an die Macht gekommene Regierung.

Man sieht daraus, was passieren kann, wenn man meint, nicht zur Wahl zu gehen, wäre absolut egal.

Was da am Entstehen ist, ist ein autokratisches, um nicht zu sagen, ein diktatorisches System.

Ich bin der Ansicht, das demokratische Europa, allen voran die einzelnen Demokratien, haben die Pflicht, alles erdenklich Mögliche zu tun, um Einfluss zu nehmen. Einfach deswegen, weil es so sein wird, wie immer in solchen Situationen, nämlich dass die Menschen dort die Leidtragenden sein werden, und es nicht auszuschließen ist, dass es letztlich vieler Opfer bedürfen wird, um wieder dorthin zu kommen, wo die Menschen eig sein wollen.

Was es bedeutet, ringsherum die Einstellung zu haben, dass einen das nichts angeht, und es schon nicht so schlimm werden wird, das sollten wir Deutschen am besten beurteilen können. Und was in unserem Nachbarland abläuft, das kann uns nun mal nicht egal sein.

Und es kann auch nicht sein, dass das demokratische Europa eine solche Entwicklung fördert, indem weiterhin alle finanziellen Mittel so fließen, wie bisher.

Meine Meinung.

Es bleibt zu hoffen, dass die Polen selbst, das Heft in die Hand nehmen werden. In diesem Sinne ist Polen nicht nicht verloren.

Es grüßt,
das Smamap

Zum Lachen !!!!

immigranten

Wenn ich da die Typen sehe, die sich drauf versteifen, dass sie hier keine Ausländer haben wollen (jetzt benutzen sie ja das Wort „Einwanderer“), dann frage ich mich immer: Wo wären viele von denen, wenn ihre Vorfahren sich nicht in Deutschland hätten niederlassen können?

Wer da gemeint ist, das lässt sich oft sehr einfach am Namen feststellen, der dann halt nicht auf Meier, Müller oder Schuster lautet.

Ich kann das ohnehin nie nachvollziehen, warum ein Neger (jawoll, er nennt sich selbst so, weil er einer ist), der tiefstes bayrisch spricht, weniger ein Deutscher sein soll, als der Herr Koslowski von nebenan.

Genau genommen sind wir sowieso alle Ausländer und Einwanderer, weil unsere Ur-Vorfahren, nach heutigem Wissensstand, aus dem Nahen Osten, den Steppen des Ostens und dem Norden Asiens kamen, und das besiedelten, was wir heute Europa nennen.

Und da maßen sich welche an, zu entscheiden, wer wohin auf diesem Planeten gehört. Und das noch dazu, wo wir unseren Wohlstand v.a. mit den Rohstoffen derer aufgebaut haben, die heute nicht wissen, wovon sie überleben sollen.

In diesem Sinne sind WIR ALLE Einwanderer und Ausländer

Es grüßt,
das Smamap